Eine Abfuhr für den Kreis Harburg: Stader wollen keinen Müll mehr vom Nachbarn

Bürgern aus dem Landkreis Harburg ist die Zufahrt zum Abfallwirtschaftszentrum in Ardestorf bald verwehrt
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Mit der Entscheidung, dem Landkreis Harburg eine Abfuhr in Sachen Müll zu erteilen, machten es sich die Ausschuss-Mitglieder nicht leicht: Von einem "mulmigen Gefühl" war die Rede. Bevor es zur Abstimmung kam, wurden verschiedene Alternativ- bzw. Übergangs-Lösungen angedacht. So regten die Politiker an, die Möglichkeiten einer Erweiterung der Ardestorfer Anlage zu prüfen, um so die Kooperation mit dem Kreis Harburg beizubehalten. Wie berichtet, ist die rapide gestiegene Menge der angelieferten Grün- und Gehölzabfälle Hauptgrund für die geplante Kündigung. Die laut Genehmigung zulässige Höchstmenge ist längst überschritten.

Doch bei der Frage nach einer Erhöhung der Kapazitäten winkte die Verwaltung ab: Kosten und Aufwand seien zu hoch, so Heiko Köhnlein vom Umweltamt. Außerdem bestehe schon jetzt eine Überproduktion an dem in Ardestorf erzeugten Kompost. Es gebe schlichtweg keine Abnehmer dafür. Zumindest die Kündigungsfrist sollte dann verlängert werden, schlugen Uwe Arndt (Freie Wähler) und Harald Stechmann (SPD) vor: Der Kreis Harburg solle Zeit erhalten, eigene Entsorgungsstrukturen im Raum Neu Wulmstorf aufzubauen. "Einfach die Schotten dicht zu machen, geht nicht", erklärte Arndt.

Das wollte die Verwaltung so nicht gelten lassen: Die zuständigen Stellen im Winsener Kreishaus seien schon lange im Vorfeld informiert worden, konterte Köhnlein. Er erhielt Unterstützung von Hans-Jürgen Detje, der schließlich alle überzeugte. Man müsse sich nicht mulmig fühlen, da hier ein Vertrag aus nachvollziehbaren Gründen gekündigt werde: "Nun ist hauptsächlich der Landkreis Harburg gefordert."

Doch dort ist noch keine Lösung in Sicht: "Wir stehen weiter in Gesprächen mit dem Kreis Stade", erklärt Johannes Freudewald, Pressesprecher des Landkreises Harburg. Laut seiner Auskunft ist es möglich, eine zusätzliche, zunächst provisorische Abfall-Annahmestelle zu schaffen, um so die Kapazitäten kurzfristig zu erhöhen. "Wenn die Stader auf der Kündigung beharren, müssen wir das so akzeptieren", meint Freudewald.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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