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30 Euro für das Deutschlandticket
Stader Kreisschülerrat fordert ermäßigtes Busticket für Oberstufenschüler

Oberstufenschüler im Landkreis Stade müssen das Monatsticket für den Schulbus bisher aus eigener Tasche bezahlen. Das möchte der Kreisschülerrat ändern (Symbolbild) | Foto: KI-generiert
  • Oberstufenschüler im Landkreis Stade müssen das Monatsticket für den Schulbus bisher aus eigener Tasche bezahlen. Das möchte der Kreisschülerrat ändern (Symbolbild)
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Wer im Landkreis Stade die gymnasiale Oberstufe besucht, muss die Monatskarte für den Schulbus selbst bezahlen. Das möchte der Kreisschülerrat ändern. Dessen Vorsitzender Hauke Ilsemann setzt sich seit Monaten für ein vergünstigtes oder bezuschusstes Busticket für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II ein.

Das Thema beschäftigt die Kreispolitik bereits seit dem vergangenen Jahr. Ein erster Vorstoß des Kreisschülerrates, die Kosten für das Busticket vollständig zu übernehmen, scheiterte im Herbst 2025 im Schulausschuss, dem Ilsemann als beratendes Mitglied angehört. Ausschlaggebend für die Ablehnung war damals vor allem die angespannte Haushaltslage des Landkreises und die hohen zu erwartenden Kosten.

Ein neuer Antrag wurde gestellt
Im Frühjahr dieses Jahres griff der Ausschuss für Schule und Bildung das Thema erneut auf. Ilsemann stellte einen neuen Antrag: Es sollte geprüft werden, inwieweit es für den Landkreis finanziell vertretbar ist, die Busticktes für die Oberstufenschüler zumindest zu bezuschussen. Der Kreisverwaltung beauftragte daraufhin den Verkehrsverbund Nordost-Niedersachsen (VNO), mögliche Lösungen und deren finanzielle Auswirkungen zu berechnen. Auf der Sitzung wurde aber bereits deutlich, welche Summen im Raum stehen. Kreisweit besuchen rund 8.300 Schülerinnen und Schüler die gymnasiale Oberstufe. Würde der Landkreis für alle diese Jugendlichen ein kostenloses bzw. ermäßigtes Ticket finanzieren, wären jährliche Mehrkosten von mehreren Millionen Euro zu erwarten.

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Geplante Tarifreform wirft Fragen auf
Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung Ende Mai stellte der VNO nun verschiedene Berechnungsmodelle vor. Eine abschließende Bewertung war jedoch nicht möglich. Grund dafür ist die angekündigte Tarifreform des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV), die wahrscheinlich im kommenden Jahr erfolgt. Noch ist nicht bekannt, wie die künftige Tarifstruktur aussehen wird. Es ist aber so gut wie sicher, dass das bisherige Tarifzonensystem wegfallen soll. Damit würden auch vergleichsweise günstige Schülertickets für einzelne Zonen künftig nicht mehr angeboten. Als realistische Alternativen bleiben nach aktuellem Stand nur noch ein landkreisweit gültiges Schülerticket oder das Deutschlandticket.

Ermäßigtes Deutschlandticket für 30 Euro
Sollte der Landkreis künftig die Kosten für alle Schülerinnen und Schüler übernehmen, lägen die Ausgaben nach aktuellen Berechnungen bei rund 18 Millionen Euro jährlich. Deutlich günstiger wäre dagegen ein Modell mit einem rabattierten Deutschlandticket. Dabei würden Oberstufenschüler sowie Schüler der unteren Schulklassen, die wegen eines kurzen Schulwegs bislang keinen Anspruch auf eine kostenlose Schülerfahrkarte haben, einen Eigenanteil von 30 Euro pro Monat zahlen. Die Kosten für den Landkreis würden in diesem Fall erheblich niedriger ausfallen.

Eine Entscheidung wird es vorerst nicht geben. Der Kreispolitik will das Thema erst wieder aufgreifen, wenn die Details der neuen HVV-Tarifstruktur feststehen und eine zuverlässige Berechnung der zu erwartenden Kosten möglich ist. Es ist davon auszugehen, dass vor der Kommunalwahl im September nichts mehr passieren wird. Danach muss sich der Schulausschuss - dann in wahrscheinlich anderer Besetzung - erneut mit dem Thema befassen.

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Kreisschülerrat sieht weiter Handlungsbedarf
Der Kreisschülerrat will jedenfalls weiter am Ball bleiben. Ilsemann verweist darauf, dass viele Jugendliche auf Bus und Bahn angewiesen seien, insbesondere im ländlich geprägten Landkreis Stade. Gleichzeitig hätten viele Oberstufenschüler noch kein eigenes Einkommen. „Viele Schülerinnen und Schüler sowie Familien im Landkreis würden von einer solchen Entlastung profitieren – gerade in finanziell schwierigen Zeiten. Mobilität darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, erklärt der Vorsitzende des Kreisschülerrates. Er verweist auf andere Landkreise in Niedersachsen, die trotz schwieriger Haushaltslage  entsprechende Lösungen gefunden hätten. Zudem sei im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung ursprünglich ein vergünstigtes Deutschlandticket für junge Menschen angekündigt worden. Umgesetzt worden sei dies bislang allerdings nur für Auszubildende.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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