Ist Luisa hier?
Diskrete Codes und "stille Notsignale" können Leben schützen

Das stille Notsignal Handzeichen | Foto: jvp
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Zwar sucht kein Mensch explizit seine Ruhe in Bars, auf Konzerten oder in Clubs, aber begrapscht, bedrängt oder unangenehm belästigt zu werden – das möchte niemand.
Diskret um Hilfe bitten – ohne große Worte: Mit simplen Codesignalen wie dem „Stillen Notruf“, einem Handsignal oder der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Menschen in Bars, Clubs oder auf Veranstaltungen unauffällig an das Personal wenden, wenn sie sich belästigt oder bedroht fühlen. Doch damit diese Hilferufe wirken, müssen sie bekannt sein – bei Gästen und Servicekräften gleichermaßen.

Ein einfacher Satz mit großer Wirkung

Die Kampagne „Luisa ist hier“ wurde im Dezember 2016 vom Frauennotruf Münster ins Leben gerufen – angelehnt an das britische Projekt „Ask for Angela“. Wer sich unwohl fühlt, kann mit dem Code „Ist Luisa hier?“ diskret Hilfe suchen. Der Name „Luisa“ wurde bewusst gewählt – als klare, auch in lauter Umgebung verständliche Ansprache und in Anlehnung an die Bedeutung „die Kämpferin“.

Internationale Zeichen: Das stille Notsignal

Neben der verbalen Hilfe gibt es auch ein internationales Handzeichen, das sich über soziale Medien verbreitet hat: Dabei wird die Handfläche nach außen gezeigt, der Daumen auf die Innenfläche gelegt und anschließend von den Fingern umschlossen. Auch dieses Signal steht für: Ich brauche Hilfe.

So reagieren Helfer richtig

Kriminalhauptkommissar Thomas Bünger, Präventionsexperte im Landkreis Harburg, rät zu ruhigem, überlegtem Handeln. Wichtig sei, das Signal zunächst zu erkennen und die Situation richtig einzuschätzen – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Der nächste Schritt: dem Hilfesuchenden per Blickkontakt oder Geste zeigen, dass das Signal wahrgenommen wurde, und dann das Personal oder die Polizei informieren. Auch das Beobachten der Situation und das Anbieten als Zeuge sind wertvolle Hilfen.

Hilfscodes in der Gastronomie

Eine 18-jährige Schülerin aus Hittfeld berichtet aus ihrer Sicht, dass solche Signale in Hamburgs Bars und auf Konzerten bereits präsenter seien, als hier im Landkreis. Bislang hätten sie und ihre Freundinnen weitgehend über Social Media Kanäle davon erfahren. 

Weitere Codes haben sich etabliert: Der „Angel Shot“ etwa steht in einigen Bars für einen Hilferuf – je nach Bestellung wird das Personal aktiv. Im englischsprachigen Raum bleibt „Ask for Angela“ weiterhin verbreitet. Hier sind Mitarbeitende gezielt geschult, um diskret zu reagieren.

Sicherheit auf Festivals: „Wo geht’s nach Panama?“

Auch bei großen Veranstaltungen gibt es etablierte Hilfesignale. So bringt das Codewort „Wo geht’s nach Panama?“ auf vielen Festivals Betroffene direkt zu einem geschützten Bereich. Viele Events kommunizieren vorab eigene Hilfscodes, auf die das Personal geschult wird.

Sensibilisierung als Schlüssel

Ob „Luisa“, „Angela“ oder Handzeichen – all diese Hilfsangebote funktionieren nur, wenn sie bekannt und eingeübt sind. Besonders das Personal in Gastronomie, Veranstaltungs- und Sicherheitsdiensten sollte sensibilisiert sein, um in kritischen Momenten schnell und diskret helfen zu können.

Haben Sie schon Erfahrungen mit solchen Notsignalen gemacht? Schreiben Sie uns Ihre Meinung oder Erlebnisse gern in die Kommentare!

Redakteur:

Julia Paepcke aus Buchholz

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