EU-Fördermotor unter Druck
LEADER-Förderung ab 2028 in Gefahr
- Die LEADER-Regionen in Niedersachsen machen sich stark für eine weitere Förderung des ländlichen Raumes
- Foto: LAG
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Das LEADER-Netzwerk Niedersachsen warnt vor einer Schwächung des europäischen Förderprogramms LEADER ab 2028. Besonders kritisch sehen die Verantwortlichen Pläne, den EU-Förderanteil deutlich zu senken. Künftig könnten nur noch 40 Prozent der Projektkosten aus EU-Mitteln finanziert werden, während Kommunen, Vereine und Projektträger die restlichen 60 Prozent selbst aufbringen müssten.
Für die LEADER-Region Kehdingen-Oste hätte das erhebliche Folgen. Seit 2007 wurden dort mehr als 90 Projekte mit rund sieben Millionen Euro EU-Fördermitteln umgesetzt. Zusammen mit kommunalen Zuschüssen und Eigenmitteln flossen insgesamt rund zwölf Millionen Euro in die Region. Landkreisweit kamen durch LEADER und das Dorfentwicklungsprogramm bis 2025 sogar rund 44 Millionen Euro zusammen.
Die Fördermittel wurden unter anderem für Häfen, touristische Infrastruktur, Dorfgemeinschaftseinrichtungen und zahlreiche kleinere Projekte eingesetzt. Das Besondere am LEADER-Ansatz: Über die Förderung entscheiden lokale Aktionsgruppen aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus und Gesellschaft.
Die LEADER-Regionen fordern deshalb, die bisherigen Förderquoten von bis zu 80 Prozent beizubehalten und den ländlichen Raum auch künftig flächendeckend zu unterstützen. Andernfalls könnten insbesondere finanzschwache Kommunen und Vereine wichtige Projekte nicht mehr umsetzen.
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