Wirtschaftsweg im Benedixland gesperrt
Brückenbaustelle in Stade: Stadt blockiert Schleichweg mit Betonbarriere
- Der Wirtschaftsweg im Stader Benedixland ist jetzt mittendrin mit einem Betonring blockiert. Für Autofahrer bedeutet dies: Sackgasse ohne Wendemöglichkeit
- Foto: Hansestadt Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wer derzeit mit dem Auto in Stade unterwegs ist, braucht vor allem eines: Geduld. Besonders an der Baustelle in der Harburger Straße, wo der Verkehr per Ampel geregelt wird, heißt es oft warten. Für manche Autofahrer ist das offenbar zu viel verlangt. Statt brav im Stau zu stehen, wird kreativ umgeplant – frei nach dem Motto: Es muss doch noch einen anderen Weg geben. Dass nicht jeder vermeintliche Schleichweg dafür gedacht ist, zeigt das jüngste Beispiel aus dem Benedixland.
Absperrung landet im Graben
Dort wurde ein Wirtschaftsweg als inoffizielle Umgehungsstraße genutzt. Ob der schmale Weg neben einem breiten Graben dafür geeignet ist oder nicht, schien einige Verkehrsteilnehmer wenig zu interessieren. Selbst die Absperrungen hielten nicht alle auf. Nach Berichten von Anliegern landeten die Sperren teils sogar im Graben – frei nach dem Prinzip: Was im Weg steht, wird weggeräumt.
Sogar Lkw fuhren dort
Dabei ist der Wirtschaftsweg aus gutem Grund bereits seit Wochen gesperrt. Das winterliche Wetter macht die Strecke rutschig und gefährlich, die Gefahr von festgefahrenen Autos oder unfreiwilligen Ausflügen in den Straßengraben ist hoch. Dass sich dort sogar Lkw versuchten, spricht eher für ausgeprägten Umgehungswillen als für gesunden Menschenverstand.
Betonbarriere blockiert den Weg
Jetzt hat die Stadt Stade die Reißleine gezogen – und das ziemlich unmissverständlich. Eine unverrückbare Barriere - bestehend aus einem Betonring - blockiert den Wirtschaftsweg Benedixland und macht endgültig klar: Hier geht es nicht weiter. Anlieger sowie Einsatzkräfte wie die Feuerwehr sind informiert, für den Durchgangsverkehr ist der Weg nun aber endgültig tabu.
Umleitungen für Auto- und Radfahrer
Während die Brücke in der Harburger Straße über das Bahngleis erneuert wird, bleibt der Verkehr dort weiterhin in beide Richtungen möglich – geregelt durch eine Baustellenampel. Für alle, die lieber fahren als stehen, gibt es offizielle Umleitungsstrecken. Autofahrer und Lkw werden großräumig über die B73, die L111 und die Altländer Straße geleitet. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, hat zwei Möglichkeiten, den Baustellenbereich zu umfahren: Eine Umleitung führt von der Harburger Straße über Benedixweg, Vorwerk- und Mittelstraße zurück auf die Harburger Straße. Die zweite Umleitung führt von der Harburger Straße über den Henry-Dunant-Weg, parallel zum Bahngleis zum Cheruskerweg, dann weiter parallel zur B73 zur Lilienthalstraße und über den Streuheidenweg wieder auf die Harburger Straße.
Künftig mehr Platz für Radfahrer
Der Brückenneubau selbst ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für die Stadt. Seit Juli 2025 wird an der Harburger Straße gebaut, weil die alte Brücke aus statischen Gründen ersetzt werden muss. Künftig soll dort mehr Platz für alle Verkehrsteilnehmer entstehen – insbesondere Radfahrer profitieren von deutlich breiteren Wegen. Auf der Ostseite ist ein Radweg von 1,90 Metern Breite geplant, auf der Westseite sogar von 3,90 Metern, da die Brücke Teil der Radvorrangroute 1 des Stadtentwicklungskonzepts „Stade 2040“ ist. Diese Radvorrangroute führt von Ottenbeck über die Harburger Straße, den ehemaligen Festplatz und die Allmersallee Richtung Hansebrücke, Bahnhof und Altstadt.
Bis der Brückenneubau abgeschlossen ist, bleibt den Autofahrern allerdings nur eines: an der roten Ampel stehen, tief durchatmen – und den Wirtschaftswegen ihre eigentliche Bestimmung lassen.
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Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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