Tötungsversuch bei Biker-Zoff in Freiburg

Zwei "Gremium"-Mitglieder - hier bei einer vergangenen Polizeikontrolle
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Polizei nimmt vier Tatverdächtige des Clubs "Mongols MC" fest

tp. Freiburg. "Plötzlich stürmten halb-vermummte Dunkelhaarige das Zelt, dann hörte ich Schreie, und die Musik ging aus", berichtet Biker S.* von einem unvermittelten Gewaltausbruch bei der Jahres-Party des Nordkehdinger Motorrad-Clubs "Sound of Freedom" in der Nacht auf Sonntag in Freiburg. Nun ermittelt die Polizei in Stade gegen vier Mitglieder des als extrem gefährlich geltenden Biker-Clubs "Mongols MC" wegen des Verdachts der versuchten Tötung.

Am Samstag fand in einem Festzelt nahe des örtlichen Sportzentrums das Motorradtreffen statt, zu dem rund 500 Biker erschienen waren, unter ihnen eine Handvoll Mitglieder des "MC Gremium". Gegen 23.30 Uhr stürmten rund 20 mit Schals, Kapuzen und Tüchern Vermummte die bis dahin friedlich verlaufene Feier. Sie trugen Baseballschläger, Messer und andere Waffen bei sich und gingen gewaltsam gegen vier Mitglieder des "MC Gremium" vor. Nach Beobachtung des Zeugen S. müssen Täter ihre Opfer gekannt haben. "Die Schläger haben in der Masse gezielt nach den Personen gesucht."

Bei der Attacke wurden die vier Männer zum Teil schwer verletzt. Drei Rettungswagen, zwei Notärzte und eine Polizei-Hundestaffel waren im Einsatz. Nach der Erstversorgung kamen die Opfer in das Elbe-Klinikum Stade. Ein Biker (36) erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen. Er wurde noch in der Nacht in einer Spezialklinik operiert. Ein zweites Opfer wurde ebenfalls notoperiert. Es hatte eine Stichverletzung in den Bauch erlitten. Beide sind außer Lebensgefahr. Unterdessen sind zwei weitere Verletzte wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

"Genauso schnell wie die Täter zuschlugen, waren sie auch wieder verschwunden", sagt Polizei-Pressesprecher Holger Heins aus Stade. Die Polizei stoppte noch in der Nacht ein Fluchtauto im 25 Kilometer entfernten Hemmoor (Kreis Cuxhaven).

Die vier Insassen (25 bis 27Jahre) des Pkw - die nach Vermutung der Polizei Mitglieder der "Mongols MC"-Gruppe aus Cuxhaven sind - wurden zunächst festgenommen. Gegen sie besteht der dringende Verdacht, maßgeblich an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Die "Mongols", deren Mitglieder zu einem großen Teil aus kurdischen und arabischen Clans stammen, werden - ebenso wie "Gremium MC" - von den Behörden als kriminelle Organisationen geführt. Bei normalen Bikern sind die "Mongols" nicht anerkannt: "Die meisten von ihnen haben weder ein Motorrad noch einen Führerschein, und sie tragen keine Kutten", so Zeuge S.

Ob persönliche Animositäten oder ein Bandenkrieg hinter der Gewaltausschreitung stecken, will Polizeisprecher Heins nicht kommentieren. "Unsere Ermittlungen gestalten sich als schwierig", so Heins. Die Opfer und die Tatverdächtigen verweigern die Aussage. Aufgrund der ungeklärten Tatumstände verzichtete die Staatsanwaltschaft bislang auf einen Haftantrag. Die Verdächtigen wurden deshalb aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

• "Wir haben nichts mit der Sache zu tun", gibt sich ein Mitglied des gastgebenden "Sound of Freedom" kurz angebunden.

• "Gremium MC" Stade ist seit 2010 in der Ex-Gaststätte "Symphonie" in Hollern ansässig.

• Die Polizei sucht Zeugen: Tel. 0 41 41 - 10 22 15.

Zwei "Gremium"-Mitglieder - hier bei einer vergangenen Polizeikontrolle
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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