Einkaufen auf dem Land verbessern
Buxtehuder CDU-Politikerin Birgit Butter: Digitale Dorfläden per Landesgesetz fördern
- In einem Smart Store ist oftmals das Einkaufen rund um die Uhr möglich
- Foto: KI-generiert
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wenn für das spontane Kuchenbacken das Mehl oder die Milch fehlt, wird es schwierig. Wer im Landkreis Stade in einem der vielen Dörfer zwischen Geest, Marsch und Moor lebt, hat den nächsten Supermarkt nicht gleich um die Ecke. Ohne Auto geht wenig, Busverbindungen sind dünn getaktet, und spontane Besorgungen werden schnell zur kleinen Landpartie. Genau hier kommen sogenannte Smart Stores ins Spiel – vollautomatisierte Mini-Märkte, die rund um die Uhr geöffnet haben und ganz ohne Personal auskommen.
„Gerade im ländlichen Raum spüren wir jeden geschlossenen Laden. Wenn der letzte Nahversorger aufgibt, bedeutet das: längere Wege, weniger Lebensqualität und weniger Selbstständigkeit – besonders für ältere Menschen. Deshalb brauchen wir praktikable Lösungen statt unnötiger bürokratischer Hürden“, erklärt die Buxtehuder CDU-Landtagsabgeordnete Birgit Butter.
Bislang gibt es kreisweit nur einen solchen Smart Store. „Er zeigt, wie moderne Technik konkret zur Sicherung der Nahversorgung beitragen kann – rund um die Uhr, ohne Personal am Sonntag, aber mit einem echten Mehrwert für die Menschen vor Ort“, so Butter. Gerade in kleineren Ortsteilen oder wachsenden Neubaugebieten – etwa in Harsefeld – könnten solche Konzepte die bestehende Infrastruktur sinnvoll ergänzen.
Klare Regeln für digitale Dorfläden
Daher drängt Butters CDU-Fraktion im Landtag jetzt auf eine Änderung des Niedersächsischen Ladenöffnungs- und Verkaufszeitengesetzes (NLöffVZG). Ziel ist es, vollautomatisierten Verkaufsstellen die Öffnung an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen - sofern sichergestellt ist, dass kein Personal eingesetzt wird. Damit bleibe der verfassungsrechtlich geschützte Sonntag gewahrt, denn „ohne den Einsatz von Personal findet keine Sonntagsarbeit im arbeitsrechtlichen Sinne statt“ .
Kurze Wege für den kleinen Einkauf
Die Vorteile dieser Tante-Emma-Läden des digitalen Zeitalters bringt Butter auf den Punkt: „Was bedeutet das konkret für uns hier im Landkreis Stade? Es bedeutet mehr Versorgungssicherheit für kleinere Orte ohne klassischen Supermarkt. Es bedeutet kurze Wege statt langer Autofahrten. Und es bedeutet eine echte Perspektive für Dörfer, die sonst Gefahr laufen, weiter Infrastruktur zu verlieren.“ Dabei verstehe man Smart Stores nicht als Konkurrenz zum klassischen Einzelhandel, aber als wichtige Ergänzung, betont Butter.
Kein Personal am Sonntag beschäftigen
Laut Gesetzentwurf soll die Öffnung an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich ganztägig möglich sein (0 bis 24 Uhr), wobei die Gemeinden per Satzung Dauer und Lage der Öffnungszeiten festlegen können. Zudem bleibt den Kommunen die Möglichkeit, aus städtebaulichen oder örtlichen Gründen bestimmte Bereiche auszunehmen. Damit würde ein klarer Rechtsrahmen geschaffen, so die CDU-Politikerin. "Wir wollen nicht mit kleinteiligen Flächen- oder Sortimentsbegrenzungen Innovation ausbremsen. Entscheidend ist allein: kein Personal am Sonntag und eine gesicherte Nahversorgung." Moderne digitale Geschäftsmodelle und der Schutz des Sonntags würden sich nicht ausschließen. "Wir verbinden beides sinnvoll miteinander."
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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