Aldi und Rossmann neben Famila geplant
Stade-Riensförde soll Discounter und Drogeriemarkt erhalten

Aldi und Rossmann sollen zwischen Famila und dem Bildungscampus entstehen (rot gestrichelte Fläche). Rechts im Bild die geplante Heidesiedlung 2.0 | Foto: Martin Elsen/nord-luftbilder.de
  • Aldi und Rossmann sollen zwischen Famila und dem Bildungscampus entstehen (rot gestrichelte Fläche). Rechts im Bild die geplante Heidesiedlung 2.0
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Ein Supermarkt als sogenannter Vollsortimenter - und zusätzlich ein Discounter sowie ein Drogeriemarkt: Diesen klassischen Dreiklang als Angebot der örtlichen Grundversorgung gibt es in vielen Kommunen. Ein solches Nahversorgungszentrum soll auch im Stader Stadtteil Riensförde entstehen. Nach WOCHENBLATT-Informationen ist geplant, dass sich südlich des bestehenden Famila-Marktes ein neuer Aldi-Markt mit etwas mehr als 1.000 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie eine Rossmann-Filiale (ca. 700 Quadratmeter Verkaufsfläche) ansiedeln. Angrenzend an den Famila-Parkplatz sollen mehr als 100 Pkw-Stellplätze geschaffen werden - mit einem Geh- und Radweg dazwischen. Über dem Drogeriemarkt sollen zwölf Wohneinheiten mit einer Gesamt-Wohnfläche von 700 Quadratmetern entstehen. Das Bauvorhaben will eine Bauträgergesellschaft aus Stade realisieren, die seit 40 Jahren in der Region aktiv ist. Beide Unternehmen wollten sich WOCHENBLATT-Nachfrage nicht zu den konkreten Planungen äußern. Rossmann verwies auf den Investor, Aldi Nord erklärte, in Hinblick auf die Expansionsstrategie des Unternehmens "kontinuierlich potenzielle Standorte" zu prüfen. Man bittet um Verständnis, sich "zum Standort in Stade nicht äußern zu möchten".

Planungen sind noch am Anfang

Noch befinden sich die Planungen im Anfangsstadium. Im aktuell gültigen Flächennutzungsplan ist das Areal noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Der Entwurf einer auf den Weg gebrachten F-Plan-Änderung sieht dort ein sogenanntes Mischgebiet vor. Zulässig wären dann neben Wohn-, Geschäfts- und Bürogebäuden u.a. auch Einzelhandelsbetriebe. Allerdings hat auch der Landkreis Stade ein Wörtchen mitzureden. Denn dieses Bauprojekt betrifft auch Fragen der Regionalplanung.

Stade-Riensförde: Futuristische Brückenschläge

Riensförde bisher kein Versorgungskern

Laut dem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Stade sind Einzelhandelsgroßprojekte - in der Regel ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern - in sogenannten Versorgungskernen zu realisieren​. Bei diesen Nahversorgungszentren handelt es sich um Bereiche in zentralen Lagen von Orten oder Stadtteilen, in denen es Geschäfte mit einem Warenangebot zur Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs gibt - insbesondere Lebensmittel, Haushaltswaren und Drogerieartikel. In Stade sind neben dem Innenstadtbereich mitsamt Teilen der Hansestraße bisher nur die Ortskerne von Wiepenkathen und Bützfleth als Versorgungskerne ausgewiesen. Riensförde wurde bisher nicht in diese Kategorie aufgenommen. Der Grund: Es lag bislang außerhalb des zentralen Siedlungsgebiets der Stadt Stade​.

Keine weiteren Neubaugebiete mehr in Stade?

Mehr Einwohner dank Heidesiedlung 2.0 

Das wird sich wohl ändern. Mit dem Bildungscampus Riensförde (BCR) und der geplanten Heidesiedlung 2.0 stellt sich die städtebauliche Lage im Süden der Hansestadt künftig anders dar. Riensförde entwickelt sich zunehmend zu einem verdichteten Wohngebiet. Das neue Quartier soll später auf einer Fläche von 23 Hektar Wohnraum für rund 1.400 Menschen bieten​. Geplant ist eine verdichtete Bauweise: Statt frei stehender Einfamilienhäuser setzt die Stadt in diesem Neubaugebiet auf eine Mischung aus Geschosswohnungsbau, Reihenhäusern und offenen Wohnblöcken mit drei bis vier Geschossen.

Stade will eigene Flächen künftig in Eigenregie vermarkten

Landkreis äußert sich wohlwollend

Mit der Realisierung der Heidesiedlung 2.0 dürfte Riensförde die Voraussetzungen erfüllen, um künftig als Versorgungskern zu gelten. Die geplante Kombination aus Supermarkt (Famila), Discounter (Aldi) und Drogeriemarkt (Rossmann) entspricht den Vorgaben für eine ausgewogene Nahversorgung​. Nach WOCHENBLATT-Informationen soll sich der Landkreis bereits wohlwollend zur Ansiedlung eines Discounters und Drogeriemarktes geäußert haben. Es sollen keine grundsätzlichen Bedenken hinsichtlich der Regionalplanung bestehen.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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