Mehr Grün und neue Sitzstufen
Bürgerpark in Stade wird neu gestaltet – Linke fordert Wasserspender
- Der Adolf-Ravelin mit dem Stader Bürgerpark befindet sich am Rande der Altstadt jenseits des Burggrabens (gelber Pfeil)
- Foto: Martin Elsen / nord-luftbilder.de
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Die Hansestadt Stade will den Bürgerpark am Adolf-Ravelin früher als geplant umgestalten. Der historische Erdwall soll wieder deutlicher hervortreten, Sitzstufen sollen dem Publikum bei Veranstaltungen mehr Komfort bieten und neue Pflanzen für mehr Grün sorgen. Die Linke vermisst in den Plänen allerdings ein aus ihrer Sicht wichtiges Detail: einen öffentlichen Wasserspender.
Bürgerpark rückt in der Bauliste nach vorn
Weil sich die Arbeiten an anderer Stelle in der Stader Altstadt, nämlich in der Bungenstraße, verzögern, zieht die Stadt die Umgestaltung des Bürgerparks vor. Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen. Das Hamburger Büro G2 Landschaftsarchitekten macht sich im Laufe dieses Sommers an die Arbeit für eine detaillierte Ausführungsplanung.
Im Mittelpunkt steht der historische Erdwall des einstigen militärischen Bollwerks. Der Wall soll präziser modelliert werden und künftig wieder klar als große Bodenskulptur zu erkennen sein. Rampen sollen auf die höher gelegenen Flächen führen, zusätzliche Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einladen. Auch die Böschung in Richtung Altstadt will man künftig besser nutzen. Vorgesehen ist außerdem eine Treppenanlage mit Sitzstufen auf der Sonnenseite des Walls. Bei Freiluftveranstaltungen könnte sie als Tribüne dienen.
Die zentrale Rasenfläche soll so umgestaltet werden, dass sie sich künftig besser als Spiel-, Aufenthalts- und Liegewiese eignet. Statt einer weitgehend einheitlichen Grünfläche sollen sich Rasen und Wiese abwechseln. Geplant sind zudem Staudenbeete, weitere Bäume und neue Vegetationsflächen. Davon verspricht sich die Stadt nicht nur ein freundlicheres Bild. Die Neupflanzungen sollen die Artenvielfalt fördern, das Mikroklima verbessern und mehr Regenwasser vor Ort versickern lassen. Ein Beleuchtungskonzept soll dafür sorgen, dass der Park auch in den Abendstunden nutzbar bleibt und sich Besucher dort sicherer fühlen.
Treffpunkt, Grillwiese und Festivalgelände
Der Bürgerpark ist längst mehr als eine Grünfläche zwischen Bahnhof und Altstadt. Der dortige Pavillon wird von Vereinen, Streetworkern und privaten Gruppen genutzt. Auch kleinere Kulturveranstaltungen und Sportangebote sind auf dem Gelände möglich. Einmal im Jahr wird das Areal zur großen Bühne: Das Musikfestival MAMF gehört zu den bekanntesten Veranstaltungen im Bürgerpark. In diesem Jahr findet es am Samstag, 22. August, statt. Allerdings ist die Zukunft des Festivals ungewiss. Dennoch soll bei den Bauarbeiten soll auf die Terminplanung für das MAMF Rücksicht genommen werden. Die Stadt plant deshalb mit mehreren Abschnitten in den Jahren 2027 und 2028. So soll das MAMF weiterhin stattfinden können. Gleichzeitig bekommen neu eingesäte Flächen ausreichend Zeit zum Anwachsen.
Wo früher das Schießpulver lagerte
Der Name Adolf-Ravelin verweist auf die militärische Vergangenheit des Geländes. Ein Ravelin ist ein der eigentlichen Stadtmauer vorgelagertes Verteidigungswerk. Nach der schwedischen Eroberung Stades begannen 1653 die Arbeiten am damaligen Fuchslochravelin. Er sollte einen Durchgang im Festungswall und die dahinterliegende Stadt schützen. 1823 erhielt die Anlage ihren heutigen Namen. Sie wurde nach Adolf Friedrich, dem Herzog von Cambridge benannt. Der Herzog war damals Generalgouverneur des Königreiches Hannover, das seinerzeit in Personalunion mit dem britischen Königreich verbunden war.
Im Inneren befanden sich zeitweise ein Laboratorium und ein Magazin zur Herstellung und Lagerung von Schießpulver. Nachdem die Stader Festung 1867 aufgehoben worden war, wurden Teile der Anlagen zu Grünflächen umgestaltet. Der Adolf-Ravelin blieb als einziges großes Außenwerk weitgehend erhalten. Schon 1952 wurde auf dem Gelände eine Freilichtbühne eröffnet. Heute wird dort nicht mehr über Verteidigungsstellungen und Schießscharten nachgedacht, sondern über Liegewiesen, Konzerte und Sitzplätze. Aus einem Ort, der einst für kriegerische Zwecke angelegt wurde, ist ein friedlicher Treffpunkt mitten in der Stadt geworden.
Linke fordert öffentlichen Wasserspender
Doch während die Stadt Rampen, Beleuchtung, Sitzstufen und neue Grünflächen plant, fehlt nach Meinung der Linken eine öffentliche Trinkwasserstelle. Die Ratsherren Tristan Jorde und Alexander Klinger haben beantragt, einen solchen Wasserspender in die Neugestaltung aufzunehmen. Nach Darstellung der Antragsteller sei die Trinkwasserstelle bislang aus Kostengründen nicht berücksichtigt worden. Die Linke hält dieses Argument für zu kurz gedacht. Gerade an heißen Tagen könnten Besucher kostenlos ihre Flaschen auffüllen. Davon würden insbesondere Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich beeinträchtigte Personen profitieren.
Die Fraktion führt außerdem ökologische und soziale Gründe an: Wer eine Mehrwegflasche auffüllen kann, benötigt weniger Einwegplastik. Und kostenloses Trinkwasser steht allen zur Verfügung – unabhängig vom Einkommen. Die Linken haben beantragt, dass über das Thema auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Klima und Umwelt am Donnerstag, 20. August, um 17 Uhr im Ratssaal des historischen Rathauses beraten wird.
Entscheidung soll im Dezember fallen
Die endgültige Ausführungsplanung will die Stadt der Politik im Dezember zur Entscheidung vorlegen. Dann dürfte sich auch zeigen, ob im künftigen Bürgerpark nicht nur neue Pflanzen sprießen und Scheinwerfer leuchten, sondern Besucher an heißen Tagen tatsächlich kostenlos Wasser zapfen können.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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