Jugendliche und der Trend zur Partydroge
Lachgas auf dem Schulhof? So reagiert der Landkreis Harburg
- Aufklärung zeigte Wirkung bei den Jugendlichen im Landkreis Harburg
- Foto: Anika Werner
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Einatmen, kichern, wegtreten. Der Konsum von Lachgas sorgt für einen kurzen Rausch. Doch der hat Folgen. Jugendliche inhalieren das farblose Gas aus Luftballons auf Partys, füllen es aus Sahnekapseln oder kaufen fertige Dosen an Tankstellen und Kiosken. Lachgas wirkt schnell und harmlos. Es kann aber Nervenschäden verursachen, Kreislaufprobleme auslösen und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod führen.
In vielen Großstädten ist der Trend längst angekommen. Hamburg hat reagiert und ein Verkaufsverbot für Minderjährige beschlossen. Auch bundesweit läuft das Verfahren. Ab Ende 2025 soll der Verkauf an Jugendliche verboten werden. Der Landkreis Harburg ist wachsam. Aber bislang nicht betroffen.
„Einige Jugendliche haben damals bewusst provoziert. Sie wussten, dass ihnen niemand den Konsum verbieten konnte“, sagt Ralf Macke von der Stadtjugendpflege Winsen. Vor rund einem Jahr lagen vor dem Jugendzentrum leere Sahnekapseln auf dem Boden. Das war der Anlass, das Gespräch zu suchen. „Als wir ihnen erklärt haben, wie gefährlich das ist, war das Thema bei uns schnell durch.“ Für Macke ist das ein Zeichen dafür, wie wirksam frühe Aufklärung sein kann. „Man muss Jugendlichen nichts verbieten. Man muss ihnen erklären, was sie tun. Dann entscheiden viele sich selbst dagegen.“
Auch die Polizei bestätigt: Der Trend ist bekannt, aber bislang nicht eskaliert. „Aus polizeilicher Sicht gibt es kein relevantes Einsatzaufkommen im Zusammenhang mit dem Konsum von Lachgas“, sagt Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg. Hinweise aus Befragungen und die Verfügbarkeit im Handel zeigen aber, dass Lachgas auch im Landkreis angekommen ist. Einzelne Produkte wurden bei Kontrollen gefunden.
An den Schulen sei das Thema bislang kein Schwerpunkt. Auch von anderen Stellen habe man keine Häufung von Vorfällen gemeldet bekommen. Dennoch ist Lachgas in der polizeilichen Prävention Thema. Besonders im Kontext anderer Rauschmittel.
Auch aus der Jugendsozialarbeit im Landkreis gibt es derzeit keine Hinweise auf akuten Konsum. In der täglichen Praxis spielt Lachgas aktuell keine Rolle.
Dass das so bleibt, ist alles andere als selbstverständlich. Lachgas ist günstig, legal, leicht zu beschaffen und wird auf Plattformen wie TikTok als Partygag verharmlost. Wenn überhaupt, dann ist jetzt der Moment, in dem Prävention noch wirken kann. Bevor der kurze Rausch lange Schatten wirft.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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