Jugendlicher wurde nach Diebstahl abgewimmelt
Die Polizei - immer dein Helfer?

Lorenzo Öhler war nach dem Diebstahl seines Handys verärgert über das Verhalten der Polizei | Foto: ce
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen Tote
Nach Suizid: Strafverfahren gegen mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird eingestellt

Das strafrechtliche Verfahren gegen den mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird nach dessen Suizid eingestellt. Nach deutschem Recht ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen Tote. Der 45-Jährige hat sich während seiner Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben genommen – offenbar durch Erhängen.  Der Fall ist damit jedoch keineswegs abgeschlossen: Die Mordkommission arbeitet weiter, um den Ablauf der Tat vom 29. Juni aufzuklären und eine mögliche...

Blaulicht

Unfallflucht in Winsen
Polizei sucht Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc

Nach einer Verkehrsunfallflucht im Ilmer Weg bittet die Polizei Winsen um Zeugenhinweise. Eine bislang unbekannte Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc soll durch ihre Fahrweise einen Ausweichvorgang verursacht haben und anschließend weitergefahren sein. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, 21. Juli, gegen 17 Uhr im Ilmer Weg. Nach Angaben der Polizei war ein BMW-Fahrer aus Richtung Osttangente unterwegs und passierte einen am Fahrbahnrand abgestellten Opel Adam. Zeitgleich kam ihm ein...

Blaulicht
Für Frank Mierwaldt Glück im schweren Unglück: Hündin Lola konnte durch die aufmerksamen Nachbarn schnell gerettet werden. | Foto: Frank Mierwaldt
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Feuer-Drama am Stover Strand
Tinyhouse zerstört: Hilfe für Frank

Ein verheerender Brand hat das Mobilheim von Pferdetrainer Frank Mierwaldt am Stover Strand komplett zerstört. Während der Besitzer beim Zahnarzt saß, retteten Nachbarn in letzter Sekunde seine Hündin Lola aus den Flammen. Jetzt erfährt der Camper eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft. Nach ersten Ermittlungen löste vermutlich ein überhitztes Elektrogerät das Feuer aus. Von dem Tinyhouse direkt am Elbufer ist nichts mehr übrig. Zum Glück waren die Nachbarn auf dem Campingplatz wachsam...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Dieseldiebe schlagen in Hittfeld und Tostedt zu: Rund 1.250 Liter Kraftstoff gestohlen

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Montag, 20. Juli, auf Dienstag, 21. Juli, auf mehreren Baustellen im Landkreis Harburg große Mengen Diesel aus Baumaschinen gestohlen. Betroffen waren Baustellen in Hittfeld und Tostedt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Auf einer Baustelle im Meyermannsweg in Hittfeld zapften die Täter aus einem Bagger rund 350 Liter Diesel ab. Wie die Täter auf das Baustellengelände gelangten, ist Gegenstand der Ermittlungen.Auch auf...

Blaulicht
Das Unfallfahrzeug war im Seitengraben gelandet, was die Rettungsmaßnahmen erschwerte | Foto: Feuerwehr Buchholz
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Schwerer Rettungseinsatz
Verkehrsunfall auf dem Nordring – Feuerwehr befreit eingeschlossene Person

Die Ortsfeuerwehr Buchholz wurde am Mittwochnachmittag, 22. Juli, um 14.45 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf den Nordring alarmiert. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein PKW nach einer Kollision mit einem LKW von der Fahrbahn abgekommen und in einen Straßengraben geschleudert worden. Die Fahrerin bzw. der Fahrer des Pkw war im Fahrzeug eingeschlossen. Nach einer ersten Erkundung stimmten die Einsatzkräfte das weitere Vorgehen eng mit dem Rettungsdienst ab. Da sich das Fahrzeug im Straßengraben...

Blaulicht

Polizei warnt vor schweren Folgen
Polizei stoppt E-Roller mit Tempo 85 in Stade

Mit einem offenbar stark getunten E-Roller war am Donnerstagabend eine 23-Jährige in Stade unterwegs. Polizeibeamte kontrollierten die Fahrerin gegen 18.30 Uhr in der Straße „Am Bahnhof“. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Roller laut eigenem Tacho eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern erreichen konnte. Im gedrosselten Normalmodus zeigte das Fahrzeug dagegen 22 Stundenkilometer an. Polizei stellt E-Roller sicher Die Polizei stellte den E-Roller sicher. Gegen die...

Blaulicht

Mit 174 km/h über die Landstraße
Zwei Extrem-Raser im Landkreis Stade erwischt

Mal wieder sind zwei Autofahrer aufgefallen, die eine Landstraße offenbar mit einer Rennstrecke verwechselt haben. Der eine wurde mit 174 Stundenkilometern geblitzt, der andere mit 164. Erlaubt waren in beiden Fällen 100 km/h. Am Dienstagabend erwischten die Messbeamten des Landkreises auf der Landesstraße 123 bei Ohrensen einen BMW-Fahrer mit Stader Kennzeichen. Das Messgerät zeigte 174 Stundenkilometer an – also 74 km/h mehr als erlaubt. Dem Fahrer drohen ein mehrmonatiges Fahrverbot, zwei...

Blaulicht

UPDATE: Sperrungen wegen Fahrbahnschäden
Lkw mit Kakaobohnen brennt auf der A1 bei Glüsingen

Ein brennender Lastwagen hat am Donnerstagvormittag auf der Autobahn 1 bei Glüsingen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der mit Kakaobohnen beladene Sattelzug geriet in Fahrtrichtung Süden in Brand. Die Autobahn wurde voll gesperrt, es bildeten sich kilometerlange Staus. Gegen 9.05 Uhr gingen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein. Nach bisherigen Erkenntnissen geriet der Lastwagen im Bereich Neuland in Fahrtrichtung Süden in Brand. Dem Fahrer gelang es offenbar noch, das Fahrzeug bis...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Vorfall am Maschener See: Exhibitionist im Gebüsch belästigt junge Frau

Die Polizei Seevetal ermittelt nach einem Vorfall am Maschener See. Ein bislang unbekannter Mann soll am Dienstagnachmittag, 21. Juli, in einem Gebüsch sexuelle Handlungen an sich vorgenommen und dabei eine junge Frau beobachtet haben. Die Polizei bittet insbesondere einen bislang unbekannten Zeugen, sich zu melden. Nach Angaben der Polizei hielt sich eine 22-jährige Frau aus Hamburg gegen 17.20 Uhr in Badebekleidung auf einer Grünfläche südlich des Parkplatzes an der Hörstener Straße auf. Ein...

Blaulicht

Autofahrer fährt einfach weiter
E-Scooterfahrerin in Stade von Auto mitgeschleift

Eine 17-jährige E-Scooterfahrerin ist am Donnerstagabend, 23. Juli, gegen 19.50 Uhr bei einem Verkehrsunfall in Stade leicht verletzt worden. Der Autofahrer setzte seine Fahrt fort. Die Polizei sucht nach ihm und nach Zeugen. Der Unfall passierte auf dem Wirtschaftsweg am „Schwabenseegraben“ im Benixland an der Vorwerkstraße. Nach bisherigen Erkenntnissen war ein noch unbekannter Fahrer eines VW offenbar mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs. In einer Kurve kam ihm die 17-Jährige auf...

"Im Notfall 110 wählen", rät die Polizei auf ihrer Homepage allen von einem Vergehen Betroffenen. Dass die Ordnungshüter bei einer tatsächlichen Alarmierung ihrem Ruf als Freund und Helfer zuweilen aber nur bedingt gerecht werden, musste jetzt Lorenzo Öhler (17) aus Garstedt (Landkreis Harburg) erleben. 

Der Fall: Während eines Fußball-Hallentrainings in Borstel wurden Lorenzo und zwei anderen Nachwuchs-Kickern ihre hochwertigen Handys von Unbekannten aus den Umkleideräumen gestohlen. Lorenzos Vater Matthias Öhler (68), von Beruf Rechtsanwalt, riet seinem Sohn, die Polizei zu rufen und Anzeige zu erstatten. Die Beamten teilten Lorenzo am Telefon mit, dass sie nicht kommen würden. "Man könne sowieso nichts tun", sei - so Matthias Öhler - die lapidare Begründung gewesen. Die Bestohlenen könnten entweder auf einem Polizeikommissariat oder online eine Anzeige stellen. "Als mein Sohn mir dies berichtete, war er sichtlich irritiert, dass die Polizei es nicht für nötig erachtete, an den Tatort eines Diebstahls zu kommen und eine Aussage der Geschädigten aufzunehmen."

Öhler konnte nicht fassen, dass bei der Polizei "so gearbeitet wird". Er hakte dort nach und bekam die Angaben seines Sohnes bestätigt. "Ich war innerlich äußerst aufgebracht, weil bei den Jugendlichen meines Erachtens ein äußerst schlechtes Bild der Polizei vermittelt wird, die offensichtlich kein Interesse an der Verfolgung von Straftaten hat und dies gegenüber den jugendlichen Geschädigten auch noch durch Nichterscheinen manifestiert", macht Matthias Öhler seinem Unmut gegenüber dem WOCHENBLATT Luft. "Bei der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten durch steuerzahlende Normalbürger sind alle Ressourcen technischer und menschlicher Art immerwährend im Einsatz. Für mich hat es den Anschein, dass das Eintreiben von Bußgeldern Priorität im Hinblick auf die Verfolgung von Straftaten hat."

Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, teilte auf WOCHENBLATT-Anfrage mit, dass der Vorgang intern überprüft worden sei. "Das Verhalten des Beamten entsprach nicht den Standards, nach denen solche Anzeigen üblicherweise abgearbeitet werden. Eine Nachbereitung mit dem Beamten wird noch erfolgen", so Krüger. Die Dienststellenleitung habe mit der Familie Öhler das Geschehene erörtert und sich dafür entschuldigt.

Wann kommt die Polizei zu einem Tatort und wann nicht?

(ce). Das WOCHENBLATT hatte in diesem Zusammenhang folgende Fragen an den Polizeisprecher: 
WOCHENBLATT: Herr Krüger, ab welchem Schweregrad von Delikten kommt die Polizei zu einem Tatort? Gibt es eine Art Ranking? 
Jan Krüger: Es gibt keinen Schweregrad, der über das Ausrücken der Polizei zu einem Tatort entscheidet. Vielmehr muss im Telefonat mit der Meldenden oder dem Meldenden geklärt werden, welche Tatumstände vorliegen. Beispiel: Der versuchte Einbruch in die Laube einer Kleingartenkolonie, bei dem nichts entwendet wurde, wird vor Ort aufgenommen, weil eine Tatortbesichtigung und Spurensuche erfolgen muss. Bei Diebstahlsdelikten, wo die Täterschaft nicht vor Ort und unbekannt ist, kann die Straftat auf der Polizeiwache aufgenommen werden. Entsprechende Delikte können auch über die Onlineanzeige (https://portal.onlinewache.polizei.de/) an die Polizei mitgeteilt werden, diese Anzeigen werden nach Erstattung immer durch die Leitstelle der Polizei gesichtet. Falls sich aus dieser Anzeige ergibt, dass Sofortmaßnahmen getroffen werden müssen, werden diese unverzüglich durch die Leitstelle initiiert.
Grundsätzlich gilt natürlich, dass die Polizei bei Straftaten, die aktuell andauern (z.B. akute häusliche Gewalt) sofort zum Tatort ausrückt.
WOCHENBLATT: Wie ist die Erwartungshaltung der Bürger an die Präsenz der Polizei?
Krüger: Die Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Polizeipräsenz ist nachvollziehbar hoch. Gleichzeitig muss die Polizei mit ihren begrenzten Ressourcen haushalten und Einsätze und Aufgaben priorisieren. Das bereits erwähnte Telefonat zwischen den Meldenden und der Polizei soll genau dazu dienen, die Eilbedürftigkeit des Einsatzes zu klären sowie die Frage, ob eine Anzeigenaufnahme auf der Wache oder online erfolgen kann oder ob das Erscheinen der Polizei vor Ort erforderlich ist. Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass diese Absprachen grundsätzlich gut funktionieren, die Polizei dementsprechend selten zu Einsätzen ausrückt, bei denen eine Anzeigenerstattung auf der Wache ausreichen würde.
WOCHENBLATT: Wer entscheidet, beim Anruf eines Bürgers, ob die Polizei "ausrückt"?
Krüger: Die Vergabe der Einsätze erfolgt grundsätzlich über die Leitstelle der Polizeidirektion Lüneburg. Das gilt auch für Einsätze, die nicht per Notruf 110, sondern über die Amtsleitung bei der jeweiligen Polizeidienststelle gemeldet werden. Damit soll gerade eine einheitliche Auftragsvergabe der Einsätze erreicht werden. Je nach Umstand des Einsatzes kann dieser priorisiert werden, speziell wenn Täter noch vor Ort sind oder eine hohe Gefahrenlage herrscht (z.B. Gegenstand auf der Autobahn). Andere bereits bekannte Einsätze müssen dann hintenanstehen und werden erst abgearbeitet, wenn sich Funkstreifenwagen wieder frei gemeldet haben.
WOCHENBLATT: Herr Krüger, vielen Dank für das Gespräch.

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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