Es hagelte Kritik auf dem Kreisfeuerwehrtag

Der scheidende Kreisbrandmeister Gerhard Moldenhauer (re.) gratuliert seinem Nachfolger Peter Winter zur Ernennung
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jd. Ahlerstedt. Der Stader Kreis-Feuerwehrverband bezieht im Apenser Gerätehaus-Streit eindeutig Position. Auf dem Verbandstag am vergangenen Samstag setzten die Delegierten ein Zeichen der Solidarität mit dem zurückgetretenen Apenser Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Dammann: Er wurde unter tosendem Applaus zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.
Kreisbrandmeister Gerhard Moldenhauer, der zum 1. Juli sein Amt an den bisherigen Stellvertreter Peter Winter übergibt, haute in seinem letzten Jahresbericht noch einmal richtig drauf: Vor allem die Politiker in Apensen bekamen ihr Fett weg. Namen oder Parteien musste Moldenhauer nicht ausdrücklich nennen: Allen im Saal war klar, dass es um das Verhalten von SPD und Grünen im Dauerstreit um die Planungen für neue Domizile der Apenser Ortswehren ging.
"Was sich in Apensen bezüglich Gerätehausbau und Umgang mit Dammann abgespielt hat, geht weit unter die Gürtellinie", schimpfte Moldenhauer. Parteipolitik werde über das Ehrenamt gestellt. Für Moldenhauer ist es unerträglich, dass eine verdiente Führungskraft von "einigen wenigen Politkern" mit Schimpf und Schande belegt werde. "Es ist höchste Zeit, die Kompetenz solcher Volksvertreter anzuzweifeln."
Welche weite Kreise die Gerätehaus-Posse inzwischen zieht, machte der Vizepräsident des Landes-Feuerwehrverbandes, Uwe Quante, deutlich: "Die beschämenden Zustände in Apensen werden in ganz Niedersachsen mit Entsetzen und Kopfschütteln verfolgt." Ebenfalls kein Blatt vor den Mund nahm Landrat Michael Roesberg. Er kritisierte die öffentlichen Attacken auf verdiente Feuerwehrleute. "Das ist beschämend." Wenn Politiker in Feuerwehrfragen Entscheidungen treffen, ohne die Funktionsträger einzubinden, sei das "der dümmste Fehler, den man machen kann". Der Landrat bot an, im Apenser Konflikt zu moderieren.
Schließlich machte Moldenhauer noch ein "unnahbares und unantastbares Bürokratie-Monster" aus, das zur Gefahr für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr werden kann. In den Gemeinden Oldendorf und Himmelpforten sei der Landesrechnungshof aufgetaucht, um die Kostenberechnung bei Einsätzen unter die Lupe zu nehmen. Unverschämt fand Moldenhauer, wie penetrant die Prüfer aus Hannover die ehrenamtlichen mit kleinlichen Fragen löcherten. "Am Ende kommt dabei heraus, dass die Schützenvereine Rechnungen erhalten, wenn die Feuerwehr den Umzug durch den Ort begleitet."

• Bereits auf dem Verbandstag überreichte Landrat Roesberg dem designierten Kreisbrandmeister Peter Winter und dessen künftigem Südkreis-Stellvertreter Henning Klensang die Ernennungsurkunden. Weiter zum Feuerwehr-Führungstrio gehört Nordkreis-Stellvertreter Frank Knörnschild.

• Der scheidende Vorsitzende Gerhard Moldenhauer wurde auf der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden des Kreis-Feuerwehrverbandes ernannt. Neue Ehrenmitglieder sind neben Hans-Heinrich Dammann Kurt Höft aus Fredenbeck und Dieter Kintopf aus Dollern.

• Außerdem wurden mehrere Feuerwehr-Führungskräfte für ihre Verdienste geehrt:
Klaus Suhr aus Assel erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber und Peter Lühwink aus Drochtersen wurde mit der silbernen Ehrennadel des Landes-Feuerwehrverbandes ausgezeichnet.
Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Stade nahmen folgende Brandmeister entgegen:
Heinz-Michael Dittmer (Hagenah), Gerd Elfers (Balje), Reinhard Gerken (Aspe), Detlef Fick (Breitenwisch), Frank Kröger (Issendorf), Henning von Husen (Jork) und Jan Lindemann (Hove).

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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