Bedroht giftiger Bohrschlamm unser Grundwasser?

Eine ausgediente Ölpumpe in der Gemeinde Seevetal Bevor Öl jedoch gefördert werden kann, muss gebohrt werden. Dabei entsteht als Nebenprodukt giftiger Bohrschlamm
  • Eine ausgediente Ölpumpe in der Gemeinde Seevetal Bevor Öl jedoch gefördert werden kann, muss gebohrt werden. Dabei entsteht als Nebenprodukt giftiger Bohrschlamm
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mi. Landkreis. Ist der Landkreis Harburg auch betroffen? Im „Tister Bauernmoor“ (Stemmen/Landkreis Rotenburg), unmittelbar vor den Toren des Landkreises Harburg, wurden bis in die 1980er Jahre Tausende Tonnen giftigen Bohrschlamms in einem ausgedienten Bohrloch versenkt. Jetzt hat eine vom NDR-TV-Magazin „Markt“ in Auftrag gegebene Untersuchung dort eine stark erhöhte Konzentration grundwasserschädigender Mineralölkohlenwasserstoffe festgestellt.

Heute kaum zu glauben: Bis 1981 sind im „Tister Bauernmoor“, in der ehemaligen Bohrstelle „Kallmoor Z1“, ca. 16.123 Kubikmeter Flüssigkeit, darunter ca. 7.000 Kubikmeter Bohrschlamm, verpresst worden. Das bestätigt ein inoffizielles Schreiben aus dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, das dem WOCHENBLATT vorliegt. Bohrschlamm ist ein Nebenprodukt der Öl- und Gasförderung. Er enthält Öl, Schwermetalle, chemische Bestandteile, Bohrschmierstoffe und Gestein. Heute muss Bohrschlamm von Spezialunternehmen entsorgt werden. Früher war es legal, ausgediente Bohrlöcher als Endlager für den Schlamm zu nutzen, sogenannte Versenkbohrungen. Dabei wurde das Bohrloch mit dem Schlamm aufgefüllt und anschließend hermetisch versiegelt.
Die vom NDR-Magazin „Markt“ in Auftrag gegebene Untersuchung hat im Umfeld der Versenkbohrung im „Tister Bauernmoor“ eine um das zehnfach erhöhte Mineralölkohlenwasserstoff-Konzentration festgestellt. Gemessen wurden 53.000 mg/kg. Der sogenannte Maßnahmenschwellwert der Abfallwirtschaft, ab dem Handlungsbedarf besteht, liegt bei maximal 5.000 mg/kg. Ist der Grund dafür die ehemalige Versenkbohrung? Das will Umweltminister Stefan Wenzel nach NDR-Information jetzt untersuchen lassen.
Noch im August sah man zumindest im Wirtschaftsministerium keinen Handlungsbedarf. Eine Prüfung der ehemaligen Versenkbohrung durch das Landesbergbauamt habe „keine Auffälligkeiten“ festgestellt, teilte das Ministerium damals auf Anfrage besorgter Bürger mit.
Der TV-Bericht hat auch die Grünen im Landkreis Harburg auf den Plan gerufen. In einer Anfrage an Landrat Rainer Rempe will die Partei unter anderem wissen, ob es möglich ist, dass Grundwasser und Böden im Landkreis durch die Altlasten aus dem Nachbarlandkreis beeinträchtigt werden.
Auf Nachfrage des WOCHENBLATT wollte sich Kreissprecher Johannes Freudewald nicht konkret zum Sachverhalt äußern. Freudewald teilte lediglich mit, der Landkreis stehe in Kontakt mit dem zuständigen Landesbergbauamt, um die Vorfälle zu prüfen.

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