Impulse für mehr Radverkehr
Klimaschutznetzwerk Winsen diskutiert Vorbilder aus Hamburg und Frankenberg für sichere Radwege
- Neue Ederdorfbrücke für Fahrräder und Fußgänger in der Fahrradstadt Frankenberg (Eder)
- Foto: Stadt Frankenberg (Eder)
- hochgeladen von Anika Werner
Neue Radwege, breite Trassen und mehr Platz für Bäume: In Hamburg und im hessischen Frankenberg sind in den vergangenen Jahren Projekte umgesetzt worden, die bundesweit als Vorbilder gelten. Das Klimaschutznetzwerk Winsen stellte diese Beispiele nun bei einer Veranstaltung vor und löste damit eine lebhafte Diskussion über die Zukunft des Radverkehrs in der Luhe-Stadt aus.
Stefano Panebianco vom Klimaschutznetzwerk lieferte zum Auftakt Zahlen aus dem aktuellen Verkehrsbericht des Umweltbundesamts. Zwar steige der Anteil des Radverkehrs langsam an, doch drei Viertel aller Wege würden nach wie vor mit dem Auto zurückgelegt. Der Radanteil liege bei gerade einmal 3,6 Prozent. „Wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen, müssen wir das Fahrradfahren deutlich attraktiver machen“, sagte Panebianco.
Wie das gelingen kann, zeigte ein Blick nach Hamburg. Viola Koch, Fahrradplanerin im Bezirksamt Altona, präsentierte den Umbau der Louise-Schroeder-Straße. Aus einer stark befahrenen Autostraße wurde in kurzer Zeit ein neu gegliederter Straßenraum. Radfahrer nutzen dort heute in beide Richtungen drei Meter breite, baulich getrennte Wege. Für Autos gibt es nur noch eine Einbahnstraße. Außerdem entstanden 73 neue Baumpflanzungen, die die Straße grüner und lebenswerter machen.
Auch kleinere Städte können große Schritte gehen. Das belegte das zweite Beispiel aus Frankenberg an der Eder. Die Stadt mit 18.000 Einwohnern hat innerhalb von drei Jahren eine vier Kilometer lange Fahrradtrasse quer durch das Stadtgebiet geschaffen. Dazu gehörten auch drei neu gebaute Brücken. Landschaftsplanerin Sophie Berkenkopf erklärte, dass die Verbindung nicht nur Pendlern zugutekommt, sondern auch die Innenstadt stärker belebt.
Die vorgestellten Projekte führten in Winsen zu intensiven Nachfragen. Diskutiert wurde unter anderem über Kosten, Fördermöglichkeiten, Umweltaspekte und die Einbindung der Bürger. Ursel Speer vom ADFC Winsen brachte die Erwartungen auf den Punkt: „Was Frankenberg gelingt, sollten wir auch in Winsen schaffen. Wir fordern die Stadt auf, dem Radverkehrsbau eine größere Priorität einzuräumen und mutig in diese Zukunftsinfrastruktur zu investieren.“
Ob sich die politischen Mehrheiten dafür finden, wird sich im Rat zeigen. Klar ist: Der Vergleich mit anderen Kommunen zeigt, dass selbst mit begrenzten Mitteln große Wirkung erzielt werden kann. Für Winsen wäre das ein Schritt hin zu mehr Sicherheit, Klimaschutz und städtischer Lebensqualität.
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Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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