700 Angler gegen die "Wasservillen" in Stade

"Laichplätze in Gefahr!": Dieter Karrasch vom Stader Anglerverein warnt vor den ökologischen Folgen einer Hausboot-Ansiedlung auf dem Burggraben
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Sportfischer schließen sich Protestbewegung gegen Hausboot-Hotels an: "Wichtiges Laichgewässer in Gefahr"

tp. Stade. Der Protest gegen die geplanten Hausboot-Hotels "Wasservillen" auf dem historischen Burggraben in Stade weitet sich aus: Der rund 700 Mitglieder starke Stader Anglerverein stemmt sich geschlossen gegen die schwimmenden Urlauber-Unterkünfte. Vereins-Pressewart Dieter Karrasch (65) begründet den Widerstand mit Naturschutz-Argumenten: "Der Burggraben ist ein wichtiges Laichgewässer."
Wie das WOCHENBLATT berichtete, hat kürzlich Burggraben-Anwohner Reinhard Pohl (62) begonnen, gegen das aus seiner Sicht zu gigantische Bau-Vorhaben Unterschriften zu sammeln. Pohl erachtet den Standort an den Wallanlagen nahe "Kaufland" als zu eng für die geschätzten 40 Wohneinheiten plus Serviceeinrichtungen, Pkw-Stellplätzen, Aussichtspunkten auf dem Wasser und Gastronomie. Überdies warnt er vor einer optischen Verschandelung des Stadtbildes.
Dem schließt sich Anglervereins-Sprecher Dieter Karrasch sagt. Er hält den Standort für touristisch "reizlos". Vom Burggraben aus würden Hotelgäste auf die Dächer des "Stadeum" und des "Kaufland"-Marktes blicken.
Vor allem aber möchte Karrasch die Artenvielfalt bewahren: "Der Burggraben hat sich nach der vor einigen Jahren erfolgten Ausbaggerung zu einem intakten Fischgewässer entwickelt, dessen Uferbereich etlichen Fischarten als Laichstätte dient. Eine Besiedlung mit Hausbooten würden diese Bereiche empfindlich beeinträchtigen." Naturschützer Karrasch sieht unter anderem Hechte, Zander, Rotaugen und Barsche in Gefahr. Auch sei der Lebensraum von Kröten und Grasfröschen sowie der Brutplatz von Wasservögeln bedroht. Zudem kritisiert Karrasch, dass die Stadt den Anglerverein nicht in die Planungen involviert habe: "Wir als einer der größten Vereine in Stade würden es sehr begrüßen, wenn man über das Vorhaben, das unsere Interessen berührt, sprechen würde."
Unterdessen lenkt Wasservillen-Investor Markus Albrecht ein: "Wir nehmen den Einwand zu den Laichplätzen ernst und werden auf den Anglerverein gerne zukommen. Zunächst sind im Oktober Gespräche mit der Verwaltungsspitze geplant."
• Kontakt zu Reinhard Pohl: Tel. 01520 - 8997408
www.sav-stade.de

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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