Kurioses Altstadt-Lädchen in Stade: "Das Ende ist absehbar"

Sein Bürstensortiment bezieht Kaufmann Volker Schröder von einem fahrenden Händler
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Volker Schröder (80) verbringt die letzten Berufsjahre im musealen Ambiente

tp. Stade. "Hier wird man mit der Endlichkeit konfrontiert", sagt Kaufmann Volker Schroeder (80) und lässt den Blick langsam über das Inventar seines Haushaltswarenladens schweifen. Das Geschäft , das versteckt in einem Hinterhof an der Beguinenstraße bei der Alten Feuerwache liegt, ist wegen seines musealen Charmes wohl das kurioseste im Stadtgebiet.

"Seltsam der Zeit entrückt, urig, originell", kommentieren Kunden das aus verschiedenen Jahrzehnten stammende Sortiment in einem ehemaligen Lager der 1891 von Johann Schroeders Urgroßvater gegründeten Firma "Carl J. Schroeder Haushaltswaren", die er in dritter Generation leitet. Der Senior ist der letzte der Stader Kaufmannsdynastie: Sein erwachsener Sohn könne krankheitsbedingt das Geschäft nicht weiterführen, bedauert Schroeder.

Der Händler zog bereits vor zehn Jahren in den hinteren Gebäudeteil. Seinerzeit entschied er sich aus wirtschaftlichen Gründen, das frühere große Haushaltswarengeschäft mit Eingang zur Holzstraße, in denen in goldenen Zeiten bis zu zehn Angestellte arbeiteten, zu vermieten. Vorne zog die Pluspunkt-Apotheke ein. Schroeder, der aus den Mieteinnahmen seine Alterseinkünfte bestreitet, richtete hinten seinen provisorischen Laden ein, der sich bis in den Innenhof erstreckt. Hier gibt es Bürsten aus Naturborsten, die er von einem reisenden Händler bezieht.

Römertöpfe, die in den 1980er Jahren der Renner in jeder Küche waren, reihen sich an Pfannen und Schnellkochtöpfe. In Vitrinen sind funkelnde Profi-Kochmesser zur Schau gestellt, auf die Schroeder besonders stolz ist. Das übrige Sortiment in meterhohen, staubigen Regalen reicht von Lampenschirmen über Blumenvasen, Schneeschiebern, Teekesseln und Weck-Gläsern bis zu Teppichklopfern, Leselupen und Eieruhren. Nach eigenen Angaben hortet Schroeder auf zwei weiteren randvollen Lager-Stockwerken tausende original verpackte Artikel, von denen einige noch aus der Nachkriegszeit stammen.

Beinahe unmerklich ist Volker Schroeder, der noch ohne Computer arbeitet und seine Artikel altmodisch per Telefon beim Großhändler ordert, mit seinen Waren in die Jahre gekommen. "Das Ende rückt langsam in Sicht", sagt der Vollblut-Kaufmann, doch eine Schließung kommt für ihn nicht in Frage. Fast täglich würden Stammkunden ihn bitten: "Bleiben Sie uns noch lange erhalten." Schroeder tut sein Bestes.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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