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"Unsinn sofort beenden"

"Die spinnen doch beim Landkreis", sagt Peter Ziegler und zeigt auf den Schutzstreifen, der nach rund 15 Metern schon wieder endet Fotos: thl

Neue Fahrradschutzstreifen auf der K86 in Stelle sorgen für Unverständnis

thl. Stelle. "Das ist der reinste Schildbürgerstreich, den sich der Landkreis hier geleistet hat", sagt Peter Ziegler, zweiter Vize-Bürgermeister der Gemeinde Stelle. "Ich hoffe, dass der Landrat keine Kondolenzbesuche wegen falschverstandener Rücksichtnahme und lückenhafter Markierung durchführen muss."
Wie das WOCHENBLATT berichtete, zwingt der Landkreis in Stelle die Radfahrer auf die Straße und hat die Benutzung der bisherigen Radwege untersagt.
In der Tat ist die neue Verkehrsführung für Radfahrer entlang der K86 (Ortsdurchfahrt) - vorsichtig ausgedrückt - sehr unübersichtlich. Ziegler: "Schon am Ortseingang von Winsen aus kommend prangt ein Schild auf dem alten, kombinierten Fuß- und Radweg, dass dort jetzt Radfahren verboten ist. Die neue Verschwenkung auf den Schutzstreifen auf der Fahrbahn beginnt aber erst rund 100 Meter später." Hinzu kommt, dass der Schutzstreifen nach etwa 15 Metern urplötzlich wieder endet. "Erst hinter dem Kreisel in der Ortsmitte, in etwa einem Kilometer Entfernung, geht es weiter", so Ziegler weiter. "So lange sind die Radfahrer auf der Straße offenbar Freiwild." Doch auch der zweite Schutzstreifen ist nicht viel besser. Mit Beginn der "Einkaufsmeile" endet dieser abrupt, um dann mehrere hundert Meter weiter wieder neu zu beginnen. Laut Straßenverkehrsordnung müssten die Schutzstreifen aber durchgängig sein, um Radfahrern Sicherheit zu bieten.
Peter Ziegler hält die Schutzstreifen für eine Fehlplanung: "Die K86 ist die am stärksten befahrene Straße in der Gemeinde und gehört zu den verkehrsstärksten im Landkreis, die sogar als Umleitungsstrecke für die Autobahn ausgewiesen ist. Und genau hier will man die Radfahrer Gefahren aussetzen." Kurios: Die Stadt Winsen hat seinerzeit der Anlegung von Fahrradstreifen auf der K86 widersprochen - wegen der hohen Verkehrsdichte. Ziegler kann das absolut verstehen: "Wenn man hier mit dem Fahrrad unterwegs ist und ein Lkw rauscht vorbei, muss man ganz schön aufpassen, nicht zu stürzen."
Noch gefährlicher ist die Situation am Ortseingang von Maschen aus kommend. Weil der dortige Radweg aufgehoben wurde, müssen Radfahrer - dort sind besonders viele Schulkinder unterwegs - in Höhe der Ahornallee die K86 überqueren - ohne Ampel oder Querungshilfe.
"Ich fordere den Landkreis auf, diesen Unsinn sofort zu beenden oder die Markierungen so aufzubringen, dass sie eindeutig, selbsterklärend und sicher sind", sagt Ziegler. "Leider kann sich eine Kommune nicht gegen geltendes Recht stemmen, aber der gesunde Menschenverstand muss deswegen nicht abgeschaltet werden."