Virtueller Rundgang
Museumsbesuch per Mausklick: Goldap-Museum in Stade geht künftig online
- Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen erstellt einen virtuellen Rundgang durch das Goldap-Museum. Im Auftrag der Stiftung sind Barbara Kämpfert und Thomas Dapper daher dieser Tage in Stade zu Gast
- Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wer das Goldap-Museum in Stade anschauen möchte, kann schon bald bequem von zu Hause aus durch die Ausstellung spazieren. Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen erstellt derzeit einen digitalen Rundgang durch das Patenschaftsmuseum an der Harsefelder Straße. Noch in diesem Jahr soll das virtuelle Angebot im Internet verfügbar sein.
Mit Kamera und Maßband durch die Ausstellung
Derzeit sind Barbara Kämpfert und Thomas Dapper im Auftrag der Kulturstiftung im Museum unterwegs. Mit viel Geduld fotografieren sie Ausstellungsräume und Exponate aus allen Perspektiven. Dabei geht es nicht nur um schöne Bilder: Viele Ausstellungsstücke werden zusätzlich vermessen, damit sie später möglichst originalgetreu in einer virtuellen 3D-Ansicht dargestellt werden können.
Im Hintergrund verarbeitet anschließend ein weiteres Team die zahlreichen Fotos und Informationen zu einem digitalen Museumsrundgang. Bis daraus eine realitätsnahe Nachbildung entsteht, vergehen allerdings mehrere Monate. Geplant ist, den Rundgang bereits im Herbst auf der Internetseite www.ostdeutsche-heimatsammlungen.de freizuschalten.
Förderung durch das Land Niedersachsen
Möglich wird das Projekt durch eine Förderung der Niedersächsischen Staatskanzlei. Sie finanziert die Digitalisierung des Museums, das gemeinsam vom Landkreis Stade und der Kreisgemeinschaft Goldap getragen wird. Mit dem virtuellen Rundgang sollen die Ausstellungen künftig auch Menschen erreichen, die das Museum nicht persönlich besuchen können. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, die Geschichte und die Exponate dauerhaft digital zu sichern.
Erinnerung an die Geschichte Ostpreußens
Das Patenschaftsmuseum „Goldap in Ostpreußen“ dokumentiert auf anschauliche Weise rund 400 Jahre Geschichte des ehemaligen ostpreußischen Kreises Goldap. Neben zahlreichen historischen Exponaten beleuchtet die Ausstellung das kulturelle und gesellschaftliche Leben bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Ein weiterer Ausstellungsbereich widmet sich der Zeit nach 1945. Er zeigt, wie sich die Beziehungen zwischen Goldap und Stade entwickelten und wie aus ehemaligen Vertriebenen und ihrer neuen Heimat enge Verbindungen entstanden. Ergänzt wird das Angebot durch eine umfangreiche Spezialbibliothek mit Literatur zur Geschichte Ostpreußens sowie durch Video-Interviews mit Zeitzeugen.
Enge Verbindung zwischen Goldap und Stade
Die Verbindung zwischen dem Landkreis Stade und dem ehemaligen Kreis Goldap reicht inzwischen mehr als 70 Jahre zurück. Bereits 1952 übernahm der Landkreis die Patenschaft für den ostpreußischen Landkreis. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche Menschen aus Goldap im Landkreis Stade eine neue Heimat. In der Stader Innenstadt wurden sie damals zunächst in Baracken untergebracht.
Weitere Informationen zum Museum gibt es unter www.goldap.de.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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