Experten raten Unternehmen zu Notfallplänen
Cyberangriffe und Blackouts: IHK Elbe-Weser unterstützt Firmen mit dem neuen "Arbeitskreis Security & Defence"
- Siegfried Deutsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Elbe-Weser, möchte mit dem neuen Arbeitskreis Wissenslücken schließen und Lösungen erarbeiten
- Foto: IHK Elbe-Weser / Kirsten Kronberg
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Cyberattacken, Spionage, Stromausfälle oder Extremwetter – die Liste möglicher Bedrohungen für Unternehmen ist lang. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die Gefahrenlage „weitere Dimensionen bekommen, die vielen noch nicht bewusst sind“, heißt es bei der IHK Elbe-Weser. Um Betriebe für den Ernstfall besser zu wappnen, hat die IHK Elbe-Weser den "Arbeitskreis Security & Defence" ins Leben gerufen. Zahlreiche Unternehmer aus der Elbe-Weser-Region folgten jetzt der Einladung der IHK in die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt (Landkreis Cuxhaven), um sich mit dem Thema Resilienz vertraut zu machen.
Bundeswehroffizier: Gesamtstaatliche Resilienz entwickeln
„Wir sind hier zusammengekommen, um uns in diesem Netzwerk die Fragen zu stellen, die man sich heute dringend stellen muss“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Elbe-Weser, Siegfried Deutsch, zur Eröffnung. Oberstleutnant Kai Prozeske, Leiter des Schulstabs der Logistikschule, betonte, dass logistische Planungen nicht bei der Bundeswehr enden: „Das Ziel ist es, eine gesamtstaatliche Resilienz zu erreichen, dazu gehören auch zivile Organisationen wie das THW, die Feuerwehr, die Polizei und Rettungsdienste sowie Kommunen und die Privatwirtschaft.
- Oberstleutnant Kai Prozeske gab einen Einblick in die Komplexität der Logistik zur Versorgung der Bundeswehr, die im Ernstfall auch auf die Unterstützung ziviler Organisationen angewiesen ist.
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Deutsch wiederum machte deutlich, dass Unternehmen auch intern besser vorbereitet sein müssen. „Vermutlich werden die meisten von Ihnen im Moment nicht wissen, welche und wie viele Mitarbeiter zum Beispiel beim THW oder als Reservisten tätig sind und im Ernstfall dann möglicherweise im Betrieb nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Die niedersächsischen IHKs arbeiteten deshalb an einer Lösung, die Betrieben helfen soll, solche Informationen rechtssicher abzufragen.
Verfassungsschützer warnt
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Vortrag von Jörg Peine-Paulsen vom niedersächsischen Verfassungsschutz. Er verwies auf alarmierende Zahlen: Die Schäden durch organisierte Kriminalität, Wirtschaftsspionage, Sabotage und ähnliches seien von 223 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 267 Milliarden Euro in 2024 gestiegen. Neben Cyberangriffen hätten auch "analoge Angriffe" wie Dokumentendiebstahl, Abhören oder physische Sabotage vor Ort stark zugenommen.
- Jörg Peine-Paulsen schilderte anhand eindrucksvoller Beispiele, was passiert, wenn Unternehmen den Selbstschutz vernachlässigen
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Der Appell des Verfassungsschützers an die Unternehmen war eindringlich: „Darum schauen Sie sich jetzt Ihre Prozesse an und erarbeiten Sie für die wichtigsten Notfallpläne. Denken Sie an Ihre Lieferketten, Ihre IT-Sicherheit, Ihre Stromversorgung.“ Und er warnte: „Wie lange halten Sie einen Blackout aus bis zur Insolvenz?“
Informationen für Unternehmen
Die IHK Elbe-Weser stellt eine Checkliste für Krisenfälle online bereit:
www.ihk.de/elbeweser/checkliste-krise
Wer sich für den Arbeitskreis interessiert, kann sich an Siegfried Deutsch wenden (Tel. 04231 - 9246232, E-Mail: siegfried.deutsch@elbeweser.ihk.de).
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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