Dialog-Format in Stade
Pflege am Limit: CDU-Parlamentarier im Austausch mit Praktikern
- Podiumsdiskussion zum Thema Pflege (v. li.): Die CDU-Abgeordneten Melanie Reinecke, Jan Bauer und Birgit Butter sowie Tanja von der Bey (Senioren- und Pflegestützpunkt im Landkreis Stade) und Beke Cordes, Leiterin der ambulanten Pflegedienste des DRK
- Foto: CDU
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Pflege kostet – Zeit, Geld und oft genug auch Nerven. Doch darf sie deshalb ein unbezahlbares Luxusgut werden? Genau diese provokante Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Dialog Landtag“, zu der die CDU-Landtagsabgeordneten Melanie Reinecke und Birgit Butter ins Stader Havenhostel eingeladen hatten. Mit dabei: Jan Bauer, Pflegebeauftragter der CDU-Landtagsfraktion, sowie mehr als 60 engagierte Teilnehmer aus der ambulanten Pflege, aus Sozialstationen sowie aus Senioren- und Pflegestützpunkten – und damit direkt aus dem Pflegealltag.
Ein Abend der offenen Worte
Es wurde kein Blatt vor den Mund genommen. Die Teilnehmer sprachen offen über Missstände, diskutierten aber auch intensiv über politische Lösungsansätze. „Die Pflege ist eines der großen sozialen Themen, für die wir eine Lösung brauchen. Es braucht eine menschliche, aber auch nahbare Pflege und eine Politik, die dazu beiträgt, das Thema besser zu organisieren“, brachte Bauer die Herausforderung auf den Punkt.
Die Diskussion machte deutlich: Pflege ist mehr als ein Beruf, sie ist Berufung. Doch wie lange noch, wenn es an Wertschätzung, fairen Arbeitsbedingungen und einer Ausbildung fehlt, die nicht abschreckt, sondern begeistert?
Bessere Rahmenbedingungen erforderlich
Die Forderungen aus dem Plenum waren deutlich: weniger Bürokratie, mehr Zeit für Menschen, bessere Rahmenbedingungen – und eine klare Botschaft an die Politik. Azubis mahnten eine praxisnähere Ausbildung an, die ihnen mehr Sicherheit und Motivation im späteren Berufsleben gibt. Denn wer täglich mit Menschen arbeitet, braucht mehr als nur Theorie.
Butter und Reinecke zeigten sich beeindruckt vom offenen Austausch. „Pflege ist nicht nur eine politische Aufgabe, sondern vor allem ein menschliches Anliegen. Das wurde in der Diskussion deutlich“, betonten beide. Und versprachen: Die Erkenntnisse aus dem Dialog sollen in ihre parlamentarische Arbeit einfließen. "Ziel ist es, die Pflegepolitik in Niedersachsen zukunftsfest zu machen und dabei den Menschen wieder konsequent in den Mittelpunkt zu stellen", so Reinecke.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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