Brunnen plätschert seit Jahren nicht mehr
Stader Linke fordern Wiederinbetriebnahme als Trinkwasserstelle
- Der Trinkwasserbrunnen am Platz Am Sande in Stade. U.a. zieren zwei Fische (Bild re.) die Front des kleinen Brunnens
- Foto: Linke
- hochgeladen von Jörg Dammann
Geht man so mit einem Geschenk um? Im Jahr 1994 stiftete ein Stader Unternehmer der Stadt zum 1.000-jährigen Jubiläum einen kleinen, künstlerisch gestalteten Brunnen. Auf dem Platz „Am Sande“ plätscherte er fröhlich vor sich hin. Doch das Schmuckstück ist längst versiegt. Der Brunnen ist seit vielen Jahren außer Betrieb. Kritik gibt es deshalb von den Stader Linken: Sie fordern, dass der Brunnen wieder instandgesetzt wird - und zwar als öffentliche Trinkwasserstelle. Das sei in Zeiten immer häufigerer Hitzeperioden wichtiger denn je.
Tristan Jorde, Vorsitzender der Linksfraktion im Stader Stadtrat, fordert eine "zeitnahe Sanierung und Wiederinbetriebnahme" des Brunnens, der sich aktuell in einem desolaten Zustand befinde. "Dieses wäre ein wichtiges und schönes Zeichen der Stadt Stade, sowohl in Richtung zunehmender Sommerhitze als auch für den angemessenen und pfleglichen Umgang mit dem gestifteten Brunnen", so Jorde.
Doch in den Ratsgremien kam der Linken-Politiker mit seinem Anliegen nicht weiter. Seine Anfragen in den Ratsgremien seien abgeblockt werden - mit Verweis auf die neuen Zuständigkeiten. Denn nach Ausgliederung der Parkhäuser von der städtischen Gebäudewirtschaft an die Stadtwerke-Holding "Stader Versorgungs- und Bädergesellschaft" (SVBG) ging auch die Parkgarage "Am Sande" mit den darüber befindlichen Immobilien und dem dazugehörigen Inventar ins Eigentum der SVBG über. Entsprechend hieß es laut Jorde seitens der Stadtverwaltung, dass das Unternehmen "für Erhalt und Pflege des kleinen Brunnens" zuständig sei.
Nun hat sich Jorde direkt an Stadtwerke-Chef Christoph Born sowie an den von Ratspolitikern besetzten Aufsichtsrat der Stader Versorgungs- und Bädergesellschaft gewandt - mit der Bitte, den Brunnen wieder möglichst schnell in Betrieb zu nehmen und daraus Trinkwasser sprudeln zu lassen. Born teilte auf WOCHENBLATT-Anfrage allerdings mit, dass aus dem Brunnen - anders als von Jorde angenommen - nie Trinkwasser kam. "Das war ein reiner Zierbrunnen", so Born. Um den kleinen Brunnen als Trinkwasserstelle zu nutzen, müssten strenge Hygienevorschriften erfüllt werden, was an dieser Stelle aber nicht umsetzbar sei. Der Stadtwerke-Chef will nun in Abstimmung mit der Stadt klären, inwieweit der Brunnen saniert werden. "Wir haben das Thema auf der Agenda, aber es hat nicht unbedingt höchste Priorität."
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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