Landwirtschaftlicher Nachwuchs übt den Blick fürs Detail
- Azubis bei der Einstufung
- Foto: BBS3
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Praxisnahes Lernen stand jetzt für angehende Landwirte im Mittelpunkt: In Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen III Stade und dem Jungzüchterclub Stade haben kürzlich 35 landwirtschaftliche Auszubildende sowie Nachwuchsjungzüchter auf dem Betrieb Tiedemann/Dahling in Estorf den Körperbau von Milchkühen beurteilt.
Bewertet wurden die Tiere anhand von vier Merkmalskomplexen – Milchtyp, Körper, Fundamente und Euter. Insgesamt flossen 25 Einzelmerkmale in die Bewertung ein, die auf einer Skala von eins bis neun eingestuft wurden.
Ein besonderer Fokus lag auf dem Euter, da hier die Milch gebildet wird und täglich die Melkmaschine angesetzt wird. Doch auch andere Faktoren sind entscheidend: Eine leistungsfähige Kuh muss ausreichend Futter aufnehmen können, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Ebenso wichtig ist ihre Mobilität – etwa auf dem Weg zum Futter, zur Liegebox oder zum Melkstand. Gesunde Klauen und Gelenke spielen dabei eine zentrale Rolle. Ziel der Züchter ist eine funktionale, ausgewogene Kuh, bei der extreme Ausprägungen einzelner Merkmale vermieden werden.
Hintergrund ist die Zuchtarbeit: Für die Auswahl eines passenden Anpaarungspartners stehen rund 65 Einzelzuchtwerte zur Verfügung. Diese berücksichtigen sowohl Leistungsmerkmale als auch Gesundheitsaspekte und unterstützen Landwirte bei der Auswahl geeigneter Vatertiere für die nächste Generation.
In einer zweiten Aufgabe mussten die Teilnehmenden die Tiere – ähnlich wie auf einer Tierschau – rangieren. Erstmals kam dabei auch eine Bewertungs-App zum Einsatz. Die geringsten Abweichungen von der Vorbewertung erzielten bei den Auszubildenden Bjarne Lehmann aus Heinbockel und Neeke Bellmann aus Nindorf. In der Altersklasse unter 16 Jahren setzten sich Justus Jarck aus Wasserkrug und Mette Stüven aus Hammahermoor durch.
Nach einer Betriebsbesichtigung und einem gemeinsamen Essen durften die Gewinner ihre Sachpreise zuerst auswählen.
Das Fazit eines Auszubildenden fällt entsprechend positiv aus: „Ich sehe das als intensive Vorbereitung auf meine Abschlussprüfung im Sommer – und Spaß gemacht hat es auch.“
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