Ernte 2026: Hitze und Trockenheit setzen Niedersachsens Feldern zu
- Hitze und Trockenheit macht der Landwirtschaft dieses Jahr zu schaffen (Symbolfoto)
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Die Erntebilanz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen fällt in diesem Jahr höchst unterschiedlich aus. Während Wintergerste und Roggen mit dem Wetter vergleichsweise gut zurechtkamen, mussten Landwirte bei Weizen, Raps und regional vor allem beim Mais deutliche Einbußen hinnehmen. Zugleich steigen die Kosten.
Niedersachsens Landwirte blicken auf ein Jahr mit Wetterextremen zurück. Nach guten Aussaatbedingungen und einem weitgehend problemlosen Winter folgte ein trockenes Frühjahr. Regen im Mai entspannte die Situation zunächst, doch Ende Juni kletterten die Temperaturen teilweise bis auf 40 Grad. Danach blieb es erneut trocken. Bis Ende August wurden je nach Region bereits 13 bis 22 Tage mit mindestens 30 Grad gezählt. Im langjährigen Mittel sind es lediglich gut sieben.
Entscheidend war dabei nicht nur, wie heiß und trocken es wurde, sondern wann. Das zeigt sich besonders beim Getreide. Die niedersächsische Ernte liegt mit rund 5,5 Millionen Tonnen etwa 3,4 Prozent unter dem guten Vorjahr. Wintergerste profitierte von ihrer frühen Entwicklung und erreichte mit 78,7 Dezitonnen pro Hektar sogar einen höheren Ertrag als 2025. Winterweizen erwischte die Hitze dagegen mitten in der wichtigen Kornfüllung: Mit 77,3 Dezitonnen liegt der Ertrag 7,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die Qualität schwankt stark.
Mais leidet unter Wassermangel
Besonders drastisch sind die Folgen auf manchen Maisfeldern. In der Mitte Niedersachsens entwickelten sich Bestände auf leichten Sandböden wegen Wassermangels teilweise so schlecht, dass sie nicht einmal zur Blüte kamen und keine Kolben bildeten. Dort werden beim Silomais teilweise Mindererträge von mehr als 50 Prozent erwartet. Einige Flächen wurden deshalb vorzeitig gehäckselt. Für Viehhalter kann das teuer werden, wenn Grundfutter zugekauft werden muss.
Auch Kartoffeln litten unter Hitze und Trockenheit. Die Knollen blieben vielfach kleiner. Allerdings hat sich der Markt nach dem Preisverfall des Vorjahres erholt: Rund 25 Euro je Dezitonne werden derzeit im Durchschnitt erzielt – fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Beim Raps stehen einem Ertragsminus von fast 20 Prozent ebenfalls deutlich höhere Preise gegenüber.
Doch bessere Preise bedeuten nicht automatisch bessere Geschäfte. Diesel war nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer im August rund 44 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wichtige Düngemittel verteuerten sich um etwa ein Fünftel. Gerade die in diesem Sommer vielerorts notwendige Feldberegnung verursacht damit zusätzliche Kosten.
Landwirtschaft muss sich anpassen
Für Kammerpräsident Gerhard Schwetje liefert 2026 deshalb wichtige Hinweise für die Zukunft. Unterschiedliche Kulturen und Sorten mit verschiedenen Reifezeiten können das Wetterrisiko verteilen. Hinzu kommen wassersparende Bodenbearbeitung, Zwischenfrüchte, trockenheitstolerantere Sorten und ein besseres Wassermanagement.
- Kammerpräsident Gerhard Schwetje
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Dass Anpassung funktionieren kann, zeigt ausgerechnet ein traditionelles Getreide: Roggen kam auf leichteren Böden mit der Trockenheit vergleichsweise gut zurecht und erzielte überdurchschnittliche Erträge. Die Ernte 2026 macht damit deutlich: Auf Niedersachsens Äckern dürfte künftig nicht allein entscheidend sein, was angebaut wird – sondern auch, wann eine Pflanze ihre empfindlichste Wachstumsphase erreicht.
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