++ EILMELDUNG ++

Nach der Entscheidung für das neue Aldi-Zentrallager: Strafanzeige gegen Gemeinde Stelle

Folge des Lockdowns
Breitensportvereine in den Landkreisen Harburg und Stade verlieren Mitglieder

"Macht Sport" hat ein Unbekannter vergangene Woche in den Neuschnee geschrieben. Gesehen im beliebten Naherholungsgebiet Brunsberg bei Sprötze in der nördlichen Lüneburger Heide
  • "Macht Sport" hat ein Unbekannter vergangene Woche in den Neuschnee geschrieben. Gesehen im beliebten Naherholungsgebiet Brunsberg bei Sprötze in der nördlichen Lüneburger Heide
  • Foto: ts
  • hochgeladen von Thomas Sulzyc

(ts). Der Breitensport in den Landkreisen Harburg und Stade liegt in dem mittlerweile zweiten Lockdown seit dem Frühjahr 2020 am Boden. Die Sporthallen sind geschlossen, die Sportplätze gesperrt. Nichts geht mehr in den Sportvereinen. Deshalb sinken die Mitgliederzahlen, nicht selten innerhalb des vergangenen Jahres um zehn Prozent. Mitglieder sind nicht mehr bereit, Geld ohne Gegenleistung zu zahlen.
Bis zum 31. Dezember 2020 hatten die Sportvereine in Niedersachsen dem Landesportbund ihre Mitgliederzahlen zu melden. Zum ersten Mal liegen damit belastbare Zahlen vor, die das Ausmaß des bundesweiten Breitensportverbots deutlich machen: Der Vereinssport gerät außer Form, der Mitgliederschwund ist teilweise drastisch.
Die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben eine fatale Entwicklung zur Folge: Während die Zahl der Austritte kaum oder nicht zunimmt, bleiben die Neueintritte aus.
"Normalerweise hatten wir pro Quartal 200 bis 250 Austritte. Dem standen 300 bis 350 Neueintritte gegenüber. Jetzt haben wir aber keine Eintritte mehr", sagt der Vorsitzende von Blau-Weiss Buchholz, Arno Reglitzky. Die Folge: Die Zahl der Mitglieder sank von 6.100 (Ende 2019) auf 5.100 (Ende 2020).
Ähnlich das Bild beim TuS Harsefeld - nur dass der Mitgliederschwund in dem ländlichen Umfeld des Klubs moderater ausfällt: Die Zahl ging innerhalb des vergangenen Jahres um 170 auf 2.935 zurück (minus vier Prozent). "Die Solidarität ist groß, weil wir auf dem Dorf sind", sagt Geschäftsführer Benjamin Wutzke.
Der Buxtehuder SV hofft auf eine baldige Rückkehr in den Sportbetrieb. "Unser Wunsch ist, möglichst viel Sport stattfinden zu lassen", sagt Finanzvorstand Stefan Hebecker. Die Mitgliederzahl ist um mehr als 300 unter die Marke von 4.000 gesunken. Das entspreche einem Rückgang von circa sieben Prozent.
Während Sportler ihren Mannschaften eher treu blieben, verlieren die Sportvereine Mitglieder vor allem in den Individualsportarten. Beispiel Todtglüsinger SV: Bei dem großen Breitensportverein ging die Zahl der Mitglieder von 9.240 auf 8.333 zurück. "Wir haben viele Austritte bei den Fitness-Sportarten", sagt die Vorsitzende Renate Preuß.

Was Sportvereinen jetzt helfen könnte

Die Corona-Pandemie setzt den Sportvereinen schwer zu. Hatten die Klubs den Lockdown im Frühjahr 2020 noch kompensieren können, hat das zweite deutschlandweite Sportverbot einen Mitgliederschwund ausgelöst. Niemand tritt mehr in den Sportverein ein, sodass die Zahl der üblichen Austritte nicht mehr kompensiert wird. Was kann den Sportvereinen in dieser Situation helfen?
Der Geschäftsführer des TuS Harsefeld denkt an die Zeit, wenn die Infektionszahlen sinken und die Landesregierung Lockerungen zulassen wird: "Was uns fehlt, sind Sportangebote in der frischen Luft. Wir brauchen zusätzliche Angebote und Sportgeräte. Da könnte der Landessportbund mehr tun, denn die vollen Verbandsbeiträge zahlen die Sportvereine ja weiter", sagt Geschäftsführer Benjamin Wutzke.
Blau-Weiss Buchholz hat in eigene Sportstätten investiert. Zwar haben zinsfreie Kredite der N-Bank und Soforthilfen des Landessportbundes dem Verein geholfen. Aber das zweite Sportverbot für den Breitensport bereitet Sorgen: "Wenn der Lockdown bis Ende März andauert, droht eine Insolvenzgefahr", sagt der Vorsitzende Arno Reglitzky. Größere Breitensportvereine, die in Gebäude und Sporthallen investiert haben, hoffen, dass der Landessportbund ihnen zusätzlich hilft.
Fördergeld für Sportvereine ist offenbar noch vorhanden - wohl auch, weil hohe Antragshürden den Sportvereinen Schwierigkeiten bereiten. Der Todtglüsinger SV hatte im vergangenen Jahr einen Förderantrag stellen wollen, seine Situation dazu aber als "existenzbedroht" einstufen müssen. "Wir wollten nicht lügen und haben von dem Antrag an den Landessportbund abgesehen", sagt Geschäftsführer Heiner Hoops. Der Sportverein habe daraufhin Landtagsabgeordnete informiert, damit sie sich für eine andere Antragsformulierung einsetzten, berichtet die Vorsitzende Renate Preuß. Mittlerweile soll das dem Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke (CDU) aus Elstorf gelungen sein.
Der Buxtehuder SV hat finanzielle Hilfen aus unterschiedlichen Programmen erhalten. Doch die größte Hilfe wäre, in den Trainingsbetrieb zurückkehren zu dürfen: "Wichtig ist, dass unter Beachtung von Hygienekonzepten so viel Sport unter Anleitung wie möglich erfolgen kann. Wir versuchen hier mit Online-Angeboten die Gruppen zusammenzuhalten", sagt BSV-Vorstandsmitglied Stefan Hebecker. Das sei aber nur bedingt möglich.
Die Politik müsse die große Bedeutung des Sports für das Soziale berücksichtigen. Stefan Hebecker: "Unser Wunsch ist, möglichst viel Sport stattfinden zu lassen." Denn jeder Tag ohne Sport bedeutet auch, dass die Gesundheit der Menschen leidet und bewegungsbedingte Erkrankungen begünstigt werden.

Sportvereine - weit mehr als Tore und Punkte
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

Aktuelle Geschichten vom Tag!

Panorama
Winsens Bürgermeister Andrè Wiese   Foto: Stadt Winsen
3 Bilder

Bürgermeister geben Sozialministerium die Schulnote 6

Winsens Bürgermeister André Wiese redet Klartext gegen das Sozialministerium thl. Winsen. "Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen über so viel Inkompetenz", sagt Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU) und fügt hinzu: "Die Leistung des Niedersächsischen Sozialministeriums zur Information der über 80-Jährigen zu den bevorstehenden Impfungen ist in Schulnoten eine glatte Sechs!" Ein Bürgermeister redet Klartext. Auslöser ist die Aussage des Ministeriums, dass man dort, um alle...

Panorama

+++update+++ Detaillierte Corona-Zahlen vom 19. Januar
Landkreis Harburg: Inzidenzwert und aktive Fälle steigen wieder leicht an und wieder ist jemand verstorben

(sv). Nach dem Rückgang der vergangenen Tage ist die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Landkreis Harburg wieder leicht gestiegen: Zurzeit sind 197 Menschen bekannt, die mit dem Coronavirus infiziert sind - das sind 23 mehr als am Montag. Insgesamt waren im Landkreis Harburg seit Ausbruch der Corona-Pandemie 3.549 Menschen an Corona erkrankt (plus 40), 3.292 Personen (plus 16) haben die Krankheit überwunden. Eine weitere Person ist mit oder am COVID-19-Virus verstorben, die Gesamtzahl der Toten...

Service

Im Vergleich zu Weihnachten nur noch halb so viele akute Corona-Fälle
Erfolg der Corona-Beschränkungen? Zahlen im Landkreis Stade sinken

jd. Stade. Zeigen die im Dezember erfolgten Verschärfungen der Corona-Beschränkungen erste Wirkung im Landkreis Stade? Der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Dienstag auf 67,0 gefallen. In den vergangenen zehn Tagen lag dieser Inzidenzwert zunächst im 80er-Bereich und dann im 70er-Bereich. Einen Tiefstand weist auch die Zahl der aktuell Infizierten auf. Derzeit sind es lediglich 161 Personen, die der Landkreis als "aktuell Erkrankte" meldet. Dabei handelt es sich um diejenigen Menschen,...

Panorama
Mario und Michelle Kummer mit ihrem Fahrzeug-Oldie "Flocke"
7 Bilder

Mario Kummer und Tochter Michelle bereiten sich auf die Baltic Sea Circle Tour vor
Einmal zum Nordkap und um die Ostsee herum

sla. Apensen. "Flocke for future" ist momentan das Motto von Versicherungsfachwirt Mario Kummer (46) und Tochter Michelle (18) aus Apensen. Flocke heißt ihr zwanzig Jahre alter Toyota Landcruiser, mit dem sie zu einem großen Abenteuer starten wollen: die Baltic Sea Circle Rallye über 7.500 Kilometer um die Ostsee und durch zehn Länder. Über den Offroad-Verein "ORC Heidefüchse" kennen die Apensener die gleichgesinnten Offroad-Fans, das Ehepaar Axel und Katrin Haupt aus Meckelfeld und Thorsten...

Politik
Seit November 2020 in Betrieb: die Kita Kinderwelt an der Klaus-Groth-Straße
2 Bilder

Investition in Kinderbetreuung
Stadt Buchholz plant drei neue Kitas

os. Buchholz. Durch die Neueinrichtung der Kitas Kneipp-Zwerge in Dibbersen und Ole Wisch am Buenser Weg sowie die Erweiterung der Kita Kinderwelt hat die Stadt Buchholz im vergangenen Jahr insgesamt 81 Krippen- und 106 Elementarbetreuungsplätze geschaffen. Die Anstrengungen, für jedes Kind einen Betreuungsplatz vorzuhalten - dieser steht den Eltern gesetzlich zu -, sollen in den kommenden Jahren intensiviert werden. Das sieht die sogenannte erste "Fortschreibung des Maßnahmenplans zum Ausbau...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen