Was unternehmen die Bürgermeisterkandidaten?
WOCHENBLATT-Artikel zu Vandalismus und Vermüllung in Stade: Nur zwei Bewerber reagieren
- Typischer Fall von Vandalismus in Stade: Hier wurden mutwillig Mülleimer und Einkaufswagen zerstört
- Foto: jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Im Artikel über die „drei Stader V“ – Vermüllung, Vandalismus und Verwahrlosung berichtete das WOCHENBLATT über einen Sonntagsspaziergang durch Stade, bei dem sich auf wenigen hundert Metern zahlreiche Beispiele für Müll, beschädigtes Stadtmobiliar und einen ungepflegten öffentlichen Raum fanden.
Am Ende des Beitrags richtete das WOCHENBLATT eine konkrete Frage an die fünf Kandidaten für die Stader Bürgermeisterwahl: „Sollten Sie gewählt werden, was werden Sie unternehmen, um gegen solche Missstände vorzugehen?“
14 Tage lang wartete die Redaktion auf Antworten. Reagiert haben lediglich zwei Bewerber: Tristan Jorde, unabhängiger Kandidat mit Unterstützung der Linken, und Arne Kramer, der für die CDU antritt. Von den drei übrigen Kandidaten ging keine Stellungnahme ein.
Tristan Jorde: Mehr Aufenthaltsqualität statt nur mehr Kontrollen
Die erste Reaktion kam von Tristan Jorde. Für ihn greift die Debatte um Vermüllung zu kurz, wenn sie sich allein auf strengere Kontrollen und höhere Bußgelder konzentriert. Er macht aber deutlich: „Ich selber finde herumliegenden Müll ekelhaft und verstehe auch nicht, was einen dazu treibt, so etwas zu hinterlassen.“
Jorde verweist darauf, dass schärfere Kontrollen nach seiner Einschätzung das Problem häufig lediglich verlagern würden. Stattdessen müsse der öffentliche Raum stärker belebt werden. Eine Stadt, in der sich viele Menschen zu Fuß aufhalten und gerne verweilen, schaffe automatisch mehr soziale Kontrolle. Dazu gehörten für ihn weniger Autoverkehr, attraktivere Fuß- und Radwege sowie Plätze mit höherer Aufenthaltsqualität. Gerade Bereiche wie der Stader Altstadtring würden heute wegen des starken Autoverkehrs vergleichsweise wenig von Spaziergängern genutzt.
Als zweiten wichtigen Baustein nennt Jorde die Infrastruktur. Nach seiner Auffassung verfügt Stade über zu wenige Möglichkeiten, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Jorde kritisiert, dass Stade "eine sehr geringe Dichte an Entsorgungsmöglichkeiten aller Art" habe. Er hält "mehr Mülleimer und Recyclinginseln" für notwendig. Darüber hinaus spricht sioh Jorde dafür aus, dass die Stadtreinigung häufiger unterwegs ist und kleinere Missstände schnell beseitigt.
Arne Kramer: Sauberkeit und Ordnung sind wichtig
CDU-Kandidat Arne Kramer setzt dagegen auf eine Kombination aus Prävention, besserer Organisation und konsequenterem Vorgehen gegen Müllsünder. "Eine saubere Stadt braucht mehr als nur das Einsammeln von Müll. Sie braucht Verantwortung, Zusammenarbeit und konsequentes Handeln", erklärt der CDU-Kandidat. „Sauberkeit und Ordnung sind keine Nebensache. Sie prägen das Erscheinungsbild unserer Stadt und das Sicherheitsgefühl der Menschen.“
Kramer schlägt eine Aufklärungskampagne vor, möchte die Meldung von Missständen vereinfachen und fordert eine schnelle Beseitigung von Müll und Beschädigungen. Es müsse zudem geprüft werden, ob Leerungsintervalle von Containern und öffentlichen Mülleimern an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden müssten.
Beim Vorgehen gegen illegale Müllentsorgung spricht sich Kramer für deutlich mehr Konsequenz aus. Bußgelder müssten konsequent verhängt werden. Auch sogenannte Waste Watcher oder eine Kameraüberwachung schließt er ausdrücklich nicht aus. Zusätzlich schlägt der CDU-Kandidat vor, kommunale Betriebe durch weitere Arbeitsgelegenheiten – etwa für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, oder Asylsuchende – zu entlasten, damit öffentliche Flächen schneller sauber gehalten werden können.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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