Winsen
111.000 Euro mehr für das "elbMOBIL"

Das "elbMOBIL" kommt jetzt auch in Winsen auf den Prüfstand | Foto: Landkreis Harburg
  • Das "elbMOBIL" kommt jetzt auch in Winsen auf den Prüfstand
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"Sparhammer trifft den ÖPNV" titelte das WOCHENBLATT bereits im August und berichtete, dass der Landkreis Harburg aufgrund der bestehenden Finanzmisere Einsparmöglichkeiten beim "elbMOBIL" prüft.

Sparhammer trifft den ÖPNV

Jetzt prüft auch die Stadt Winsen, ob ein Fortbestand des On-Demand-System, das sowohl Winsen als auch die Elbmarsch bedient, finanziell machbar ist. Denn auch in der Kommune gibt es ein Minus von mehrere Millionen Euro in der Haushaltskasse. Da kommt jede Einsparungsmöglichkeit gerade recht.

"Seit der Einführung des Elbmobils im Winsener Stadtgebiet und in den Ortsteilen ist die Resonanz durch die Bürger grundsätzlich positiv", heißt es in einer Vorlage für den städtischen Bau- und Verkehrsausschuss, der heute um 18 Uhr im Marstall tagt. Es seien steigende Passagierzahlen und Fahrten zu verzeichnen.

Was zunächst positiv klingt, führt auf der anderen Seite zu einem finanziellen Desaster für die Stadt. Um das "elbMOBIL" fortzuführen, ruft der Landkreis Harburg für das Jahr 2024 eine finanzielle Beteiligung in Höhe von insgesamt 400.000 Euro durch die Stadt Winsen und die Samtgemeinde Elbmarsch auf. Die Kostenverteilung zwischen der Samtgemeinde und der Stadt soll sich dabei zu je 50 Prozent aus der Einwohneranzahl und der Fläche (jeweils Kernstadt und alle Ortsteile) ergeben. Dies würde zu einer finanziellen Belastung von 261.730,67 Euro im Jahr 2024 für die Stadt Winsen führen. Im Vergleich zum Haushaltsansatz 2023 im Bereich Mobile Bedienformen (ALT/"elbMOBIL") wäre dies eine Kostensteigerung um ca. 111.000 Euro. Oder anders ausgedrückt: Die finanzielle Beteiligung der Stadt würde um rund 74 Prozent ansteigen.

"Inhaltlich kritisch dabei ist zu bewerten, dass der Anspruch des 'elbMBOILS', Erreichbarkeiten für die Ortsteile zu verbessern, in der Kostenberechnung auf die Gesamteinwohnerzahl Winsens (also inklusive Stadtbereich, für den ein Stadtbussystem etabliert wurde) bezogen wird, sodass Winsen einen überproportionalen Anteil übernehmen müsste", heißt in der Vorlage weiter. Und weiter: "Es fällt auf, dass der Landkreis sich mit diesem Vorschlag um gut 300.000 Euro jährlich entlasten will. Der Kostenanstieg für die Samtgemeinde Elbmarsch wird abgefedert, indem dort das Regionalbussystem in den Finanzierungsstrukturen verändert wird. Eine solche Möglichkeit besteht für Winsen nicht."

Bleibt also abzuwarten, wie die Politik die Sache sieht. Und ob der "elbMOBIL"-Slogan "Auf dem Land kommt man auch wech" demnächst nicht mehr der Wahrheit entspricht.

Leserreporter:

Thomas Lipinski aus Winsen

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