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Die Angst vor "digitalen Unfällen" nehmen

Einige der "#Webcoaches" mit ihren Dozenten (vorn v. li.): Carsten Bünger (Polizeiinspektion Harburg), Silke Scheiderer (Reso-Fabrik), Roman Rathje (Gymnasium Hittfeld) und Kai Schepers (Kreisjugendpflege Landkreis Harburg) (Foto: Landkreis Harburg)

Landkreis Harburg hat mehr als 100 "#Webcoaches" ausgebildet / Beratung für jüngere Mitschüler auf Augenhöhe.

(mum). Ein Erfolgsmodell feiert Jubiläum: An Schulen im Landkreis Harburg wurden in den vergangenen vier Jahren bereits 100 "#Webcoaches" ausgebildet. Das sind Schüler, die jüngere Mitschülern bei Fragen und Sorgen im Umgang mit digitalen Medien beraten.
Im Landkreis Harburg haben Jungen und Mädchen der achten und neunten Klassen die Möglichkeit, sich zum "#Webcoach" ausbilden zu lassen. Die mehrtägige Ausbildung findet in Zusammenarbeit mit der Reso-Fabrik und der Polizeiinspektion Harburg statt. Sie beginnt damit, dass diese das eigene Nutzungsverhalten digitaler Medien reflektieren und sich der Faszination und Gefahren von Onlinespielen und sozialen Netzwerken bewusst werden. Häufige Beratungsinhalte werden vor dem Hintergrund der Regelungen zu Datenschutz, Urheberrecht und dem Recht am eigenen Bild betrachtet. In einem Kommunikationstraining wird geprobt, in welcher Weise diese Erkenntnisse gut in die vertrauliche Beratung von Mitschülern eingebracht werden können.
Im Anschluss beraten die "#Webcoaches" ihre Mitschüler auf Augenhöhe und vertraulich zu Themen wie Cybermobbing, Privatsphäre im Netz, soziale Netzwerke und Kriminalität im Netz. Dabei orientieren sie sich auch an den Anliegen der Klassenlehrern. Im Vordergrund stehen besonders die Interessen und Fragen der Schüler. Die "#Webcoaches" sind fest in der Schulkultur verankert. Sie gehen regelmäßig in die Klassen und erörtern mit den jüngeren Mitschülern, wie man beispielsweise gute Regeln für den Klassen-Chat aufstellt. Sie bieten in Sprechstunden in den Pausen auch vertrauliche Beratungen für Einzelne an. Die "#Webcoaches" werden auch in Elternabende eingebunden.
"Die Erfahrung zeigt, dass die Hemmschwelle niedrig ist, sich bei kompetenten Mitschülern Hilfe zu suchen, ähnlich wie bei Streitschlichtern", so Carsten Bünger, der als Beauftragter für Jugendsachen der Polizei im Landkreis Harburg Teile der Ausbildung übernommen hat. Silke Scheiderer trägt als Sozialpädagogin des Jugendhilfeträgers Reso-Fabrik den Hauptteil der Ausbildung und ergänzt: "Die Beratung von Jugendlichen durch Jugendliche auf Augenhöhe hat den Vorteil, dass diese nicht den moralischen Zeigefinger heben." "Digitale Unfälle" würden in der Altersgruppe zum Alltag gehören, entsprechend alltagsnah werden auch die Lösungen gesucht". Wichtig bei dem Projekt sei, dass eine schulische Fachkraft die Verantwortung übernimmt und die Begleitung der Webcoaches übernimmt. Am Gymnasium Hittfeld steht etwa Oberstudienrat Roman Rathje den aktuell knapp 60 "#Webcoaches" zur Seite. An der Oberschule Rosengarten sowie am Gymnasium am Kattenberge sind weitere 32 "#Webcoaches" aktiv. In der Estetalschule Hollenstedt und in der Waldschule Buchholz befinden sich aktuell rund 30 Schüler in der Ausbildung zum "#Webcoach".