Landrat reagiert auf Umfrage
Bürgerservice beim Landkreis Stade nur Mittelmaß: Jetzt wird nachgebessert
- Der Landkreis Stade befragte die Bürger, wie sie den Service der Kreisverwaltung bewerten. Es gab 3,2 von fünf Sternen
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Eins bis fünf Sterne - von miserabel bis perfekt: So kann man bei Google u.a. Lokale, Geschäfte oder Dienstleistungen bewerten. Die gleiche Skala verwendete der Landkreis Stade bei seiner Bürgerbefragung, die er im Herbst 2025 erstmalig in großem Stil durchführte. Die Kernfrage war: Wie zufrieden sind Sie eigentlich mit dem Service Ihrer Kreisverwaltung? Heraus kam ein durchwachsenes Ergebnis: Eine Gesamtnote von 3,2 dürfte nicht gerade für Euphorie im Stader Kreishaus sorgen.
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Insgesamt 1.130 Bürgerinnen und Bürger hatten die Fragebögen ausgefüllt und zusätzlich rund Hinweise, Anregungen und Kritikpunkte eingereicht. Die Rückmeldungen sind zwar nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung des knapp 210.000 Einwohner zählenden Landkreises. Dennoch hat die Kreisverwaltung auf diese Weise wertvolle Erkenntnisse darüber erhalten, wie ihre Arbeit von den Menschen eingeschätzt wird. Deutlich über dem Notendurchschnitt liegen die rund 1.000 Landkreis-Bediensteten beispielsweise in puncto Kommunikation: Das direkte Gespräch wurde mit 4,1 und die schriftliche Kommunikation mit 3,9 bewertet. Beim respektvollen Umgang mit den Kunden - sprich den Bürgern ist in den Amtsstuben bei einem Wert von Note 3,7 aber noch Luft nach oben.
Landrat Kai Seefried will sich mit dem eher mittelmäßigen Ergebnis der Befragung nicht zufriedengeben. Schließlich war Seefried vor fünf Jahren mit dem Versprechen angetreten, den Bürgerservice seiner Behörde zu verbessern. Die einzelnen Ämter und Fachbereiche hatten daher in den vergangenen Monaten die Aufgabe, sich intensiv mit den Ergebnissen der Befragung zu beschäftigen — und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, wie man in Zukunft kundenorientierter arbeiten kann. Die Kreisverwaltung sei schließlich bei vielen Themen der erste Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger, der Landrat. „Wir sind ihr direkter Kontakt mit dem Staat. Das ist für uns eine besondere Verpflichtung. Wenn wir gute Arbeit machen und von den Menschen als verlässlicher Partner wahrgenommen werden, dann festigt das auch ihre Verbundenheit zu unseren staatlichen Institutionen insgesamt.“
Hier sind einige Maßnahmen, die der Landkreis umsetzen will bzw. bereits umgesetzt hat, um den Bürgerservice zu verbessern:
🕘 Alle Landkreis-Dienststellen haben einheitliche Öffnungszeiten
Bereits im vergangenen Sommer hatte der Landrat die Öffnungszeiten der Kreisverwaltung vereinheitlicht, sie hat seither von montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr durchgehend geöffnet. Die Servicepunkte in den Empfangsbereichen des Kreishauses und des Verwaltungsgebäudes an der Straße Am Staatsarchiv sind in dieser Zeit zuverlässig besetzt. Diese Regelung gilt auch für die Außenstellen. Individuelle Terminvereinbarungen außerhalb der Öffnungszeiten bleiben weiterhin möglich.
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☎️ Wenn das Telefon klingelt, soll auch jemand rangehen
Während der einheitlichen Öffnungszeiten soll auch die telefonische Erreichbarkeit der Ämter und Abteilungen verbessert. Auch hier wird einer Forderung nachgekommen, die die Bürger im Rahmen der Befragung geäußert haben.
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💻 Die Verwaltung soll digitaler werden
Viele Behördengänge beginnen heute längst nicht mehr am Schalter, sondern am Smartphone , Tablet oder Computer. Deshalb plant der Landkreis für Ende dieses Jahres einen umfassenden Relaunch seiner Internetseite. Mit dabei: ein KI-gestützter Chatbot, der Fragen zu Dienstleistungen, Formularen und Antragsverfahren beantworten soll. Das System soll auch die Telefonzentrale unterstützen.
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🚗 Auch ohne Termin zur Kfz-Zulassungsstelle
Die Kfz-Zulassungsstelle in Stade-Kaisereichen gehört zu den Dienststellen des Landkreises mit der höchsten Besucherfrequenz. Dort soll es künftig wieder möglich sein, auch ohne vorherige Terminvereinbarung vorbeizukommen. Geplant ist, dass Bürgerinnen und Bürger beispielsweise An- und Abmeldungen von Fahrzeugen wieder spontan vor Ort vornehmen können. Diese Möglichkeit war während der Corona-Pandemie abgeschafft worden.
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♻️ Das Angebot auf den Wertstoffhöfen soll besser werden
Die Öffnungszeiten der beiden Abfallwirtschaftszentren (AWZ) und der Wertstoffhöfe sollen angepasst werden. Durch eine Umstrukturierung des Dienstplans kann zudem die Schadstoffannahme im AWZ inzwischen auch an jenen Tagen geöffnet bleiben, an denen das Schadstoffmobil in den Städten und Gemeinden des Landkreises unterwegs ist und eine Annahmemöglichkeit vor Ort bietet.
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🎯 Von der Note 3 zur Note 2?
Bemerkenswert ist, dass Landrat Seefried den Service seiner Verwaltung fast ein Jahr zuvor ähnlich bewertet hat wie jetzt die Bürger. Im WOCHENBLATT-Jahresauftaktinterview im Januar 2025 vergab er damals die Schulnote 3. Zugleich formulierte er ein klares Ziel: Durch bessere personelle Ausstattung und mehr Serviceorientierung sollte daraus möglichst bald eine 2 werden. In diesem Zusammenhang betonte Seefried, dass er die Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich auch als Kundinnen und Kunden der Kreisverwaltung verstehe, die einen guten Service erwarten dürfen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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