Nach angekündigtem Stellenabbau bei Dow Stade
IHK Elbe-Weser fordert bessere Rahmenbedingungen für Industrie

Im Stader Dow-Werk werden 110 Beschäftigte ihren Job verlieren (Symbolbild). Die IKH Stade reagiert betroffen auf die Nachricht | Foto: KI-generiert
  • Im Stader Dow-Werk werden 110 Beschäftigte ihren Job verlieren (Symbolbild). Die IKH Stade reagiert betroffen auf die Nachricht
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Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Elbe-Weser hat betroffen auf die angekündigten Stellenstreichungen beim Stader Werk des Chemiekonzerns Dow reagiert. Wie berichtet, sollen am Standort Stade 110 Arbeitsplätze abgebaut werden. "Hinter jeder Stelle stehen Menschen und Familien. Wir erwarten und vertrauen darauf, dass Dow diesen Prozess verantwortungsvoll, sozialverträglich und im engen Dialog mit Betriebsrat, Beschäftigten und Region gestaltet", erklären IHK-Präsident Sebastian Vossmann und Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt in einer gemeinsamen Stellungnahme. 

Dow streicht mehr als 100 Jobs in seinem Stader Werk

Energieintensive Firmen stehen unter Druck
Für die IHK steht neben den Auswirkungen auf die Beschäftigten vor allem die Zukunft des Chemiestandorts Stade im Mittelpunkt. Die dortige Produktion müsse langfristig gesichert werden. Das sei für den Stade und die gesamte Elbe-Weser-Region von großer Bedeutung, betonen Vossmann und von Speßhardt. Sie verweisen darauf, dass die angekündigten Maßnahmen bei Dow Teil eines weltweiten Transformations- und Effizienzprogramms seien. Gleichzeitig verdeutliche die Entwicklung, unter welch starkem Druck die energieintensive Industrie in Deutschland und Europa steht.

Kritik an Energiepreisen und Bürokratie
Die IHK nutzt die Diskussion um Dow, um auf strukturelle Probleme des Industriestandorts Deutschland hinzuweisen. „Hohe Energie- und CO₂-Kosten, Bürokratie, komplexe und langsame Regulierung, unzureichende handelspolitische Schutzinstrumente und fehlende langfristige Planungssicherheit gefährden zunehmend Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Beschäftigung“, heißt es in der Stellungnahme. Dabei sichere gerade die Grundstoffchemie die Wertschöpfungskette vor Ort.

Gemeinsame Position finden
"Sebastian Vossmann und ich haben in Brüssel mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne genau über diese Fragen gesprochen. Der vom Land Niedersachsen gestartete Chemiedialog ist dafür ein wichtiges Signal", sagt von Speßhardt. Ziel müsse es sein, eine gemeinsame Position gegenüber Berlin und Brüssel einzunehmen: wettbewerbsfähige Energiepreise, spürbarer Bürokratieabbau, weniger Regulierung auch auf europäischer Ebene, schnellere Verfahren und bessere Bedingungen für industrielle Investitionen.

Trotzdem gibt es eine Zukunftsperspektive
"Die aktuellen Nachrichten von Dow verleihen diesen auch für unsere Mitgliedsunternehmen wichtigen Forderungen zusätzliches Gewicht", so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Er gibt sich aber trotz aller Widrigkeiten zuversichtlich: "Der Standort Stade hat starke industrielle Substanz und echte Zukunftsperspektiven. Das gilt gerade mit Blick auf das vom Landkreis Stade angestoßene Projekt zur Zukunftsperspektive und Standortentwicklung des Chemie- und Industriestandortes Stade."

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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