Antworten rund um die Pflege zu Hause
Gute Resonanz beim Aktionstag der pflegenden Angehörigen

Über die gute Resonanz beim Tag der pflegenden Angehörigen freut sich das Organisationsteam | Foto: Landkreis Harburg
2Bilder
  • Über die gute Resonanz beim Tag der pflegenden Angehörigen freut sich das Organisationsteam
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Tamara Westphal

Ihre Arbeit wird nur selten sichtbar – doch ihr Einsatz ist unverzichtbar: Millionen Menschen pflegen ihre Angehörigen zu Hause. Sie kümmern sich Tag für Tag um Eltern oder Schwiegereltern, Partner, pflegebedürftige Kinder oder andere Familienmitglieder, organisieren Termine, begleiten zu Ärzten, helfen im Haushalt oder übernehmen die Pflege. Welche Unterstützung es dabei gibt und welche Fragen frühzeitig geklärt werden sollten, stand im Mittelpunkt des Aktionstags für pflegende Angehörige des Landkreises Harburg. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich im Winsener Kreishaus zu informieren, beraten zu lassen und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

„Ein ganz wesentlicher Teil der Pflege findet zu Hause in den Familien statt“, betonte Kreisrätin Ana Cristina Bröcking und würdigte den Einsatz der Angehörigen. „Sie haben einen ganz entscheidenden Anteil daran, dass pflegebedürftige Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Zuhause leben können. Das ist eine enorme Leistung, die keineswegs selbstverständlich ist.“

Denn eine Pflegesituation verändert häufig das Leben der gesamten Familie. Beruf, Familie und Freizeit müssen neu organisiert, eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden. Und nicht selten wird aus gelegentlicher Unterstützung nach und nach eine umfassende Verantwortung. „Wer pflegt, braucht deshalb auch selbst Unterstützung“, sagte Kreisrätin Bröcking. Der Landkreis will dabei helfen – mit dem Senioren- und PflegeStützpunkt ebenso wie mit Beratung und Angeboten wie dem Aktionstag.

Dabei wurde deutlich: Pflege umfasst weit mehr als die unmittelbare Versorgung eines Menschen. Welche Leistungen der Pflegeversicherung stehen mir zu? Wie lässt sich die Wohnung an veränderte Bedürfnisse anpassen? Wo finde ich Entlastung? Und was sollte für die letzte Lebensphase geregelt werden? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gaben Vorträge, Informationsstände und persönliche Beratungsgespräche. Besonders gefragt: die für die Veranstaltung erstellten Vorsorgeordner. Dabei kam es immer wieder zu intensiven Beratungen, an denen auch mehrere Familienmitglieder teilnahmen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag diesmal auf dem Thema „End-of-Life-Care“, also der Versorgung und Vorsorge in der letzten Lebensphase. Fachleute informierten unter anderem über die Leistungen der Pflegeversicherung, das Palliativnetzwerk im Palliativzentrum St. Marianus in Bardowick und die Bestattungsvorsorge. Auch Themen, die im Alltag gern verdrängt werden, gehörten damit bewusst zum Programm. „Vorsorge ist kein Thema nur für ältere oder bereits pflegebedürftige Menschen – sie geht uns alle an“, sagte Kreisrätin Bröcking. Wer sich frühzeitig mit Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder den eigenen Wünschen für die letzte Lebensphase beschäftige, schaffe Klarheit für sich selbst und für die Angehörigen.

An den Informationsständen standen unter anderem der Senioren- und PflegeStützpunkt des Landkreises, "wir pflegen!" Niedersachsen, der Kreisseniorenbeirat, die Betreuungsstelle des Landkreises Harburg, die AOK und die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) für Gespräche zur Verfügung. Auch der Ambulante Hospizdienst und die ehrenamtlichen Wohnberater des Senioren- und PflegeStützpunkts berieten die Besucherinnen und Besucher. Zudem konnten bereits erstellte Vorsorgevollmachten beglaubigt werden – ein gern genutzter Service.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt angesichts der demografischen Entwicklung kontinuierlich. Rund 85 Prozent aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden im häuslichen Umfeld versorgt, bundesweit sind das rund 4,9 Millionen Menschen. Für die Zahl der pflegenden Angehörigen gibt es nur Schätzungen, eine davon liegt bei 7,1 Millionen. Im Landkreis Harburg gibt es mehr als 14.173 Pflegebedürftige, knapp 5,5 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte – 7.676 Menschen – werden von pflegenden Angehörigen betreut.

(Landkreis Harburg/tw).

Über die gute Resonanz beim Tag der pflegenden Angehörigen freut sich das Organisationsteam | Foto: Landkreis Harburg
Beim Tag der pflegenden Angehörigen in der Ausstellung der Demenz�-Musterwohnung im Kreishaus im Gespräch: Kreisrätin Ana Cristina Bröcking (v. li.), Sozialamtsleiter Nils Brockmann und Isabella Kruppa | Foto: Landkreis Harburg
Redakteur:

Tamara Westphal aus Buchholz

Webseite von Tamara Westphal
Tamara Westphal auf Facebook
Tamara Westphal auf Instagram
Tamara Westphal auf YouTube

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ