Badespaß am Fredenbecker See fiel ins Wasser

Kamen nicht an den Badestrand: Patrizia Schulz und ihre Enkelin Emma
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Eingeschränkte Öffnungszeiten: Oma und Enkelin enttäuscht


tp. Fredenbeck.
Es sollte ein wunderschönes Erlebnis am Wasser werden - und endete doch mit einer tiefen Enttäuschung. Aufgrund neuer, deutlich verkürzter Öffnungszeiten am Fredenbecker Badesee fiel für Großmutter Patrizia Schulz (56) und ihre Enkeltochter Emma (4) jetzt ein Sommertag ins Wasser. Der Betreiber nennt personelle und wirtschaftliche Gründe für die Einschränkungen.

Voller Vorfreude bepackten Oma und Enkelin am vergangenen Donnerstag ihren Handwagen mit Sandspielzeug, Sonnencreme und Strandtüchern. In ihrem Wohnort Schwinge nahm Patrizia Schulz, die unter einer Sehbehinderung leidet und daher auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, mit ihrer Enkelin den Bürgerbus. Um 11.20 Uhr stiegen beide am Badesee aus. Doch vor Ort wurde sie negativ überrascht: Geschlossen - und das bei strahlendem Sonnenschein. Per handgeschriebenem Aushang, den sich Patrizia Schulz vom Busfahrer vorlesen ließ, teilt der Betreiber die Öffnungszeiten mit: Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Daneben der Zusatz: "In der Woche wegen Bauarbeiten geschlossen."

"Ich hatte vor Enttäuschung Tränen in den Augen", sagt Patrizia Schulz, die sich mit der kleinen Emma von einem Nachbarn vom Badesee abholen ließ. Angesichts des hochsommerlichen Wetters sind die aus ihrer Sicht Besucher-unfreundlichen Öffnungszeiten "völlig unverständlich". In diesem Zusammenhang verweist sie auf die im Vergleich hierzu paradiesischen Zustände, die noch in den vergangenen Jahren herrschten, als der Schwimmmeister Gerhard von Glahn mit viel Herzblut und persönlichem Zeitaufwand die Badeaufsicht führte. Von Glahn, der während der Saison sogar in dem Haus auf dem See-Areal wohnte, öffnete täglich von den frühen Morgenstunden bis spätabends. Aus Altersgründen kündigte er jedoch den Vertrag mit der Samtgemeinde als Eigentümerin.

Zwischenzeitlich übernahm Klaus Kläre vom Freizeitpark Nottensdorf mit neuem Konzept das Freizeitgelände, auf dem Gäste gegen Gebühr Spielattraktionen wie Kinderboote, "Bullenreiten" auf dem Wasser und Elektro-Quads nutzen können, die sukzessive eingeführt werden sollen. Wegen Bauarbeiten ist das Badesee-Gelände noch bis Anfang/Mitte Juni während der Woche meistens geschlossen.

Der Eintritt bleibt frei, doch hinsichtlich der Öffnungszeiten gelten die neuen Regeln. Entsprechend des von der Kommune geschlossenen Vertrages stehe ihm nur ein begrenztes Budget für die Badeaufsicht zur Verfügung, so Kläre. Derzeit beschäftige er zwei Bademeister in Teilzeit. Überdies führe er Verhandlungen mit einer dritten Kraft. Im Falle einer Zusage plane er eine leichte Ausweitung der Öffnungszeiten, sagt Kläre. Dies macht er allerdings auch von der weiteren Einnahmesituation abhängig.

Patrizia Schulz ist das zu wenig Service. Sie hält in der Gegend bereits nach einer neuen Badegelegenheit für sich und ihre Enkelin Ausschau: "Dann fahr ich lieber ins 'Solemio' nach Stade oder ins 'Delphino' nach Bremervörde."

Auch ansonsten gibt es Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen Konzept: Laut Klaus Kläre entrichten nur wenige Badegäste einen Obolus für die WC-Benutzung. Zudem regt sich Widerstand gegen das von Kläre erhobene Korkgeld für größere Mengen selbst mitgebrachter Speisen und Getränke.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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