Schleichendes Gefahrenpotenzial
Sicherheitstipps von Profis zum "Tag der Verkehrssicherheit"

Wer kennt schon noch alle Verkehrsregeln, die einst im Fahrunterricht vermittelt wurden? | Foto: AdobeStock / vegefox.com
7Bilder
  • Wer kennt schon noch alle Verkehrsregeln, die einst im Fahrunterricht vermittelt wurden?
  • Foto: AdobeStock / vegefox.com
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht
Die Unglücksstelle | Foto: Egon Viehmann /Feuerwehr Nordkehdingen
2 Bilder

Landkreis Stade
Tragisches Unglück auf der Elbe

Ein Notfall am vergangenen Sonntagabend gegen 19.30 Uhr auf der Elbe: Ein mit zwei Personen besetztes Sportboot lief vor Freiburg auf Grund. Der Bootsführer erlitt hierbei einen medizinischen Notfall. Der Mitfahrer versuchte noch das Boot an Land zu dirigieren, was aber nicht gelang. Er setzte einen Notruf ab und die Rettungsleitstelle Stade alarmierte die Wehren Freiburg, Krummendeich und Wischhafen sowie den Rettungshubschrauber und einen zufällig sich in Nordkehdingen aufhaltenden Notarzt...

Blaulicht

Illegale Böller in Winsen
Verstöße gegen Sprengstoffgesetz: Polizei stellt Jugendliche nach Explosion

Nach mehreren Vorfällen mit illegalen Feuerwerkskörpern in den vergangenen Monaten hat die Polizei in Winsen zwei Jugendliche auf frischer Tat ertappt. Die beiden 17-Jährigen stehen im Verdacht, für eine Explosion am Luhespielplatz verantwortlich zu sein. Wie die Polizei mitteilt, war es in der Nacht zum 1. Mai gegen Mitternacht im Bereich des Luhespielplatzes zu einer lauten Detonation gekommen. Zivilkräfte der Polizei, die aufgrund zurückliegender Vorfälle verstärkt in der Innenstadt...

Blaulicht

Zwei Tote, zwei Schwerverletzte
Tödlicher Unfall bei Scheeßel

Zwei Menschen sind am gestrigen Mittwochmorgen bei einem schweren Verkehrsunfall auf der L 131 zwischen Westeresch und Jeersdorf im Landkreis Rotenburg (Wümme) ums Leben gekommen. Gegen 6.35 Uhr kam ein Renault-Transporter mit vier Insassen aus bislang ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab, prallte gegen mehrere Bäume und überschlug sich. Transporter kommt von Straße ab Nach bisherigen Erkenntnissen war ein 54-jähriger Fahrer mit drei Mitfahrern in Richtung Scheeßel unterwegs. Der Wagen...

Blaulicht

Kollision in Asendorf
16-Jähriger ohne Führerschein nach Motorradunfall schwer verletzt

Bei einem Verkehrsunfall auf der Asendorfer Schulstraße ist am Montag, 4. Mai, ein 16-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen war eine 21-jährige Frau gegen 18.25 Uhr mit ihrem Opel in Richtung Dierkshausen unterwegs. Als sie nach links in die Straße „Zum Suhrfeld“ abbiegen wollte, setzte der 16-Jährige auf einem Motorrad zum Überholen an und kollidierte mit der linken Fahrzeugseite. Der Jugendliche stürzte und kam neben der Fahrbahn zum Liegen. Er erlitt...

Blaulicht
Einsatzkräften bei der gemeinsamen Lagebesprechung vor Ort | Foto: Pressestelle Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
2 Bilder

Großeinsatz bei Evendorf
Verdacht auf explosionsgefährliche Chemikalien bestätigt sich nicht

Egestorf/Evendorf. Ein Einsatz von Polizei und Feuerwehr hat am Dienstagnachmittag, 5. Mai, für umfangreiche Sperrungen rund um die Anschlussstelle Evendorf an der A7 gesorgt. Grund waren drei verdächtige Kunststofffässer, die auf einem Pendlerparkplatz entdeckt wurden. Nach Angaben der Polizei war gegen 14 Uhr ein Hinweis auf die dort abgestellten Fässer eingegangen. Einsatzkräfte fanden vor Ort drei kniehohe Behälter, deren Beschriftung auf einen potenziell explosionsgefährlichen Gefahrstoff...

Blaulicht

Busfahrerin in Stade angegriffen
Streit um Fahrkarte eskaliert

Ein Streit um eine Fahrkarte ist in Stade in der vergangenen Woche eskaliert: An der Bushaltestelle Schiffertorstraße wurde eine 31-jährige Busfahrerin von einem Fahrgast angegriffen und verletzt. Das bestätigte Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Nach Angaben der Polizei hatte sich die Busfahrerin geweigert, einen 34-jährigen Mann mitzunehmen. Hintergrund sei eine Auseinandersetzung um dessen Fahrkarte gewesen. Daraufhin sei der Fahrgast aggressiv geworden und habe die Frau geschlagen und...

Blaulicht

Tragischer Unfall in Marxen
14-Jähriger schwebt nach Stromschlag an Bahnstrecke in Lebensgefahr

Ein 14 Jahre alter Jugendlicher ist am Mittwochabend, 6. Mai, bei einem Stromunfall an einer Bahnstrecke im Landkreis Harburg bei Marxen lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben der Bundespolizei hielt sich der Junge gemeinsam mit einem 15-Jährigen an der Güterzugstrecke zwischen Buchholz und dem Rangierbahnhof Maschen auf. Nach ersten Erkenntnissen kletterte der 14-Jährige auf einen Oberleitungsmast. Dabei kam es zu einem Lichtbogen der 15.000 Volt führenden Oberleitung. Der Jugendliche...

Blaulicht

Pitbull greift Polizist an
Polizeieinsatz in Neu Wulmstorf endet mit Schusswaffengebrauch gegen Hund

Bei einem Polizeieinsatz in Neu Wulmstorf ist am Dienstagvormittag ein Polizeibeamter durch einen Hundebiss verletzt worden. Die Polizei setzte daraufhin die Schusswaffe gegen das Tier ein. Der Hund verstarb noch am Einsatzort. Nach Angaben der Polizei waren Beamte gegen 11.20 Uhr wegen einer gemeldeten wechselseitigen Körperverletzung zu einem Einfamilienhaus im Birkenweg gerufen worden. Als drei Einsatzkräfte das Grundstück betraten und sich der bereits geöffneten Haustür näherten, lief ein...

Blaulicht

Unfall in Seevetal/Eddelsen
61-jähriger Motorradfahrer nach Kollision mit Auto verletzt

Ein Verkehrsunfall beim Einbiegen hat am Sonntagnachmittag, 3. Mai, in Eddelsen für einen Verletzten gesorgt. Gegen 15.35 Uhr wollte ein 29-jähriger Mann mit seinem Ford vom Bäcker-Busch-Weg nach links in die Eddelsener Straße einbiegen. Dabei übersah er nach bisherigen Erkenntnissen einen von links kommenden 61-jährigen Motorradfahrer, der in Richtung Hittfeld unterwegs war. Der Motorradfahrer leitete eine Vollbremsung ein, kollidierte jedoch mit dem Auto und stürzte auf die Fahrbahn. Der...

Blaulicht

Verkehrsbehinderungen
Autobahn A7 in Richtung Süden in Hamburg gesperrt

Die Projekte Lärmschutztunnel Altona und K20 Hochstraße Elbmarsch werden am Wochenende im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes durchgeführt. Im Zuge der Sperrung erfolgt für das Projekt Lärmschutztunnel Altona unter anderem die Betonage eines Tunnelblocks und die Ausstattung und Verkabelung von Verkehrszeichenbrücken als Vorbereitung der Inbetriebnahme der Weströhre. Auch für das Projekt K20 Hochstraße Elbmarsch – die Erweiterung der Fahrbahn Richtung Süden – wurden Arbeiten angemeldet: Während...

Am dritten Samstag im Juni ist bundesweit der „Tag der Verkehrssicherheit“. Ein Aktionstag, der daran erinnert, dass Unfälle im Straßenverkehr nach wie vor zu viele Menschenleben fordern. Doch statt nur auf alarmierende Zahlen zu blicken, lohnt sich ein Perspektivwechsel: Was kann jeder Einzelne tun, um Straßen sicherer zu machen? Gerade im Alltag schleichen sich bei vielen nachlässige oder riskante Verhaltensweisen ein, die die Sicherheit beeinträchtigen. Das WOCHENBLATT nimmt den Aktionstag zum Anlass, Experten um Sicherheitstipps zu bitten.

Verkehrswacht: Gefahren werden unterschätzt

Die Verkehrswacht Stade hat sich die Verkehrssicherheit für alle Generationen auf ihre Fahnen geschrieben. Dazu bietet sie verschiedenste Kurse und Mitmach-Angebote von "Fit im Auto" für Senioren bis zu Trainings für Pedelec, E-Scooter und Rollator an. "Unsere Vision ist der unfallfreie Straßenverkehr", sagt Peter Stötzner vom Verkehrswacht-Vorstand in Stade. Seine Erkenntnis: "Viele Gefahrenquellen werden unterschätzt. Zudem sind viele Verkehrsregeln schlicht nicht bekannt bzw. präsent."

Peter Stötzner | Foto: Verkehrswacht

Erstes Beispiel: In Deutschland darf man ab 14 Jahren E-Scooter fahren – und das ohne Führerschein. Gefährliche Folgen: Fahren auf dem Gehweg (verboten, es dürfen ausschließlich Straße oder Radweg genutzt werden), Missachtung der Vorfahrtsregeln (insbesondere an Einmündungen und Zebrastreifen) oder plötzliche Fahrtrichtungswechsel ohne Handzeichen (viele E-Scooter haben keinen Blinker).

Zweites Beispiel: Autofahrer, die sich selbst als routiniert einschätzen, "vergessen" wichtige Maßnahmen wie den Schulterblick beim Abbiegen. Liegt die Führerscheinprüfung Jahrzehnte zurück, sind insbesondere neue Verkehrsregeln nicht bekannt. "Das korrekte Ein- und Ausfahren eines Kreisels wird dann zum Problem", so Stötzner.

Drittes Beispiel: Fahren unter Rausch. Die Straßenverkehrsordnung billigt Fahrten bis 0,5 Promille, danach drohen Bußgelder, Fahrverbote und Punkte. Bei mehr als 1,1 Promille gilt absolute Fahruntüchtigkeit. Aber: "Bereits unter 0,5 Promille verlängert sich die Reaktionszeit, was Brems- und Ausweichmanöver verzögert", sagt Peter Stötzner. "Das Blickfeld ist eingeschränkt und es kann zu Fehleinschätzungen im Straßenverkehr kommen."

Polizei: Viele Unfälle lassen sich vermeiden

Wissen rund um die Verkehrssicherheit vermitteln – das ist u.a. die Aufgabe von Dirk Poppinga, Polizeioberkommissar und Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Harburg. Mit seiner Präventionsarbeit zur Unfallvermeidung spricht er jede Generation an. Zum Verkehrssicherheitstag gibt er den WOCHENBLATT-Lesern und -Leserinnen folgende Tipps mit auf den Weg:

Dirk Poppinga | Foto: Polizei

Erster Tipp: Auf der richtigen Seite Radfahren. "Linksfahrende Radfahrer sind sich der Gefahr nicht bewusst", sagt Dirk Poppinga. Radfahrer, die auf der falschen Straßenseite fahren, stellen eine Unfallgefahr dar, weil sie nicht im erwarteten Sichtfeld von Autofahrern auftauchen und so schwerer rechtzeitig erkannt werden. Das erhöht das Risiko von Zusammenstößen, insbesondere an Einmündungen und Kreuzungen.

Zweiter Tipp: Urlaubsfahrten gut vorbereiten. "Neben der korrekten Ladungssicherung sollte man darauf achten, Warndreieck, Verbandskasten und Sicherheitsweste griffbereit zu verstauen", sagt Dirk Poppinga. "Zudem sollten ausreichend Getränke an Bord sein. Bei der Klimatisierung das Haustier bitte nicht vergessen, sonst wird das sonnige Plätzchen im Kofferraum schnell zur Hitzefalle."

Dritter Tipp: Vorsicht auf Landstraßen. "Mit Wild, das auf Futtersuche unerwartet Straßen überquert, muss zu jeder Jahreszeit gerechnet werden", warnt der Polizeioberkommissar. Eine Gefahr sieht er auch in der Erntezeit, wenn vereinzelt Stroh, Getreide oder Erdkrumen vom Traktor-Gespann auf die Straße fallen. "Kommt dann noch Regen dazu, können diese Verschmutzungen zum umgangssprachlichen ,Bauernglatteis' führen."

Fahrlehrerin: Drängler sind nicht schneller unterwegs

Mit einer guten Fahrausbildung legen Fahrlehrer und -lehrerinnen Grundlagen für sichere Mobilität. Die Experten wissen genau, welches Verhalten Gefahrenpotenzial birgt. Fahrlehrerin Insa Holsten-Cordes, Bezirksvorsitzende für den Bezirk Elbe-Weser beim Fahrlehrerverband Niedersachsen, ruft drei riskante Fahrfehler ins Bewusstsein.

Insa Holsten-Cordes | Foto: Babsis Atelier

Erstes Risiko: „Wer beim Abbiegen oder Umfahren eines Hindernisses nicht blinkt, gefährdet andere Verkehrsteilnehmer, weil er seine Absicht nicht klar signalisiert“, sagt Insa Holsten-Cordes. Das kann zu gefährlichen Fehleinschätzungen von entgegenkommenden oder folgenden Fahrzeugen führen, insbesondere im Stadtverkehr. Der Griff zum Blinkerhebel ist schnell gemacht und erhöht die Verkehrssicherheit für alle.

Zweites Risiko: Dichtes Auffahren. „Drängeln bringt nichts – das Auto davor wird dadurch nicht schneller“, sagt die Fahrlehrerin. Zudem sinkt mit zu geringem Abstand der Reaktionsspielraum bei plötzlichen Bremsmanövern erheblich. Wer auffährt, ist laut Gesetz in der Regel immer schuld – das Risiko zahlt sich also nie aus.

Drittes Risiko: Riskantes Überholen. „Jeder Überholvorgang sollte gut überlegt sein. Gerade innerorts trifft man sich meist an der nächsten Ampel wieder – gewonnen ist nichts, das Risiko aber steigt erheblich“, erkärt Insa Holsten-Cordes. Sie warnt weiter: "Unübersichtliche Stellen oder Gegenverkehr werden häufig unterschätzt, was schnell zu Frontalzusammenstößen führen kann. Insbesondere Fahranfängern fällt es schwer, das Tempo von entgegenkommenden Fahrzeugen richtig einzuschätzen." Besser ist es, Ruhe zu bewahren und das Fahrverhalten dem Verkehrsfluss anzupassen.

Elterntaxis: Warum gut gemeint nicht immer gut ist

Jeden Morgen dasselbe Bild vor vielen Schulen: Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto direkt bis zum Eingang, in der Hoffnung, ihnen einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Doch der gut gemeinte Hol- und Bringdienst ist laut ADAC eine unterschätzte Gefahr, die nicht selten zu Unfällen führt. „Viele Eltern machen sich keine Gedanken, welche Auswirkungen ihr Verhalten vor der Schule hat“, bestätigt Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Harburg. „Wenn man mit ihnen spricht und auf die Situation hinweist, zeigen sich viele jedoch erfreulich einsichtig.“

Elterntaxis sorgen oft für gefährliche Situationen vor Kindergärten und Schulen | Foto: ADAC
  • Elterntaxis sorgen oft für gefährliche Situationen vor Kindergärten und Schulen
  • Foto: ADAC
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Die sogenannten „Elterntaxis“ führen dazu, dass die Bereiche vor Schulen durch haltende und parkende Fahrzeuge unübersichtlich und gefährlich werden – für alle Kinder. Die Lösung liegt oft nur wenige Meter entfernt: Wer sein Kind unbedingt mit dem Auto bringen muss, sollte an einer geeigneten Stelle im Umfeld der Schule halten und das Kind ein Stück zu Fuß gehen lassen. Eine Begleitung bis zur Schultür sei ebenfalls nicht ratsam. „Kinder entwickeln so kein gesundes Selbstbewusstsein“, erklärt Poppinga. Besser sei es, sie in kleinen Gruppen ein Stück des Weges zu Fuß laufen zu lassen – das fördert Eigenständigkeit, Beweglichkeit und soziale Kontakte.

Vor nahezu allen Schulen und Kindergärten gibt es Tempolimits sowie gesicherte Querungsmöglichkeiten wie Ampeln oder Zebrastreifen. Doch auch das beste Verkehrskonzept kann seine Wirkung nur entfalten, wenn es von allen Beteiligten unterstützt wird. Poppinga appelliert zudem an die Eltern, sich als Schulweghelfer – besser bekannt als Elternlotsen – zu engagieren. So könne jeder aktiv zur Sicherheit aller Schulkinder beitragen.

Im Einsatz für die Sicherheit

Jährlich ereignen sich kreisweit im Schnitt rund 4.500 Unfälle. Jedes Jahr kommen auf den Straßen im Kreisgebiet mehrere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ums Leben. Viele Unfälle könnten vermieden werden. Überhöhte Geschwindigkeit ist laut Polizei weiterhin eine der häufigsten Ursachen für folgenschwere Verkehrsunfälle. Deshalb sind die Geschwindigkeitsüberwacher des Landkreises Stade täglich im Einsatz.

Der Landkreis setzt seit 2007 stationäre Blitzer ein. Letztmalig wurde 2011 die Anzahl der stationären Anlagen auf zwölf erhöht. Seitdem wurde die mobile Messung ausgebaut. Der Landkreis Stade verfügt mittlerweile über vier voll ausgestattete Messfahrzeuge. Gestartet wurde 1997 mit einem Fahrzeug. Inzwischen sind auch drei Blitzeranhänger, sogenannte Semistationen, im Einsatz. Mehr als 40.000 Mal lösten die Blitzer des Landkreises im vorigen Jahr aus, weil Fahrerinnen und Fahrer von Autos, Lastwagen und Motorrädern zu schnell unterwegs waren.

Der Landkreis verfügt inzwischen über drei sogenannte Semistationen (Blitzer-Anhänger) | Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
  • Der Landkreis verfügt inzwischen über drei sogenannte Semistationen (Blitzer-Anhänger)
  • Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

„Immer wieder melden sich Bürgerinnen und Bürger bei uns, die sich über Raserei vor ihrer Haustür beschweren und uns um verstärkte Kontrollen bitten“, sagt der Leiter des Amtes Straßenverkehr beim Landkreis Stade, Arne Kramer. Damit weist er energisch den Vorwurf zurück, Geschwindigkeitsmessungen würden von der Straßenverkehrsbehörde vor allem wegen der Einnahmen und nicht primär zum Schutz der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer erfolgen. Im Übrigen veröffentlicht der Landkreis die mobilen Kontrollstellen tagesaktuell auf seiner Internetseite.

Auch wenn sich Einzelne nicht an die Tempovorgaben halten, sinken die Verstoßquoten sowohl bei den Messungen aus den Messfahrzeugen als auch bei den stationären Anlagen über die Jahre langsam. Allerdings haben sich die Zahlen bei den stationären Anlagen inzwischen auf einem recht niedrigen Niveau eingependelt. „Besonders hohe Geschwindigkeiten werden immer wieder außerhalb der Ortschaften auf den Landes- und Bundesstraßen festgestellt“, sagt Kramer. Insbesondere die Bundesstraße 74 falle hier negativ auf.

Vorbei sind auch die Zeiten, in denen die Mitarbeiter bei den alten Starenkästen eine Leiter benötigt haben, um an die Aufnahmen zu gelangen. Inzwischen stellen die Kollegen der Geschwindigkeitsüberwachung die Daten der kreiseigenen Bußgeldstelle elektronisch zur Verfügung – in Echtzeit. Dort werden die Fotos ausgewertet. Wenn alle Daten korrekt erfasst wurden, also beispielsweise das Kennzeichen und der Fahrer oder die Fahrerin zu erkennen sind, bekommt der Fahrzeughalter je nach Höhe des Geschwindigkeitsverstoßes und erkennbarem Fahrzeugführer einen Verwarngeldbescheid, eine Anhörung im Bußgeldverfahren oder aber einen Zeugenfragebogen.

Wo das Team seine Kontrollen durchführt, stimmt es regelmäßig mit dem Sachgebiet Verkehr der Polizeiinspektion Stade ab. Dabei werden auch Daten aus Langzeitverkehrserfassungen ausgewertet. Außerdem berücksichtigen die Expertinnen und Experten die Hinweise aus den Gemeinden sowie Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern. „Die Kontrollen der Geschwindigkeitsbeschränkungen tragen zur Verkehrssicherheit auf sämtlichen Straßen bei“, betont Kramer. Davon würden alle profitieren, auch Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer. Obendrein seien die Kontrollen ein Beitrag für den Schutz vor Verkehrslärm. Gemeinsam mit der Polizei und Partnern wie der Verkehrswacht steht zudem das Thema Prävention ganz oben auf der Agenda.

Landkreis und Verkehrswacht unterstützen
E-Scooter-Schulprojekte

Elektro-Tretroller, sogenannte E-Scooter, werden immer beliebter – insbesondere bei jungen Menschen. Um Schülerinnen und Schülern den richtigen Umgang mit den kleinen Fahrzeugen beizubringen, bietet die Verkehrswacht Stade eine eigene Unterrichtseinheit an. Das Amt Straßenverkehr des Landkreises Stade unterstützt das Projekt.

Sie sind klein, wendig – und beschleunigen dank des Elektroantriebs schnell: E-Scooter. Dank ihres Klappmechanismus‘ sind sie zudem leicht zu transportieren. „Wer mit einem E-Scooter im öffentlichen Verkehrsraum unterwegs ist, muss mindestens 14 Jahre alt sein“, betont der Leiter des Amtes Straßenverkehr beim Landkreis Stade, Arne Kramer. „Außerdem dürfen nur Modelle genutzt werden, die auch für den Betrieb in Deutschland zugelassen sind und die über eine gültige Versicherungsplakette verfügen.“ Empfehlenswert ist zudem das Tragen eines Helmes.

Peter Stötzner von der Verkehrswacht und Landrat Kai Seefried mit einem E-Scooter, der für Schulprojekte eingesetzt wird | Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
  • Peter Stötzner von der Verkehrswacht und Landrat Kai Seefried mit einem E-Scooter, der für Schulprojekte eingesetzt wird
  • Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Gefahren werden darf auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen. „Nur wenn diese fehlen, darf die Fahrbahn genutzt werden“, erklärt Kramer. „Auf dem Fußweg und in Fußgängerzonen muss geschoben werden.“ Ein Führerschein wird für die Fahrt mit dem E-Scooter nicht benötigt. Für den E-Scooter gelten übrigens dieselben Promille-Regeln wie fürs Auto. Das bedeutet: Fahrerinnen und Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit dürfen unter Alkoholeinfluss überhaupt nicht hinter den Roller-Lenker. Für sie heißt es: null Promille.

Weil insbesondere Jugendliche oft unbedarft zum E-Scooter greifen, ohne ihn sicher bedienen zu können, bietet der Verein Verkehrswacht Stade ein Unterrichtsprogramm zum richtigen Umgang mit den Rollern an – geeignet ab Klasse 8. Das Team der Verkehrswacht kommt dann mit Mitmachangeboten in die Schulen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer, die Interesse an dem Programm haben, können sich bei der Verkehrswacht Stade, Tel. 04141-529687, E-Mail: verkehrswacht-stade@freenet.de, melden.

• Der Landkreis Stade hat aus dem Budget für Verkehrssicherheitsprojekte zwei neue E-Scooter finanziert, die von der Verkehrswacht unter anderem für die Unterrichtseinheiten genutzt werden.

Forderung nach mehr Verkehrssicherheit am Bildungscampus Riensförde
Demonstration für mehr Verkehrssicherheit in Fredenbeck
Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

Webseite von Stephanie Bargmann
Stephanie Bargmann auf Facebook
Stephanie Bargmann auf Instagram
Stephanie Bargmann auf YouTube

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.