Haben Sie einen Krippenplatz für ihr Kind?

Offiziell hat jetzt jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf Betreuung. Aber können die Kommunen dieses Versprechen auch halten?
  • Offiziell hat jetzt jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf Betreuung. Aber können die Kommunen dieses Versprechen auch halten?
  • Foto: Helene Souza /pixelio.de
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Ab dem 1. August 2013 haben auch ein- und zweijährige Jungen und Mädchen einen Rechtsanspruch auf Betreuung / So ist die Situation im Landkreis.

(bim/ce/kb/mi/mum). Ab 1. August hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Anspruch auf Betreuung - in einer Krippe, beziehungsweise Tagesstätte oder bei einer Tagesmutter. So wurde es 2008 per Gesetz beschlossen. Aber trotz aller Anstrengungen zeichnet sich ab, dass in vielen Städten nicht ausreichend Plätze zur Verfügung stehen werden.
Dabei ist die Bundesregierung davon ausgegangen, dass 35 Prozent aller Kleinkinder einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen werden. Der Durchschnittswert ist trügerisch, denn mancherorts, vor allem auf dem Land, werden weniger als 35 Prozent der Kinder einen Platz benötigen. In Städten und Ballungsgebieten dagegen, wäre selbst eine Quote von 50 Prozent noch zu wenig.
• So fehlen beispielsweise in Jesteburg vier Krippen-Plätze. „Sofern wir Eltern keinen Platz anbieten können, erhalten sie die Kontaktdaten für eine Tagespflegeperson“, sagt Holger Schölzel, Fachbereichsleiter Familie der Samtgemeinde Jesteburg. Die Tagespflege stelle die zweite Säule zur Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Krippenplatz dar. Gleichzeitig werde der Ausbau der Krippenplätze in der Gemeinde Jesteburg geprüft. „Es sollen weitere 15 Krippenplätze entstehen“, sagt Schölzel.
Im Elementar-Bereich (drei bis sechs Jahre) würden in den Gemeinden Jesteburg, Bendestorf und Harmstorf alle Anmeldungen zum 1. August erfüllt werden. Bis Sommer 2014 legen weitere Anmeldungen vor. „Diese können nicht vollständig abgedeckt werden“, so Schölzel. In diesen Fällen werde von den Gemeinden die Überbelegung der Gruppen geprüft.
• Bestens vorbereitet ist man offensichtlich in der Samtgemeinde Hanstedt. „Wir können allen Eltern zum 1. August einen Betreuungsplatz anbieten“, sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus. Eine Warteliste gebe es nicht. Derzeit entstehen in Brackel und Hanstedt drei weitere Krippengruppen.
• In der Samtgemeinde Tostedt werden voraussichtlich 35 bis 45 Eltern keinen Krippenplatz erhalten. Bei den Kindertagesstätten gibt es derzeit keine konkrete Belegungsstatistik.
• In der Samtgemeinde Hollenstedt gebe es in den Kindertgesstätten derzeit keine Wartelisten. Zur Not würden den Eltern Alternativplätze genannt, so Wolfgang Raabe von der Verwaltung. Bei den derzeit vorhandenen 15 Krippenplätzen fehlen laut Kindergartenbedarfsplan zum 1. August noch sechs Plätze. Wenn im November die Krippe in DRK-Trägerschaft startet, gebe es hingegen nach jetzigem Stand sogar 24 freie Krippenplätze.
• Die Gemeinde Marschacht bietet 15 Krippenplätze an. Derzeit sind alle Plätze belegt, 18 Kinder stehen auf der Warteliste. Die Marschachter CDU hat an den Bürgermeister den Vorschlag zweier Tagesmütter weitergegeben, die in einem Zusammenschluss bis zu vier Kinder unter drei Jahren betreuen wollen.
• In Winsen gibt es auch aufgrund noch fehlender Rückmeldungen von den Trägern keine aktuellen Zahlen über Kiga-Plätze. „Die Träger haben aber signalisiert, dass noch Plätze frei sind. Wir gehen von einer Punktlandung aus“, so Stadtsprecher Theodor Peters.
• Die Samtgemeinde Salzhausen kann allen Kindern einen Krippen-Platz zur Verfügung stellen.
• In der Gemeinde Rosengarten erhalten 17 Kinder zum Stichtag keinen Krippenplatz, die Betroffenen wurde an die Tagespflege verwiesen. Derzeit schafft die Gemeinde in Klecken und Iddensen insgesamt 30 weitere Krippen-Plätze. Außerdem fehlen in Rosengarten 15 Kiga-Plätze zum November will die Gemeinde 25 neue Kiga-Plätze zur Verfügung stellen.
• Die Gemeinde Seevetal konnte urlaubsbedingt keine aktuellen Zahlen mitteilen.
• Das WOCHENBLATT will es wissen! Wenn Sie keinen Krippenplatz bekommen haben, dann mailen Sie uns bitte. Die Adresse lautet: red-buch@kreiszeitung.net.

Eltern können klagen
(mum). Eltern, die im August keinen Krippen-Platz für ihr Kind bekommen, sollten sich zunächst an das zuständige Jugendamt wenden. Kann das Jugendamt innerhalb einer angemessenen Wartezeit - etwa zwei oder drei Monate - keinen Platz zur Verfügung stellen, können Eltern die Stadt oder Gemeinde, vertreten durch das Jugendamt, beim zuständigen Verwaltungsgericht verklagen. Dazu genügt ein formloser Brief, ohne anwaltlichen Beistand.
Die Klagefrist beträgt vier Wochen ab Zustellung des Ablehnungsbescheids. In manchen Bundesländern müssen Eltern vor einer Klage zunächst einen fristgemäßer Widerspruch gegen den Bescheid einlegen.
Für Klagen vor dem Verwaltungsgericht ist kein Rechtsanwalt nötig. Gerichtskosten entstehen den Eltern nicht - aber Anwaltsgebühren, falls sie sich doch von einem Anwalt beraten und vor Gericht vertreten lassen.
Übrigens: Eltern können von der Gemeinde angebotene Betreuungsplätze nur unter bestimmten Umständen ablehnen. Etwa dann, wenn der Weg dorthin zu weit ist. In verschiedenen Gerichtsurteilen wird als „zumutbare Entfernung“ maximal fünf Kilometer oder maximal 30 Minuten Fahrzeit oder Fußweg definiert.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Panorama
Die Ampelanlage an der K13 ist weitgehend fertiggestellt. Es müssen aber noch Restarbeiten ausgeführt werden

Kreisstraße zwischen Dibbersen und Vaensen
Wann wird die Ampel eingeschaltet?

os. Dibbersen. Droht Buchholz eine weitere Ampel-Dauerbaustelle? Diesen Eindruck bekommen derzeit Passanten, die an der Kreisstraße 13 zwischen der Buchholzer Ortschaft Dibbersen und der Kernstadt unterwegs sind. Die Ampelanlage an der Ausfahrt der Brauerstraße ist zwar weitgehend fertiggestellt, in Betrieb ist sie aber noch nicht. Wie berichtet, errichtet die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg (WLH) die neue Anlage. Sie kommt damit laut WLH-Geschäftsführer Jens Wrede dem Wunsch der...

Politik
Nach dem Willen der rot-schwarzen Koalition in Hannover soll bei den Ausschuss-Sitzen künftig ein anderes Zählverfahren gelten

Grüne scheiterten mit Resolution
Neues Berechnungsverfahren: Kleinere Parteien kommen in den Ausschüssen künftig zu kurz

jd. Stade. Der neugewählte Stader Rat konstituiert sich am 8. November. Dann geht es auch um politische Arithmetik: Die Ausschüsse müssen neu besetzt werden. Die Zahl der Sitze im wichtigen Verwaltungsausschuss und in den Fachausschüssen richtet sich nach den Mandaten, die die Parteien im Rat erzielt haben. Das heißt: Von der Größe einer Fraktion ist abhängig, wie viele Mitglieder diese in einen Ausschuss entsenden darf. Nun will die Landesregierung das dafür zugrundeliegende...

Blaulicht
Äußerst realistisches Übungsszenario: Mit einem Knall steht plötzlich das Nachbargebäude in Flammen
18 Bilder

Übung der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Jesteburg
Brandstifter in Jesteburg

as. Jesteburg. Samstagabend, 17.45 Uhr: Polizei und Feuerwehr werden zur ehemaligen Kampfsportsschule Nordheide an der Schützenstraße/Ecke Schierhorner Weg in Jesteburg gerufen. Der Anrufer soll gedroht haben, die Kampfsportschule in Brand zu setzen. Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude. Eine Mülltonne explodiert.  Dieses Szenario ist Teil eines spektakulären Übungseinsatzes, den die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Jesteburg jetzt durchgeführt hat. Mit pyrotechnischen Effekten haben "die...

Panorama
Kommen diese Woche wieder zu Dreharbeiten nach Immenbeck: Die Schauspieler Sven Martinek (li.) und Ingo Naujoks. Auf dem Archivfoto mit ihrer Kollegin Julia Schäfle

Straßensperrung für "Morden im Norden"
In Immenbeck wird wieder gemordet

tk. Buxtehude. Wenn Krimifans von dieser Straßensperrung hören, wird es vermutlich klingeln: Am Donnerstag und Freitag, 21. und 22. Oktober, wird die Immenbecker Straße von 8 bis 19 Uhr, freitags sogar von 11 bis 23 Uhr gesperrt. Der Grund: Dreharbeiten. Vor genau zwei Jahren war Immenbeck ebenfalls für zwei Tage dicht. Für die Krimiserie "Morden im Norden" wurde dort eine Szene mit den beiden TV-Kommissare Finn Kiesewetter (Sven Martinek) und Lars Englen (Ingo Naujoks) gedreht. Dieses Mal sind...

Panorama
An rund 40 Wochenenden, in ca. 7.000 Arbeitsstunden, haben ehrenamtliche Helfer etwa 1.200 Tonnen Material bewegt - die Hälfte davon mit Schaufel und Schubkarre. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Leuchtturmprojekt "JestePark" spricht Besucher aller Altersgruppen an, die sicher nicht nur aus Jesteburg anreisen werden
39 Bilder

Eine Oase, nicht nur für Lütte
Der JestePark ist eröffnet

as. Jesteburg. Nach unzähligen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden, viel Muskelkraft und Schweiß kommt jetzt ein Mammutprojekt zum Abschluss: Am Samstag übergab der Förderverein Jesteburger Spielplätze den "JestePark am Seeveufer" (Seeveufer) in Jesteburg der Öffentlichkeit. Aus einem maroden Spielplatz ist ein Leuchtturmprojekt geworden: Auf 7.500 Quadratmetern erstreckt sich jetzt eine naturnahe Bewegungs-, Spiel- und Erholungslandschaft für Kinder und Jugendliche. Ort der Begegnung...

Service

Wildunfälle, was tun?
Unfallgefahr durch die Zeitumstellung – Wildtiere kennen keine Winterzeit.

Wissenschaftler werten über 30.000 Datensätze des Tierfund-Katasters aus. Besonders risikoreich ist die Zeit von 6 bis 8 Uhr morgens. Ende Oktober wird die Uhr wieder auf Winterzeit umgestellt. Somit erhöht sich die Gefahr für Wildunfälle drastisch!„Die Wildtiere sich an ihren Tagesablauf gewohnt und ziehen zu bestimmten Zeiten in andere Reviere und überqueren hierbei die Straßen.“ So Bernard Wegner von der Jägerschaft LK Harburg. Zudem hat sich die Siedlungs- und Verkehrsflächen in den letzten...

Wirtschaft
Auch am Geldautomaten ist Vorsicht geboten: Niemals zulassen, dass jemand beim Eintippen der PIN zuschaut

Karteninhaber aufpassen: Geheimnummer muss auch geheim bleiben
Wegen Corona: Mehr Fälle von EC-Karten-Missbrauch

(jd). "Bitte möglichst nur Kartenzahlung": Solche Hinweisschilder finden sich seit Ausbruch der Pandemie an vielen Kassen. Das Bezahlen mit "Plastikgeld" in den Geschäften hat nach Auskunft der hiesigen Banken und Sparkassen in Corona-Zeiten deutlich zugenommen. Angestiegen ist aber auch die Zahl der Betrugsfälle, die im Zusammenhang mit der missbräuchlichen Nutzung der Girocard - oftmals als EC-Karte bezeichnet - stehen. Das WOCHENBLATT fragte bei Geldinstituten in der Region nach, wie groß...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen