Camper Höhe: Bürger sollen mitreden dürfen

Gut 100 Bürger verfolgten die Ratssitzung

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bc. Stade. Der Stader Stadtrat hat am Montagabend auf die Kritik zahlreicher Bürger reagiert, was die geplante Umwandlung der traditionsreichen Sportanlage Camper Höhe in ein Baugebiet angeht. CDU, SPD, Wählergemeinschaft (WG) und Grüne reichten wenige Stunden vor der Sitzung einen neuen Antrag ein. Kernforderung darin: Die Verwaltung soll vor Erstellung eines Planungskonzeptes ein ergebnisoffenes sog. Werkstattverfahren (mit externem Moderator) durchführen, an dem die breite Öffentlichkeit beteiligt wird. Das Verfahren wurde von der Verwaltung selbst vorgeschlagen.
Von einer möglichen Wohnbebauung auf der Camper Höhe ist in dem neuen Antrag explizit keine Rede mehr, dafür soll aber berücksichtigt werden, ob statt einer Vereins- eine Freizeitsportanlage entstehen könnte. Der Kunstrasenplatz soll bekanntlich für den Schulsport der Realschule Camper Höhe erhalten werden. Neu ist dagegen folgender Punkt: Das Vertragsverhältnis zwischen Stadt und VfL Stade soll erst beendet werden, wenn die Ergebnisse des Werkstattverfahrens feststehen. Nicht mehr die Stadt soll die Kündigung aussprechen, sondern frühestens zum 31. Dezember 2020 soll einvernehmlich ein Aufhebungsvertrag geschlossen werden. Einstimmig votierten die Ratspolitiker für diesen Teil des Antrags.
Einige wenige Gegenstimmen (Gruppe FDP/UBLS/Piraten mit Ausnahme Horst Deede, Linke) gab es dagegen für den Part des Antrags, der vorsieht, parallel die Planungen für den Ausbau der Sportanlage in Ottenbeck ab dem nächsten Jahr bis 2020 voranzutreiben. Bis zur Beschlussfassung über ein vom VfL Stade vorzulegendes Konzept sollen die Haushaltsmittel mit einem Sperrvermerk versehen werden.
Wie berichtet, hatte im November der Sport- und Schulausschuss der Stadt auf Antrag von CDU, SPD und WG eigentlich empfohlen, den städtischen Nutzungsvertrag mit dem VfL für die marode Sportanlage Camper Höhe Ende 2020 zu kündigen, um dort ein neues Baugebiet zu planen. Daraufhin bildete sich eine Bürgerinitiative, die die „grüne Lunge“ Stades erhalten will. Gut 100 Bürger verfolgten am Montag die Ratssitzung, stellten viele Fragen, u.a. zum Initiator des Vorhabens.
Bürgermeisterin Silvia Nieber stellte klar: „Die Initiative ist von der Stadt ausgegangen, weil wir Flächen für die Erweiterung der Realschule benötigen.“ Stadtbaurat Lars Kolk ergänzte: „Für die Erweiterung werden wir die Sportanlage aber nur ankratzen. Auch ich möchte die grüne Lunge erhalten, vor allem den alten Baumbestand. Es ergibt aber auch Sinn, über neuen preiswerten Wohnraum zu diskutieren. In dem Verfahren wird geklärt, ob eine Wohnbebauung kommt. Und wenn ja, in welchem Maß.“
CDU-Fraktionschefin Kristina Kilian-Klinge: „Wir haben Fehler gemacht, konnten unsere ursprünglichen Pläne nicht transportieren. Der neue Antrag ist das Ergebnis der bisherigen Beratung.“ Kai Holm (SPD) sagte: „Wir haben gelernt. Erst nach einer Bürgerbeteiligung wird weiter geplant.“ WG-Chef Carsten Brokelmann, gleichzeitig VfL-Präsident, meldete sich auch zu Wort, anders als noch im Schulausschuss: „Die Auffassung der VfL-Gremien ist eindeutig. Die Bewirtschaftung zweier großer Sportanlagen ist finanziell nicht leistbar.“ Soll heißen: Der VfL hätte ohnehin irgendwann den Nutzungsvertrag für die Camper Höhe gekündigt.
Barbara Zurek erläuterte, weshalb die Grünen entgegen des Ursprungsantrags diesmal dabei sind: In dem neuen Antrag sei die Rede von der Möglichkeit einer Freizeitsportanlage, dagegen sei eine Wohnbebauung als ausschließliches Ziel entfallen.
• Mehr aus dem Stadtrat, u.a. zum Haushaltsplan, in Kürze.

Moment mal

VfL Stade wird Camper Höhe verlassen

Die Befürchtungen vieler Gegner des Vorhabens, die Camper Höhe zu entwickeln, konnten im Rat nicht vollständig aus der Welt geschaffen werden. Sie sehen das Schicksal „ihrer“ geliebten Sportanlage als Neubaugebiet besiegelt. Zwar betonten fast alle Beteiligten, das geplante Werkstattverfahren sei ergebnisoffen. Doch wenn Stadtbaurat Lars Kolk sagt, dass mit Ergebnissen, die der Rat beschließen kann, erst in 2020 zu rechnen ist, gleichzeitig die Politik aber mehrheitlich dafür stimmt, bis 2020 die Sportanlage in Ottenbeck auszubauen, kann einem Bürger kaum verübelt werden, dass er ob einer angeblichen Ergebnisoffenheit skeptisch wird.
Immerhin hieß es im ersten Antrag auch, dass der Ausbau mit den Erlösen aus dem Verkauf der Camper Höhe finanziert werden soll. Eines steht zumindest mit dem Beschluss jetzt schon fest: Der VfL Güldenstern Stade wird die Camper Höhe verlassen. Björn Carstens

Stellungnahme der Fußballabteilung des VfL Güldenstern Stade: "Es gibt Pro und Kontra"

bc. Stade. Volles Haus im Königsmarcksaal: Gut 100 Bürger verfolgten die Entscheidung (siehe Artikel oben) zur Zukunft der Camper Höhe. Einige Tage vorab meldete sich die Fußballabteilung im Namen von Abteilungsleiter Torben Milbredt zu Wort. Lesen Sie die Stellungnahme im Wortlaut:
„Es ist nicht Aufgabe der Fußballabteilung vom VfL Güldenstern Stade zu beurteilen, ob eine Kündigung des Nutzungsvertrags von der Hansestadt Stade mit dem VfL Stade aus städtebaulichen Gründen zu erfolgen hat oder nicht. Ich sehe unsere Kernaufgabe vielmehr darin, dass wir für den Spielbetrieb, die sportliche Ausrichtung und die Organisation unserer 1.200 Abteilungsmitglieder verantwortlich sind. Unsere Priorität ist in erster Linie, die sportlich gesteckten Ziele zu erreichen.
Bei dem Antrag handelt es sich um eine politische Frage, die die Fraktionen von CDU, SPD und Wählergemeinschaft in den Stadtrat eingebracht haben. Als Abteilungsleiter vertrete ich eine politisch neutrale Position, zumal der Antrag nicht von der Fußballabteilung oder von mir persönlich gestellt wurde. Trotzdem möchte ich betonen, dass es wie so oft im Leben Pro und Kontra gibt und die Gründe sachlich miteinander abzuwägen sind, damit eine vernünftige Entscheidung getroffen wird.
Beim besten Willen kann ich nicht beurteilen, in welcher Höhe Sanierungskosten auf der Camper Höhe entstehen werden, um den Sanierungsbedarf abzudecken. Für diese sicherlich sehr bedeutende und möglicherweise vorentscheidende Frage gibt es Experten, die mit ihrem Sachverstand eine aussagekräftige Antwort geben können. Tatsache ist allerdings, dass ein erheblicher, akuter Sanierungsbedarf auf der Camper Höhe besteht. Oftmals können wir die Rasenplätze 1 und 2 in den Herbst- / Wintermonaten weder zum Spiel- noch zum Trainingsbetrieb nutzen.
Bei einer Erweiterung der Sportanlage in Ottenbeck würde zum ersten Mal die Möglichkeit geschaffen, dass alle 1.200 Abteilungsmitglieder eine gemeinsame einheitliche Trainings- und Spielstätte erhalten und die Mannschaften zusammengeführt werden. Die räumliche Trennung unserer Teams - wie es zurzeit der Fall ist - wäre vollständig aufgehoben.
Durch diesen Effekt könnte sicherlich der Teamgeist innerhalb der Fußballabteilung langfristig gestärkt und der interne Organisationsaufwand minimiert werden. Unabhängig davon habe ich die Hoffnung, dass sich die Situation aus Sicht der Fußballabteilung dauerhaft verbessert und eine Lösung im Sinne des Sports gefunden wird – wie auch immer die aussehen wird.“

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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