Aktion "Stadtobst"
Äpfel zum Gratis-Pflücken: Stader Linke fordern mehr Obstbäume
- Auf der Fläche an der Siedestraße stehen nach Ansicht der Stader Linken zu wenig Obstbäume
- Foto: Linke
- hochgeladen von Jörg Dammann
Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Der Herbst naht - und damit die Zeit der Apfelernte. Die Stader können sich dabei gratis an einigen Bäumen bedienen. Seit dem vergangenen Jahr läuft in der Hansestadt die Aktion "Stadtobst". Die Stadt hat dafür sechs öffentliche Flächen zum Selbstpflücken für die Bürger ausgewiesen. Die Initiative ging ursprünglich von der Linken-Ratsfraktion aus. Diese wollte erreichen, dass unter dem Titel "Volksobst" noch viel mehr städtische Obstbauflächen freigegeben werden. Doch die Stadt lehnte ab - aus Naturschutzgründen und wegen Sicherheitsbedenken. Jetzt möchte die Linken erreichen, dass auf den freigegebenen Flächen zumindest ausreichend Obstbäume stehen.
Linke: Bitte mehr Bäume
Der Linken-Antrag sieht vor, eine städtische Fläche am Neubaugebiet auf dem ehemaligen Saline-Gelände im Stader Stadtteil Campe mit zusätzlichen Obstbäumen zu versehen. Der Hintergrund: Die Fläche an der Siedestraße wurde bereits im Rahmen der Aktion „Stadtobst“ offiziell zum Pflücken freigegeben, bietet bislang aber nur wenige Bäume. Das Potenzial sei bei Weitem nicht ausgeschöpft, so die Antragsteller. Ziel ist es, das Areal langfristig als offene Erntefläche für Bürgerinnen und Bürger zu etablieren.
Darüber hinaus wollen die Linken erreichen, dass sich die Hansestadt Stade an der Aktion „Gelbes Band“ beteiligt. Bei dieser bundesweiten Initiative des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) sind öffentlich zugängliche Obstbäume mit einem gelben Band markiert – als Zeichen dafür, dass hier für den Eigenbedarf kostenlos gepflückt werden darf. Die Idee: Weniger Obst soll ungenutzt verrotten, mehr Menschen sollen zum Pflücken motiviert werden.
Verwaltung hatte Bedenken
Bereits im Sommer 2024 waren die Linken mit ihrem Vorschlag für öffentlich beworbene Pflücktage auf städtischen Obstplantagen vorgeprescht. Die Stadt reagierte allerdings verhalten. Zwar dürfen Bürgerinnen und Bürger bereits jetzt auf markierten Flächen wie an der Buxtehuder Straße, in Bützfleth und am östlichen Rande des Altländer Viertels für den Eigenbedarf Obst ernten – allerdings nur dort, wo ein Schild mit der Aufschrift „Stadtobst – Hier darf geerntet werden“ angebracht ist.
Eine Offensive zur Erntefreigabe lehnte die Stadtverwaltung jedoch ab. In einer Stellungnahme hieß es, viele der rund 50 städtischen Obstanbauflächen lägen in schwer zugänglichen Randlagen oder in der Nähe sensibler Naturschutzgebiete. Zudem gebe es aus Sicht der Verwaltung Sicherheitsbedenken, da viele Bäume nicht gepflegt und möglicherweise instabil seien. Öffentlich beworbene Pflückaktionen könnten daher zu Haftungsproblemen und Verkehrsproblemen führen – zumal viele Flächen nur über schmale Feldwege erreichbar seien.
„Gelbes Band“ lädt zum Pflücken ein
Genau hier könnte das „Gelbe Band“ eine pragmatische Alternative bieten: Es ist leicht anzubringen, signalisiert klar, wo gepflückt werden darf, und lässt sich flexibel auf einzelne Bäume beschränken – auch auf solchen Flächen, die nicht Teil der großflächigen Stadtobst-Areale sind. Die Aktion wird bereits in über 300 Kommunen in Niedersachsen praktiziert. Eine interaktive Karte zeigt Interessierten, wo in ihrer Nähe Obstbäume zur Ernte freigegeben wurden: bitte hier klicken. Auf der Karte ist allerdings kein einziger Standort im Landkreis Stade ausgewiesen. Die nächsten Flächen, auf denen gratis gepflückt werden darf, befinden sich an der Oste bei Oberndorf und in Bülkau (beides Landkreis Cuxhaven).
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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