Dammann beantragt Sanierung in Eigenverwaltung
Buxtehuder Maschinenbauer reagiert auf schwierige Marktlage
- Ein Traditionsunternehmen in Neukloster-Hedendorf: die HERBERT DAMMANN GmbH
- Foto: HERBERT DAMMANN GmbH
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Die HERBERT DAMMANN GmbH, einer der bekanntesten Hersteller von Pflanzenschutz-, Flughafen- und Kommunaltechnik in Deutschland, hat beim Amtsgericht Tostedt ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat die vorläufige Eigenverwaltung bereits angeordnet.
Für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner bedeutet das zunächst: Der Betrieb läuft weiter. Produktion, Ersatzteilversorgung und Kundendienst werden nach Unternehmensangaben ohne Einschränkungen fortgeführt. Auch die rund 140 Beschäftigten wurden informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Ende Juli gesichert.
Das 1979 gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Buxtehude zählt zu den führenden Herstellern von Pflanzenschutztechnik. Bekannt ist Dammann insbesondere für seine selbstfahrenden Feldspritzen der Marke „DAMMANN-trac“ sowie Anhängespritzen für die Landwirtschaft. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 35 Millionen Euro.
Was bedeutet Eigenverwaltung?
Bei einer Eigenverwaltung handelt es sich um eine besondere Form des Insolvenzverfahrens. Anders als bei einer klassischen Insolvenz übernimmt kein Insolvenzverwalter die Unternehmensführung. Stattdessen bleibt die Geschäftsleitung im Amt und steuert die Sanierung selbst. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht dabei den Prozess.
Eine Eigenverwaltung wird nur genehmigt, wenn nach Prüfung durch das Gericht realistische Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung bestehen und die Finanzierung des laufenden Betriebs gesichert ist. Ziel ist es, das Unternehmen zu stabilisieren und dauerhaft fortzuführen.
Schwache Nachfrage belastet die Branche
Als Hauptgrund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt Dammann die anhaltende Schwäche in der Landwirtschaft und der Landmaschinentechnik. Rückläufige Auftragseingänge und eine geringere Auslastung hätten das Unternehmen belastet. Bereits vor dem Antrag seien Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet worden.
Der jetzt gestartete Sanierungsprozess soll diese Maßnahmen beschleunigen. Zusätzlich wird in den kommenden Tagen ein Investorenprozess gestartet. Damit sollen weitere Möglichkeiten für eine langfristige Fortführung des Unternehmens geprüft werden.
Sanierungsexperte Dr. Jörg Grau, der die Geschäftsführung unterstützt, betont die weiterhin gute Marktposition des Unternehmens. Auch der vom Gericht eingesetzte Sachwalter Prof. Dr. Per-Hendrik Heerma sieht nach eigenen Angaben eine hohe fachliche Kompetenz der Beschäftigten sowie eine anerkannte Produktqualität als wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens.
Für den Wirtschaftsstandort Buxtehude ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. Mit rund 140 Beschäftigten zählt Dammann zu den traditionsreichen Industrieunternehmen der Region. Das Ziel des Verfahrens ist ausdrücklich nicht die Abwicklung, sondern die nachhaltige Sanierung und Fortführung des Unternehmens.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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