Enrico Bergmann kritisiert Arne Kramer
Bürgermeisterwahl in Stade: FDP-Kandidat weist Vorwürfe des CDU-Bewerbers zurück
- Mehr als Wahlkampfdonner? Zwischen beiden bürgerlichen Stader Bürgermeisterkandidaten Enrico Bergmann (FDP, li.) und Arne Kramer (CDU) gibt es atmosphärische Spannungen
- Foto: jd/FDP/CDU - KI-generiert
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Der Bürgermeisterwahlkampf in Stade gewinnt an Schärfe. Ausgerechnet innerhalb des bürgerlichen Lagers fliegen inzwischen die ersten verbalen Pfeile. Nachdem CDU-Kandidat Arne Kramer den FDP-Bewerber Enrico Bergmann im WOCHENBLATT kritisiert hatte, weist dieser die Vorwürfe nun entschieden zurück. Damit deutet sich bereits Monate vor der Wahl ein offener Schlagabtausch zwischen zwei Kandidaten an, die im Rat der Hansestadt bislang häufig auf einer politischen Linie lagen.
Kramer hatte im Gespräch mit dem WOCHENBLATT erklärt, aus den Reihen der FDP über Monate Signale erhalten zu haben, dass man bei der Bürgermeisterwahl nicht gegeneinander antreten werde. Zudem kritisierte der CDU-Bewerber Bergmanns Aussage, Stade habe in den vergangenen Jahren keine klare Führung im Rathaus gehabt. Mit Blick auf die Krebserkrankung des amtierenden Bürgermeisters Sönke Hartlef halte er eine derart scharfe Formulierung für unangebracht.
FDP: Es gab keine Unterstützungszusage
Dieser Darstellung widerspricht die FDP nun ausdrücklich. Man habe nie zugesagt, Kramer zu unterstützen, heißt es in einer Stellungnahme. Nach Angaben der Liberalen habe der FDP-Vorstand allen damaligen Bürgermeisterbewerbern Gespräche angeboten, damit diese ihre Vorstellungen für Stade präsentieren konnten. Auch Kramer habe diese Gelegenheit genutzt. Eine Unterstützung oder gar Vorentscheidung sei damit jedoch zu keinem Zeitpunkt verbunden gewesen. Im Gegenteil: Das Gespräch habe den FDP-Vorstand letztlich nicht davon überzeugt, Kramer als Bürgermeisterkandidaten zu unterstützen.
Bergmann trifft diese Unterstellung
Noch deutlicher wird Bergmann beim Vorwurf, seine Kritik an der Rathausführung stehe im Zusammenhang mit der Erkrankung des amtierenden Bürgermeisters. „Mich persönlich trifft diese Unterstellung“, erklärt der FDP-Ratsherr. Erst vor wenigen Jahren habe er einen nahen Angehörigen durch eine Krebserkrankung verloren. Deshalb wisse er sehr genau, welche Belastung eine solche Krankheit für Betroffene und ihre Familien bedeute. „Deshalb würde ich niemals eine Erkrankung für politische Zwecke instrumentalisieren“, betont Bergmann.
Kritik am Amt, nicht am Menschen
Seine Aussagen hätten sich ausschließlich auf die Amtsführung bezogen, nicht auf die Person Sönke Hartlef. „Ich habe großen Respekt vor Sönke Hartlef als Mensch und vor seinem persönlichen Schicksal. Aber wer ein öffentliches Spitzenamt übernimmt, trägt Verantwortung gegenüber der Stadt“, erklärt Bergmann. Zwischen dem Menschen und dem Amt müsse klar unterschieden werden. Damit verteidigt der FDP-Kandidat seine bereits zuvor geäußerte Kritik an den Führungsstrukturen im Rathaus, ohne diese zurückzunehmen.
Bürgermeister werden - nicht Wahlkampf für die FDP
Zugleich weist Bergmann den Eindruck zurück, seine Kandidatur diene in erster Linie dazu, der FDP mehr Aufmerksamkeit im Wahlkampf zu verschaffen. Dieses Motiv hatte Kramer als mögliche Erklärung für die überraschende Kandidatur ins Spiel gebracht. „Ich kandidiere nicht, um für meine Partei zu werben oder parteipolitische Debatten zu führen. Ich kandidiere, weil ich Bürgermeister der Hansestadt Stade werden will“, so Bergmann.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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