Delegiertenversammlung in Hittfeld
Feuerwehren im Landkreis Harburg vor großen Herausforderungen
- Beim Nachsprechen der Verpflichtungsformel an der Kreisfahne
- Foto: Mathias Wille
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Die Feuerwehren im Landkreis Harburg stehen vor großen Veränderungen und zugleich vor wachsenden Herausforderungen. Das wurde beim Kreisfeuerwehrtag in Hittfeld deutlich. In der Burg Seevetal fand am Samstag die traditionelle Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes statt. Am Sonntag folgte der Kreisentscheid der Leistungsvergleichsgruppen. Ausrichter des Feuerwehrtages war die Freiwillige Feuerwehr Lindhorst.
In seinem Bericht stellte Kreisbrandmeister und Verbandsvorsitzender Jörn Petersen das Jahresmotto des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen „Feuerwehr – stark durch Zusammenhalt“ in den Mittelpunkt. "Ihr als die Führungskräfte unserer Freiwilligen Feuerwehren sorgt für den Zusammenhalt in den Wehren“, unterstrich Petersen die von den Leitungen übernommene Verantwortung.
Petersen gab einen Überblick über zahlreiche aktuelle Themen. Dazu gehören die Umsetzung der neuen Feuerwehrverordnung, die Neuaufstellung der Feuerwehrbereitschaften sowie die geplante neue Integrierte Regionalleitstelle Lüneburger Heide. Die Neuordnung der Feuerwehrbereitschaften zum 1. Januar 2027 bezeichnete er als die größte Umstellung seit der Gründung der Kreisfeuerwehrbereitschaften. Die Fahrzeugzuordnung sei bereits abgeschlossen, auch das Führungspersonal für die zukünftigen Einheiten stehe fest.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Hittfeld. Der Kreistag hatte im Dezember 2025 einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung einen Neubau verfolgen und eine Grundstücksakquise einleiten soll. Derzeit läuft die Planungsphase. Petersen zeigte sich zuversichtlich, dass am Ende die von der Feuerwehr favorisierte Neubauvariante umgesetzt werden könne.
Auch der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz gewinnt angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und weiterer Gefahrenlagen an Bedeutung. Der Landkreis verfügt inzwischen unter anderem über ein mobiles Hochwasserschutzsystem und zwei Sandsackfüllmaschinen aus dem Katastrophenschutz des Landes. Außerdem wurde ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz bei der Feuerwehr Marxen stationiert. Weitere Beschaffungen und Planungen laufen. Mit Blick auf die zunehmenden Wald- und Vegetationsbrände soll zudem die Vorbereitung auf solche Einsatzlagen verbessert werden. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung und der Kreiswaldbrandbeauftragten Franziska Schneider ist eine Erhebung zum Zustand und zur Erreichbarkeit der Waldgebiete vorgesehen.
Der Kreisfeuerwehrverband zählt aktuell 9.098 Mitglieder. Davon gehören 5.037 den Einsatzabteilungen an, 1.594 der Alters- und Ehrenabteilung, 1.564 der Jugendfeuerwehr und 1.014 den Kinderfeuerwehren. Besonders erfreulich: 271 Feuerwehrleute hatten ihre Grundlagenausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden im Rahmen des Kreisfeuerwehrtages neu verpflichtet.
Sorgen bereitet Jörn Petersen die zunehmende Belastung der Kreisausbildung. 2026 wurden an der FTZ 993 Lehrgangsplätze angeboten, hinzu kommen die auf kommunaler Ebene durchgeführten Ausbildungsabschnitte. Insgesamt 79 Ausbilder engagieren sich derzeit auf Kreisebene. Gleichzeitig - so Petersen - würden immer mehr Ausbildungsaufgaben vom Land auf die Kreise und Kommunen und damit letztlich ins Ehrenamt verlagert. „Wir haben die Grenze in diesem Bereich deutlich überschritten“, warnte er.
Ein großes Anliegen des Kreisfeuerwehrverbandes ist die stärkere Gewinnung von Unterstützern aus der Wirtschaft. Der Verband möchte künftig Unternehmen und weitere Förderer gezielter ansprechen, um zusätzliche Möglichkeiten zur Unterstützung der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit auf Kreisebene zu schaffen.
Kreisrätin Annerose Tiedt unterstrich die Bedeutung einer zukunftsfähigen Feuerwehrinfrastruktur. Die neue FTZ habe für den Landkreis Priorität, die bestehende Einrichtung werde den Anforderungen künftig nicht mehr gerecht. Zugleich dankte sie den Feuerwehren für ihr ehrenamtliches Engagement und ihren Einsatz für den Schutz der Bevölkerung. „Unsere Wehren müssen so gut wie möglich ausgestattet sein“, betonte Tiedt.
Auch CDU-Landtagsabgeordneter Jan Bauer dankte im Namen der anwesenden politischen Vertreter für den Einsatz der Feuerwehrangehörigen und hob insbesondere die hervorragende Jugendarbeit der Feuerwehren hervor.
Neu in den Verbandsvorstand gewählt wurden einstimmig Jens-Peter Wreide als Sportreferent, Ulf Winterfeld als Stellvertreter sowie Sebastian Seier als Beisitzer für die Samtgemeinde Hanstedt. Die Feuerwehrmusik wird künftig von Kreisstabführer Ben Rautenberg und Stellvertreter Nico Homann vertreten. Verabschiedet wurden die bisherige Kreisstabführerin Andrea Meyn und Stellvertreterin Nadja Soetbeer.
Der ehemalige Kreisbrandmeister Volker Bellmann wurde zum Ehrenvorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes ernannt. Zu Ehrenmitgliedern wurden Jonny Anders und Arne Behrens ernannt.
Arne Behrens, ehemaliger Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Hanstedt, erhielt als Auszeichnung für seine Verdienste das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielt Tostedts Gemeindebrandmeister Sven Bauer. Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze wurden die Gemeindebrandmeister Martin Ohl (Jesteburg), Bernd Block (Elbmarsch) und Dirk Behmer (Rosengarten) ausgezeichnet. Die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Silber erhielten der stellvertretende Gemeindebrandmeister der Gemeinde Rosengarten, Lars Otten, sowie Kreisbereitschaftsführer Stephan Schick. Die Ehrennadel in Bronze wurde an den Kreissicherheitsbeauftragten Dirk Breitenhagen verliehen.
Eine besondere Auszeichnung im Bereich der Feuerwehrmusik erhielt Hartmut Zerwer, Leiter der Musikabteilung der Feuerwehr Nenndorf: Für 30 Jahre Engagement wurde ihm die Verdienstmedaille in Gold mit Diamanten der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände verliehen. Die Niedersächsische Feuerwehr-Ehrenmedaille ging an Wolfgang Krause, ehemaliger Salzhäuser Samtgemeinde-Bürgermeister und langjähriger Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten.
Als besonderer Höhepunkt des Kreisfeuerwehrtages wurde insgesamt 271 Frauen und Männer, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hatten, feierlich für den Dienst in den Feuerwehren verpflichtet. Dabei traten stellvertretend vier Anwärter vor die Kreisfeuerwehrfahne und sprachen gemeinsam mit den übrigen Anwärtern die Verpflichtungsformel nach. Das Blasorchester der Feuerwehr Roydorf umrahmte die feierliche Zeremonie musikalisch mit dem Niedersachsenlied und der Nationalhymne.
Mit der Verpflichtung der neuen Feuerwehrkräfte endete der offizielle Teil des Kreisfeuerwehrtages am Samstag. Am Sonntag wurde die Veranstaltung mit dem Leistungsvergleich auf dem Parkplatz der Burg Seevetal fortgesetzt. Ein gesonderter Bericht hierzu folgt.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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