50 Jahre DRK-Schwinge Werkstätten Stade
Spannende Einblicke hinter die Kulissen beim Tag der offenen Tür
- Die DRK-Schwinge Werkstätten in Stade
- Foto: Jörg Struwe / picselweb.de
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50 Jahre DRK-Schwinge-Werkstätten in Stade: Die Einrichtung ist eine wichtige Institution in der Stadt an der Schwinge. Menschen mit Handicap finden dort Beschäftigung, Förderung und gesellschaftliche Teilhabe. Rund um den Stammsitz Am Hofacker in Stade-Hahle hat sich über die Jahrzehnte ein kleines Quartier mit zahlreichen Werkstätten und Einrichtungen entwickelt. Zum 50-jährigen Bestehen öffnen die DRK-Schwinge-Werkstätten ihre Türen – und laden zu einem großen Jubiläumsfest für die ganze Familie ein.
Wer schon immer einmal wissen wollte, was sich hinter den vielen Gebäuden Am Hofacker verbirgt, bekommt am Samstag, 26. September, von 10 bis 17 Uhr die beste Gelegenheit dazu. Beim Tag der offenen Tür können Besucher hinter die Kulissen schauen, Arbeitsbereiche kennenlernen und vor allem den Menschen begegnen, die hier Tag für Tag tätig sind.
- Freude bei der Arbeit wird in den DRK-Schwinge-Werkstätten großgeschrieben
- Foto: Jörg Struwe / picselweb.de
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Dabei wird schnell deutlich: Die DRK-Schwinge-Werkstätten sind ein moderner und vielseitiger Arbeitsplatz. Die Bandbreite reicht von Wäscherei, Metallbau, Druckerei und Tischlerei über Verpackung, Industrieservice und Aktenvernichtung bis zu Garten- und Landschaftsbau, Küche und Fahrzeugaufbereitung. Insgesamt 29 Muster-Arbeitsplätze sind beim Jubiläumsfest ausgewiesen. Dort können Besucher entdecken, wie vielfältig die Tätigkeiten sind – und zum Teil selbst aktiv werden.
Das Fest bietet damit eine wunderbare Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Berührungsängste abzubauen. Denn bei aller Information soll vor allem eines nicht zu kurz kommen: der Spaß.
Musik, Mitmachaktionen und viele Attraktionen
Auf dem weitläufigen Gelände gibt es den ganzen Tag über jede Menge zu erleben. An Tor 2 sorgt eine Bühne mit Livemusik für Stimmung. Mit dabei sind unter anderem „Soultastix“ und „Mammut“. Auch Radio 21 ist vor Ort.
- Die Band "Mammut" bereichert den Tag der offenen Tür mit Musik
- Foto: Mammut
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Für Familien gibt es Hüpfburgen, Kinderschminken, ein Kinderkarussell, Stelzenläufer und ein Treckerrennen. Besucher können beim Qigong mitmachen, das Mobilitätstraining „Drums alive“ kennenlernen oder sich beim Snoezelen eine Auszeit gönnen. Feuerwehraktionen, ein Kunstmarkt, eine große Tombola und zahlreiche Informationsstände ergänzen das Programm.
Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. An verschiedenen Stellen auf dem Gelände gibt es Essen und Getränke, außerdem locken Waffeln und Kuchen. Wer gerne stöbert, sollte einen Abstecher zu Tor 5 einplanen: Dort findet ein öffentlicher Flohmarkt statt (s. unten).
Seit 50 Jahren stehen die DRK-Schwinge-Werkstätten dafür, Menschen mit körperlicher, geistiger und psychischer Beeinträchtigung Möglichkeiten zur Beschäftigung und persönlichen Entwicklung zu eröffnen. Das Jubiläum richtet den Blick deshalb nicht nur zurück. Es zeigt auch, wie zeitgemäß Teilhabe aussehen kann: Menschen arbeiten gemeinsam, übernehmen Verantwortung, entwickeln Fähigkeiten und erleben, dass ihre Arbeit gebraucht wird.
Der Tag der offenen Tür macht genau das für alle erlebbar. Besucher können schauen, fragen, ausprobieren, miteinander reden – oder einfach einen schönen Tag verbringen. 50 Jahre DRK-Schwinge-Werkstätten sind damit nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern vor allem eine Einladung zur Begegnung.
Tag der offenen Tür
Samstag, 26. September, 10 bis 17 Uhr
DRK-Schwinge-Werkstätten
Am Hofacker in Stade-Hahle
Arbeitswelt selbst ausprobieren
Besonders spannend sind beim Tag der offenen Tür die Muster-Arbeitsplätze. Wer drei davon besucht und sich jeweils einen Stempel abholt, bekommt anschließend am Stand der Este-Werkstätten eine kleine Überraschung. So lässt sich spielerisch erfahren, wie unterschiedlich die Arbeitsfelder innerhalb der DRK-Schwinge-Werkstätten sind.
- Die DRK-Schwinge-Werkstätten arbeiten u.a. für einen Flugzeugbauer
- Foto: DRK
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Auch die Tagesförderstätten, Wohnangebote, das Café Vielfalt, der Fahrdienst und weitere Bereiche stellen sich vor. Kooperationsbetriebe informieren ebenfalls über ihre Zusammenarbeit mit den Werkstätten. So entsteht an diesem Tag ein umfassendes Bild davon, wie viele Menschen und Angebote zum Netzwerk der DRK-Schwinge-Werkstätten gehören.
Hökern beim großen Flohmarkt
Stöbern, schnacken und Schnäppchen jagen: Zum Tag der offenen Tür gehört ein großer Flohmarkt von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände der DRK-Schwinge-Werkstätten bei Tor 5. Angeboten wird ausschließlich von privat an privat. Dazu gibt es Musik mit DJ Dirk und Klassiker vom Grillstand.
Wer selbst verkaufen möchte, kann sich unter Tel. 04141-8033-312 informieren und anmelden. Ein Tisch kostet 5 Euro, das Geld geht an die Zebra-Stiftung. Zebra steht für Zusammen engagiert für behinderte Menschen und ergänzende Rehabilitationsangebote. Die Stiftung wurde vom DRK-Kreisverband Stade ins Leben gerufen, um die zunehmende soziale Ausgrenzung von Menschen mit Beeinträchtigungen zu bekämpfen und aktive gesellschaftliche Inklusion zu fördern. Infos unter www.mehr-als-blaulicht.de/foerdern-und-helfen/zebra-stiftung/
Tombola mit vielen Preisen
Am Tag der offenen Tür können Besucherinnen und Besucher bei der großen Festtombola ihr Losglück unter Beweis stellen. Ein Los kostet 1 Euro. Es locken viele attraktive Preise. Hauptgewinn ist ein Weber Gasgrill, weitere Preise sind ein Smart-TV und ein Stand-up-Paddle-Board.
Shuttle-Bus zum Festgelände
Der DRK-Kreisverband Stade und die DRK-Schwinge-Werkstätten freuen sich auf viele Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür. Wer zu dem Event mit dem Auto anreist, findet bei Möbel Jähnichen Am Steinkamp einen Parkplatz. Von dort fährt ein Shuttle-Service zum Veranstaltungsgelände Am Hofacker.
Besondere Arbeitsplätze
Es begann im Jahr 1976. Damals wagten 62 Beschäftigte mit den DRK-Schwinge-Werkstätten den ersten Schritt. Getragen von Menschen, die den Mut hatten, eine Vision zu entwickeln: eine Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderung nicht am Rand stehen, sondern mitten im Arbeitsleben ihren Platz finden.
Heute, fünfzig Jahre später, sind aus den 62 um die 500 Beschäftigte geworden, begleitet von einer Vielzahl an Fachkräften an mehreren Standorten. Vom Hauptsitz in Stade bis zu den Este-Werkstätten in Buxtehude und den unterschiedlichen Wohneinrichtungen über den Landkreis verteilt.
"macherei" und fünf Tore
Das Angebot der DRK-Schwinge-Werkstätten präsentiert sich vielfältig. In der 2020 eröffneten "macherei" am Haddorfer Grenzweg 15 befinden sich beispielsweise eine Fahrzeugreinigung, ein Radspeicher für Reifenmontage und Reifenlager, die Textilreinigung "wäschewerk" für Privatpersonen, eine Änderungsschneiderei mit dem klangvollen Namen "fadenzauber" sowie die beliebte Second-Hand-Boutique "allerlei aus zweiter Hand".
- Michael Leska ist Werkstattleiter der DRK-Schwinge-Werkstätten
- Foto: DRK
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"macherei kommt von Machen", sagt Michael Leska, Werkstattleiter der DRK-Schwinge-Werkstätten. "Während die Dienstleistungen der Schwinge-Werkstätten vorwiegend den DRK-Einrichtungen und der Industrie vorbehalten sind, bieten wir in der ,macherei' als Zweigstelle unsere Dienstleistungen einem größeren Kundenkreis an. Auch Privatpersonen können die Angebote und Dienstleistungen der ,macherei' nutzen."
Hinter "Tor 1" des DRK-Schwinge-Werkstätten-Komplexes Am Hofacker befinden sich u.a. die Bereiche Arbeitspädagogik, Verpackung und Küche. "Tor 2" öffnet sich zu Metallbau sowie Haus- und Gastroservice. "Tor 3" führt zur Großwäscherei, Druckerei und Tischlerei. Weitere Angebote hinter den Toren 4 und 5 sind die Holz- und Industriemontage, Aktenvernichtung, Herstellung von Holzbriketts und vieles mehr. Aus der Großküche werden u.a. Schulen und Kindertagesstätten sowie Senioren mit Essen beliefert.
"Zu unseren Kunden gehören bekannte Namen wie die Karl-Meyer-Gruppe aus Wischhafen und ein Flugzeugbauer in Finkenwerder", erzählt Michael Leska. "Unsere Mitarbeiter erzählen oft voller Stolz, dass ohne ihre Arbeit kein Flugzeug fliegen würde."
Das ist keine Übertreibung. Denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DRK-Schwinge-Werkstätten übernehmen für den Flugzeugbauer eine äußerst wichtige Aufgabe. Sie reinigen sogenannte Hefter – spezielle Bolzen, die beim Kleben einzelner Flugzeugkomponenten zum Einsatz kommen und vor der Wiederverwendung von den Klebstoffresten befreit werden müssen. "Wenn wir nicht liefern, stehen in Finkenwerden die Montageabläufe still", sagt Michael Leska. "Die Zusammenarbeit ist so gut, dass wir sogar das Logo des Auftraggebers auf unserem Lkw zur Auslieferung der Hefter tragen dürfen."
Der Mensch im Mittelpunkt
Wer morgens über das Gelände der DRK-Schwinge-Werkstätten in Stade-Hahle geht, erlebt vor allem eines: einen ganz normalen Arbeitstag. Maschinen laufen, in der Tischlerei wird Holz bearbeitet, Kolleginnen und Kollegen begrüßen sich mit einem „Moin“, zwischendurch wird gelacht. Und doch ist dieser Ort etwas Besonderes. Denn seit 50 Jahren geht es hier darum, Menschen mit Behinderung Teilhabe zu ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu fördern und ihnen Perspektiven zu eröffnen.
1976 starteten die DRK-Schwinge-Werkstätten mit 62 Beschäftigten. Heute sind es rund 500 Menschen an mehreren Standorten. Die ursprüngliche Idee ist dabei unverändert geblieben: Nicht die Behinderung steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch und die Frage, was er kann, lernen möchte und mit der richtigen Unterstützung erreichen kann.
Das zeigt sich im Arbeitsalltag. Aufträge von Unternehmen und Privatpersonen sind keine Beschäftigung um ihrer selbst willen, sondern echte Dienstleistungen und Produktionsaufgaben. Wer erlebt, dass seine Arbeit gebraucht wird und sich Kunden auf die Qualität verlassen, erfährt Anerkennung und entwickelt Selbstvertrauen. Gleichzeitig entstehen Gemeinschaft und das gute Gefühl, Teil eines Teams zu sein.
Doch Teilhabe endet bei den DRK-Schwinge-Werkstätten nicht am Werkstor. Ein Beispiel ist das Bistro-Café Haus der Vielfalt, das seit 2017 ein Treffpunkt in Stade-Hahle ist. Nachbarn, Angehörige, Beschäftigte, Mitarbeitende und Gäste sitzen hier bei Kaffee oder Mittagessen zusammen. Begegnung wird selbstverständlich – nicht die Behinderung entscheidet darüber, wer jemand ist.
Unterstützung über die Arbeit hinaus
Zu den DRK-Schwinge-Werkstätten gehören außerdem verschiedene Wohnangebote. Sie unterstützen Menschen dabei, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten – und helfen dort, wo Hilfe benötigt wird.
Einen geschützten und individuell zugeschnittenen Rahmen bieten auch die beiden Tagesförderstätten. Sie richten sich an Menschen, die aufgrund schwerer Behinderungen nicht am Arbeitsleben in den Werkstätten teilnehmen können. Rund 30 Menschen werden hier von einem multiprofessionellen Team begleitet.
So unterschiedlich die Angebote sind, sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: Jeder Mensch soll seine persönlichen Möglichkeiten entfalten und möglichst selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Für den einen bedeutet Entwicklung, einen Arbeitsauftrag erstmals allein zu erledigen, für die andere, mehr Verantwortung zu übernehmen. Entscheidend ist nicht, dass alle dasselbe erreichen.
Vielleicht ist es genau diese Haltung, die die besondere Atmosphäre der DRK-Schwinge-Werkstätten ausmacht. Hier begegnen sich Beschäftigte, Fachkräfte, Kunden und Gäste auf Augenhöhe. Nach 50 Jahren ist aus einer Idee gelebter Alltag geworden: Teilhabe bedeutet, dazuzugehören.
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