Alarmstufe F3Y ausgelöst
Einsatzkräfte proben Ernstfall: Großübung am „Haus am Steinberg“ fordert 130 Retter
- Aufgabe der Alarmübung Hanstedt - Menschenleben retten
- Foto: Pressestelle Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
- hochgeladen von Julia Paepcke
Was zunächst wie ein Routineeinsatz wirkte, entwickelte sich am Samstag zu einer großangelegten Übung mit rund 130 Einsatzkräften: Im DRK-Zentrum „Haus am Steinberg“ in Hanstedt trainierten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei den Ernstfall unter realitätsnahen Bedingungen.
Es fing ganz harmlos an
Gegen 14 Uhr wurden die Feuerwehren Hanstedt, Quarrendorf und Ollsen zunächst mit dem Stichwort „ausgelöste Brandmeldeanlage“ alarmiert. Ein Einsatz, der im Alltag häufig auf einen Fehlalarm hinausläuft. Doch bereits bei der ersten Erkundung vor Ort stellte sich heraus, dass mehr dahintersteckt: Im ersten Obergeschoss des Seniorenzentrums wurde ein Brand mit starker Rauchentwicklung angenommen.
Alarmstufe aus "F3Y" erhöht
Einsatzleiter Oliver Lüttker, stellvertretender Gemeindebrandmeister, reagierte umgehend und erhöhte die Alarmstufe auf „F3 Y“ – Feuer mit Menschenleben in Gefahr. Daraufhin wurden zahlreiche weitere Kräfte aus der Umgebung nachalarmiert, darunter Einheiten aus Brackel, Niendorf, Marxen, Dierkshausen, Asendorf und Jesteburg sowie die Drehleiter aus Buchholz.
Im Inneren des Gebäudes bot sich den Einsatzkräften eine kritische Lage: Insgesamt 16 Personen galten als vermisst. Unter schwerem Atemschutz gingen mehrere Trupps von zwei Seiten zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor. Parallel wurde das Feuer mit zwei C-Rohren im ersten Obergeschoss bekämpft. Die Rettung der Betroffenen erfolgte sowohl über die Treppenräume als auch über die Drehleiter im Außenbereich.
Auch für den Rettungsdienst stellte die Übung eine besondere Herausforderung dar. Nach dem Konzept „MANV 15“ (Massenanfall von Verletzten) mussten die geretteten Personen gesichtet, nach Verletzungsschwere eingestuft und medizinisch Erstversorgt werden.
Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf der Einsatzstellenhygiene: Erstmals wurde die sogenannte Hygiene-Komponente der Stufe 2 aufgebaut. Diese dient dazu, Einsatzkräfte nach dem Einsatz von gesundheitsschädlichen Brandrückständen zu reinigen. Das neue Verfahren konnte erfolgreich erprobt werden.
Die Verantwortlichen zogen ein positives Fazit. Vor allem das reibungslose Zusammenspiel aller beteiligten Organisationen wurde hervorgehoben. Übungen in komplexen Einrichtungen wie dem Seniorenzentrum seien unverzichtbar, betonten die Organisatoren – denn auch reale Einsätze beginnen oft mit einem unscheinbaren Alarm und können sich schnell zu lebensbedrohlichen Lagen entwickeln.
Redakteur:Julia Paepcke aus Buchholz |
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