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Stader Gymnasiasten im "Bay Watch"-Einsatz

Nele Bendler (li.) aus Stade steuert das Rettungsboot abends zurück in den Hafen (Foto: Athenaeum/DLRG)

Ferien-Dienst am Nächsten: Athenaeum-Schüler aus Stade als Wasserretter in Travemünde

tp. Stade. Ein bisschen dürfen sie sich fühlen wie die Star-Schauspieler Pamela Anderson und David Hasselhoff in der US-TV-Serie "Bay Watch": Eine Gruppe junger Strandretter vom Stader Gymnasium Athenaum, die jetzt an der Ostsee Feriendienst am Nächsten leisten. Im vierten Jahr läuft das Vorzeige-Projekt am "Athe" mit Unterstützung von Dow Chemical, bei dem im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft (AG) Schüler als ehrenamtliche Wasserretter ausgebildet werden.

Neun Gymnasiasten wurden kurz vor den Sommerferien von der Schulpflicht befreit, damit sie in Travemünde das in der AG Gelernte in die Tat umsetzen können. Seit Februar waren sie von dem Lehrer Markus Scheliga ausgebildet worden. Zweimal pro Woche wurde im Stader Bad "Solemio" trainiert. Einige erhielten noch kurz vor der Abreise eine Fortbildung zum Sanitätshelfer.

Die DLRG Lübeck hatte zur Vorbereitung eigens für die Ausbildung der Stader Schüler Bootsführer und Ärzte bereitgestellt. So erhielten alle eine Einweisung in die Versorgung von Patienten mit Wirbelsäulenverletzungen und durften mit den Lotsenbooten mitfahren, die große Schiffe vom Travemünder Hafen auf die Ostsee begleiten.

In Travemünde gerieten die Schüler gleich am ersten Tag in eine echte Notfallsituation, bei der auch ein Notarzt angefordert werden musste, da die Patientin immer wieder das Bewusstsein zu verlieren drohte. Die Stader Schüler hielten hier die Rettungswege frei und lotsten die Rettungskräfte an den Unfallort, das Handball-Beach-Cup-Areal am Strand.
Die Stader Crew hatte noch viel mehr zu tun: Zweimal wurden ältere Patientinnen mit Kreislaufproblemen notversorgt. Elftklässler Amer Koubsh (18) dazu: „Wir mussten genau das in die Praxis umsetzen, was wir im Kursus gelernt haben: Sauerstoff geben, Blutdruck messen, Körperwärme erhalten und die Patientin beruhigen.“

Die Wachmannschaft hatte insgesamt anstrengende Tage. Morgens ging es um 8 Uhr runter von dem Viermaster "Passat", der Unterkunft der DLRG-Retter, und abends kam sie teils erst gegen 23 Uhr zurück. Entspannung boten in der Freizeit Strandyoga-Übungen.
Da die Travemünder Rettungswache nach der Abreise der Stader unterbesetzt gewesen wäre, baten die Schüler Sebastian Braun, Lennart Kranz und Nele Bendler (alle 16) ihre Eltern, länger bleiben und weiter Küstenwache halten zu dürfen. Und so fuhr Lehrer Scheliga einen nur halbvollen Bus nach Hause.