Null Toleranz bei Übergriffen auf Helfer

"Stopp" sagen die Vertreter der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen im Landkreis. Sie sind sich einig, dass Tätern, die Einsatzkäfte attackieren oder anpöbeln, Einhalt geboten werden muss. Verbale und körperliche Übergriffe auf ehrenamtliche Helfer werden von ihnen künftig konsequent zur Anzeige gebracht
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht
Die Feuerwehr löscht die auf dem Trecker-Anhänger aus bislang ungeklärter Ursache brennenden Stroh-Rundballen | Foto: Mathias Wille
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Feuerwehr verhinderte Waldbrand
Stroh-Rundballen gerieten in Kiefernwald bei Garstedt in Brand

Ein Brand bei einem Transport von Stroh-Rundballen löste am Samstagnachmittag einen größeren Feuerwehreinsatz in einem Kiefernwald bei Garstedt aus. Rund 60 Aktive mehrerer Feuerwehren verhinderten, dass sich das Feuer zu einem Waldbrand ausbreitete. Ein Landwirt erlitt dabei Brandverletzungen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Kurz nach 16 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Garstedt, Wulfsen, Salzhausen und Vierhöfen in die Verlängerung des Bornbachwegs in Garstedt alarmiert....

Blaulicht

Die Polizei fragt
Wem gehören Geldkassette und Kellner-Portemonnaie?

Wem gehören eine offensichtlich aufgebrochene, grüne Geldkassette und ein schwarzes, stark abgenutztes Kellner-Portemonnaie?, fragt die Polizeiinspektion Harburg. Beides wurde am 24. Juli 2026 im Buchholzer Stadtgebiet an der Bahntrasse im Bereich Holzweg gefunden. Die Polizei vermutet, dass diese Gegenstände aus einer Straftat stammen. Personen, die Hinweise auf die Herkunft dieser Gegenstände geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter der 04181-2850 zu melden.

Blaulicht
Der verunglückte Wagen ist vollständig | Foto: Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
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Autobahn A7 / Egestorf
Nach Unfall im Auto eingeklemmt / Mit Hubschrauber ins Krankenhaus

Am Sonntagnachmittag gegen 15.40 Uhr ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn A7 zwischen den Anschlussstellen Egestorf und Garlstorf. Ein aus Italien stammendes Ehepaar war mit ihrem Toyota aus bisher unklarer Ursache von der Fahrbahn abgekommen. Im Seitenbereich der Autobahn prallte das Fahrzeug gegen einen Baum und blieb anschließend stark deformiert im Grünbereich der Autobahn liegen. Der Fahrer konnte sich aus dem Fahrzeug befreien, seine Beifahrerin wurde im Fahrzeug...

Blaulicht
Der Brandbereich in der Halle – an dieser Stelle wurde auch die PV-Anlage zerstört | Foto: Feuerwehr Stade
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100 Einsatzkräfte löschen Brand
Flammen in Gerätehalle in Stadermoor

Schon von Weitem war am vergangenen Dienstagabend die dichte Rauchwolke über Stadermoor zu sehen. Eine Gerätehalle stand in Flammen. Gegen 20.50 Uhr gingen mehrere Notrufe gleichzeitig ein und die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle löste Alarm aus. Rund 100 Einsatzkräfte aus Bützfleth, Stade, Groß Sterneberg und Hammah rückten zum Brandort aus. Landmaschinen gerettet Die ersten Feuerwehrleute von der Löschgruppe Bützflethermoor begannen umgehend mit den Löscharbeiten. Auch die beiden Züge der...

Blaulicht
Sechs Menschen wurden am 29. Juni in Stade erschossen. Tatmotiv war offenbar ein Sorgerechtsstreit um ein Baby. Die Mutter des Kindes erhält das Sorgerecht vorerst nicht zurück | Foto: jd
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Eilentscheidung des Oberlandesgerichts
Tochter des mutmaßlichen Stader Todesschützen: Mutter bekommt Sorgerecht nicht zurück

Einen Monat nach der tödlichen Gewalttat in einer Stader Mutter-Kind-Einrichtung hat das Oberlandesgericht (OLG) Celle eine erste Entscheidung im Streit um das Sorgerecht für die kleine Tochter des mutmaßlichen Täters getroffen. Die Richter wiesen eine Beschwerde der Mutter des wenige Monate alten Babys gegen einen vorherigen Beschluss des Amtsgerichts ab. Die Beschwerde war noch vor der Bluttat von beiden Elternteilen eingelegt worden. Der Vater des Kindes, der 45-jährige Fatih G., beging vor...

Blaulicht

Zeugen werden gesucht
Diebe plünderten Baustelle in Marschacht

Eine Baustelle an der Elbuferstraße in Marschacht haben Unbekannte zwischen Samstag, 25. Juli, um 14.30 Uhr und Montag, 27. Juli, um 5.30 Uhr geplündert.  Die Täter drangen in den Rohbau eines Einfamilienhauses ein, das derzeit mit einem Baugerüst eingerüstet ist. Nach Angaben der dortigen Bauarbeiter wurden ein Betonmischer der Firma Atica, eine 50-Meter-Kabeltrommel und zwei weitere Baustellenkabel gestohlen. Die Täter müssen zum Abtransport der Gegenstände ein Kraftfahrzeug, eventuell mit...

Blaulicht

Seevetal
Versuchter Diebstahl eines Fahrrades scheiterte

Am Sonntag, 26. Juli, stellte gegen 12.30 Uhr ein 39-jähriger Mann sein E-Bike vor dem Schuppen auf seinem Grundstück im Alten Damm in Seevetal kurzfristig ab, um ein weiteres Fahrrad aus dem Schuppen zu holen. Während sich der junge Mann in dem Schuppen befand bemerkte er, wie ein 57-Jähriger sich an dem vor dem Schuppen abgestellten E-Bike zu schaffen machte um es zu stehlen. Dem 39-jährigen Eigentümer des E-Bikes gelang es, die Person so lange festzuhalten, bis die alarmierte Polizei...

Blaulicht
Ersthelfer befreiten den 30-jährigen Fahrer aus dem zerstörten Auto, doch er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen | Foto: Polizeiinspektion Stade
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Tödlicher Verkehrsunfall
30-Jähriger stirbt nach Zusammenstoß mit Baum im Alten Land

Ein 30-jähriger Autofahrer aus Buxtehude ist am vergangenen Donnerstagabend bei einem Verkehrsunfall auf der Landesstraße 140 zwischen Jork-Hove und Hamburg-Neuenfelde ums Leben gekommen. Der Mann kam gegen 20.40 Uhr auf der Landesstraße 140 zwischen Jork-Hove und Hamburg-Neuenfelde mit seinem VW Up aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Baum. Wagen prallt gegen Baum Der 30-Jährige war nach Angaben der Polizei in Richtung Hamburg unterwegs, als sein Auto...

Blaulicht

Großer Flächenbrand in Beckdorf
Feuerwehren verhindern Ausbreitung auf Waldstück

Bei der Getreideernte ist gestern Abend in Beckdorf eine rund 1,5 bis zwei Hektar große Fläche in Brand geraten. Mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis Stade waren im Einsatz. Gemeinsam mit ortsansässigen Landwirten verhinderten sie, dass die Flammen auf weitere Felder und ein angrenzendes Waldstück übergriffen. Mehrere Feuerwehren nach Beckdorf alarmiert Am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr wurden die Feuerwehren aus Apensen, Beckdorf, Goldbeck, Sauensiek, Harsefeld sowie der Zug 2 der Feuerwehr...

Blaulicht

Buchholz
Zeugen gesucht: Einbruch in ein Restaurant

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 25./25. Juli, gelangten unbekannte Täter durch ein Fenster ins Restaurant in der Hamburger Straße und entwendeten dort aus der Kasse zirka 400 Euro Bargeld. Wie die Täter es geschafft haben, das Fenster zu öffnen ist derzeit unklar. Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich bei der Polizeiinspektion Harburg unter der Telefonnummer 04181-2850 zu melden.

Zahl der Attacken im Landkreis Stade nimmt zu: Kommunen wollen Hilfsorganisationen den Rücken stärken

jd. Stade. Es vergeht in Deutschland kaum noch ein Tag, an dem nicht über Attacken auf Einsatzkräfte berichtet wird. Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter werden angepöbelt, bedrängt oder bedroht, manchmal werden die aggressiven Täter sogar gewalttätig. Auch im Landkreis Stade nehmen die (verbalen) Übergriffe gegen Beamte und Retter zu. Angesichts der Vorfälle der vergangenen Wochen bei Feuerwehreinsätzen in Stade und Buxtehude sowie bei einem Unfall in Assel (siehe Kasten) hat Landrat Michael Roesberg jetzt Alarm geschlagen und Vertreter von Strafverfolgungsbehörden, Kommunen und Hilfsorganisationen an den Tisch geholt, um sich mit ihnen über das Problem auszutauschen. Das Fazit: Keinerlei Toleranz gegenüber den Tätern und mehr Hilfe für die Helfer, wenn sie in Bedrängnis geraten.

"Unerträglich" - immer wieder verwendet Roesberg diese Vokabel, um deutlich zu machen, dass Bedrohungen und Handgreiflichkeiten gegenüber Rettungskräften und Polizeibeamten nicht länger hinnehmbar sind. "So darf das nicht weitergehen. Wir treten dem entgegen und stellen uns schützend vor unsere Leute", erklärt Roesberg nach der Gesprächsrunde mit den Führungskräften. Viele Menschen würden immer weniger Respekt vor Behördenvertretern und speziell Uniformträgern zeigen. Gaffer, Besserwisser und hochgradig aggressive Personen sollen für ihr Verhalten künftig konsequenter zur Rechenschaft gezogen werden, so Roesberg: "Wir werden jetzt bei jedem Vorfall Anzeige erstatten."

Auf eine konsequente Strafverfolgung setzt auch die Polizei. "Beleidigungen wurden von den Beamten bisher oft geduldet. Künftig werden auch diese Fälle angezeigt", sagt der Leiter der Polizeiinspektion Stade, Polizeidirektor Torsten Oestmann. Er verweist auf eine deutliche Zunahme der Übergriffe auf Polizisten. 2015 ereigneten sich 111 Vorfälle im Kreisgebiet, 2018 waren es bereits 147 Taten - ein Anstieg von immerhin 32 Prozent. Täter müssen mit harten Strafen rechnen: Er habe für sein Haus die Parole "null Toleranz" ausgegeben, so der leitende Oberstaatsanwalt Hartmut Nitz. "Es landen reihenweise Fälle vor Gericht, bei denen Polizisten bepöbelt werden", erklärt der Chef der Staatsanwaltschaft Stade.

Dass Polizisten und sogar zunehmend Retter bei der Ausübung ihres Dienstes behindert werden, ist für Nitz ein "neues Phänomen in unserer Gesellschaft". Es sei "schick" geworden, sich gegenüber den Repräsentanten des Staates und Uniformierten allgemein aggressiv zu verhalten und diese Übergriffe sogar zu filmen, um sie im Internet zu verbreiten. "Solche Menschen werden in den sozialen Netzwerken dann auch noch als Helden gefeiert", ärgert sich Nitz.

Die Runde bestätigt Nitz' Einschätzung, dass die verbalen und zunehmend auch körperlichen Attacken nicht nur von Personen aus einem einschlägigen Milieu ausgehen. Die Täter würden aus allen sozialen Schichten stammen. So hat es die Feuerwehr laut Kreisbrandmeister Peter Winter nicht selten mit Fahrern von Nobelkarossen zu tun, die bei Unfällen einfach die Absperrung umfahren und die dort eingesetzten Kameraden zudem noch beschimpfen, weil es nicht weitergeht.

Winter zeigt sich schockiert, dass jetzt auch Feuerwehrleute tätlich angegriffen werden: "Früher blieb es bei Pöbeleien. Dass nun auch Gewalt im Spiel ist, trifft mich stark." Mittlerweile richten die Hilfsorganisationen Schulungen aus, damit sich die Retter auf solche Situationen besser einstellen können. "Wir bieten ein Deeskalationstraining, aber auch Kurse in Selbstverteidigung an", berichtet Martin Lobin vom DRK-Rettungsdienst.

Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber und Himmelpfortens Rathauschef Holger Falcke betonen als Vertreter der Kommunen, dass die Städte und Gemeinden im Landkreis Betroffenen zur Seite stehen, wenn diese bei Einsätzen Übergriffen ausgesetzt sind. Den Hilfsorganisationen müsse der Rücken gestärkt werden, so Nieber. Und Falcke ergänzt: "Es ist ein Trauerspiel, dass wir überhaupt an diesem Punkt angekommen sind." Daher begrüße er diesen Schulterschluss aller Beteiligten. An die Täter müsse eine unmissverständliche Botschaft gerichtet werden, fordert Nieber: "Stopp und kein Stück weiter."

Attacken auf die Retter

Seit dem Jahreswechsel hat es im Landkreis Stade bereits drei massive Übergriffe gegeben: In der Silvesternacht sahen sich Feuerwehr und Polizei im Altländer Viertel in Stade Angriffen ausgesetzt. Am 22. Januar wurde ein Feuerwehrmann in Buxtehude angegriffen und beleidigt, als er brennende Spraydosen zwischen den Bahngleisen löschte, und am 27. Januar attackierte das schwerverletzte, unter Alkoholeinfluss stehende Opfer eines Verkehrsunfalls in Asselermoor Polizeibeamte und Retter.

Bürger sollen Zivilcourage zeigen

Es passiere ja ohnehin nichts, wenn man wegen Beleidigung oder Nötigung Anzeige erstatte: Dieser Einschätzung mancher Rettungskräfte möchte Oberstaatsanwalt Hartmut Nitz entgegenwirken. Jeder Übergriff werde strafrechtlich verfolgt. In diesem Zusammenhang fordert Nitz die Bürger auf, Zivilcourage zu zeigen und Helfern zur Seite zustehen, wenn diese bedrängt werden.
Nitz richtet die Bitte an alle, die entsprechende Vorfälle beobachten, sich in Strafverfahren als Zeugen zur Verfügung zu stellen. "Menschen, die Mut haben, mit ihrer Aussage zur Verurteilung eines Täters beizutragen, sind für die Anklage Gold wert." 

"Stopp" sagen die Vertreter der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen im Landkreis. Sie sind sich einig, dass Tätern, die Einsatzkäfte attackieren oder anpöbeln, Einhalt geboten werden muss. Verbale und körperliche Übergriffe auf ehrenamtliche Helfer werden von ihnen künftig konsequent zur Anzeige gebracht
Polizei, Behörden und Hilfsorganisationen üben den Schulterschluss. Übergriffe gegen Einsatzkräfte wollen sie nicht mehr tolerieren  Foto: jd
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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