Grünen haben höchsten Altersdurchschnitt
Wahlen zum Stader Stadtrat: Das verraten die Kandidatenlisten

Das Stader Rathaus: Man darf gespannt sein, welche Parteien dort künftig mit wie vielen Mandatsträgern vertreten sein werden  | Foto: sb
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Die Bewerber für die 40 Sitze im Stader Stadtrat stehen fest: Der Wahlausschuss hat die Kandidatenlisten für die Kommunalwahl am 13. September abgesegnet. Insgesamt bewerben sich 193 Personen um ein Ratsmandat. Die Altersspanne liegt zwischen 18 und 82 Jahren. Auch die politische Landschaft wird sich ein wenig verändern: Eine Wählergruppe verschwindet, eine neue kommt hinzu. Insgesamt treten acht Parteien an: CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, Piraten und Volt. Dazu kommen zwei Wählergemeinschaften und ein Einzelwahlvorschlag.

CDU und SPD stellen mehr als die Hälfte
Die beiden großen Parteien schicken mit Abstand die meisten Bewerberinnen und Bewerber ins Rennen. CDU und SPD treten in jedem der drei Wahlbereiche mit jeweils 17 Personen an. Beide kommen damit auf insgesamt 51 Kandidaten. Zusammen stellen sie 102 der 193 Bewerber – also knapp 53 Prozent. Es folgen die FDP mit 19 sowie die Linke und die "Wählergemeinschaft" Parteilos Stade mit jeweils 18 Kandidierenden. Die Grünen treten mit 14, die AfD mit elf Personen an. Die WG Stade bietet vier Bewerber auf, Piraten und Volt jeweils drei. Hinzu kommt ein Einzelbewerber.

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Neue Wählergemeinschaft tritt an
Während die WG Stade bereits seit Jahren zur kommunalpolitischen Landschaft gehört, kommt nun eine zweite Wählergemeinschaft hinzu: die "Wählergemeinschaft Parteilos Stade". Sie tritt in den Wahlbereichen I und III mit insgesamt 18 Kandidaten an. Hinter der neuen Gruppierung stehen politische Weggefährten des parteilosen Bürgermeisterkandidaten Jörg Baumann und seines Vereins „Gemeinsam etwas ändern“. Die neue Wählergemeinschaft startet personell deutlich stärker als die etablierte WG Stade, die diesmal nur vier Kandidaten aufbietet. Dennoch hat die WG in der Vergangenheit gezeigt, dass auch eine kleine kommunale Gruppierung erheblichen Einfluss gewinnen kann. Ihr prominentestes politisches Gewächs ist Carsten Brokelmann: Der WG-Politiker wurde vom Rat zum Stadtrat gewählt und ist als Mitglied des Verwaltungsvorstandes die Nummer drei an der Stader Rathausspitze.

Frauenquote von rund 38 Prozent
Von den 193 Kandidierenden sind 73 Frauen. Das entspricht einer Quote von 37,8 Prozent. Die meisten Kandidatinnen stellt die SPD: Bei ihr treten 23 Frauen an. Prozentual liegen jedoch die Grünen vorn. Acht ihrer 14 Bewerber sind weiblich – ein Anteil von 57,1 Prozent. Die zweithöchste Frauenquote erreicht die SPD mit 45,1 Prozent. Bei der Linken und der Wählergemeinschaft Parteilos Stade sind jeweils acht von 18 Kandidierenden Frauen. Das entspricht 44,4 Prozent. Die CDU kommt mit 17 Frauen unter 51 Bewerbern auf 33,3 Prozent. Bei der AfD sind vier der elf Kandidierenden weiblich (36,4 Prozent), bei der FDP vier von 19. Die WG Stade stellt eine Frau und drei Männer auf. Bei Piraten und Volt kandidieren ausschließlich Männer.

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Durchschnittsalter liegt bei knapp 48 Jahren
Das Durchschnittsalter aller Kandidierenden liegt rechnerisch bei 47,7 Jahren. Weil in der Bekanntmachung nur die Geburtsjahre genannt werden, wurde jeweils das Alter zugrunde gelegt, das die Bewerber im Laufe des Jahres 2026 erreichen. Die jüngste Kandidatin ist Maite Pollex von der CDU. Die Schülerin wurde 2008 geboren und ist damit erst 18 Jahre alt. Es folgt ihre Parteikollegin Clara Torborg, Jahrgang 2007. Gleich vier Bewerber wurden 2005 geboren: Noah Zernechel und Nils Ehlers von der FDP, Oussama Lazreg von der Linken sowie Sahand Mouhamad von der "Wählergemeinschaft Parteilos Stade".

Zwei Kandidaten sind älter als 80 Jahre
Die ältesten Kandidaten sind Horst Deede von der CDU und Ulrich Hemke von den Grünen. Beide wurden 1944 geboren und werden im Wahljahr 82 Jahre alt. Es folgen die FDP-Bewerber Edmund Nürnberg und Christiane Leuchtenberger, beide Jahrgang 1948. Die jüngste Kandidatengruppe stellt Volt mit durchschnittlich 31,3 Jahren – allerdings auf der schmalen Grundlage von drei Bewerbern. Unter den größeren Listen hat die Linke mit 43,8 Jahren den niedrigsten Altersdurchschnitt. Die Grünen bilden mit durchschnittlich 53,8 Jahren die ältesten Kandidaten. CDU und SPD liegen mit einem Altersdurchschnitt von 48,6 bzw. 48,7 Jahren fast gleichauf.

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13 Ratsmitglieder hören auf
Unabhängig vom Wahlergebnis steht bereits fest, dass sich der Rat personell erheblich verändern wird. Von den derzeit 40 gewählten Ratsmitgliedern kandidieren 13 nicht erneut. Mindestens knapp ein Drittel der Mandate wird daher künftig mit anderen Personen besetzt sein. Besonders einschneidend ist der Wechsel bei der SPD. Von ihren derzeit zwölf Ratsmitgliedern treten sechs nicht wieder an – darunter der bisherige Fraktionsvorsitzende Kai Holm. Auch aus den anderen Fraktionen werden einige bekannte Gesichter nicht mehr im neuen Rat vertreten sein.

Die UBLS verschwindet von den Stimmzetteln
Eine bekannte kommunalpolitische Abkürzung findet sich nicht mehr auf dem Wahlzettel: Die Unabhängige Bürger-Liste Stade, kurz UBLS, tritt nicht mehr an. Die Geschichte der UBLS, deren Hausmacht in Wiepenkathen lag, ist untrennbar mit Horst Deede verbunden. Er begann seine politische Laufbahn 1972 in der CDU und verließ die Partei nach 38 Jahren im Streit. Anschließend gründete er die UBLS, die 2011 auf Anhieb in den Stader Rat und in den Ortsrat Wiepenkathen einzog.

Nun ist die UBLS politisch in der CDU aufgegangen. Horst Deede kandidiert im Wahlbereich I auf dem Ticket der Christdemokraten. Auch sein Sohn Hendrik Deede tritt für die CDU an. Der Vater hatte das Wiepenkathener Ortsbürgermeisteramt nach 28 Jahren an seinen Sohn weitergegeben. Horst und Hendrik Deede sitzen bereits seit 2016 gemeinsam im Stader Rat.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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