Winsen
Politik zofft sich um Schiedsperson

Regine Hügel-Groß ist neue Schiedsfrau für den Schiedsamtsbezirk I | Foto: thl
  • Regine Hügel-Groß ist neue Schiedsfrau für den Schiedsamtsbezirk I
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Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich der Winsener Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung bei der Wahl einer Schiedsperson für den Schiedsamtsbezirk I. Dieser umfasst das nördliche Stadtgebiet - abgegrenzt durch Hansestraße/Lüneburger Straße - einschließlich der Ortsteile Gehrden, Hoopte, Stöckte, Laßrönne und Tönnhausen. Werden solche ehrenamtlichen Posten in den öffentlichen Sitzungen eigentlich immer einstimmig abgehandelt, gab es diesmal auf Antrag eine schriftliche Wahl. Zwar erhielt die neue Amtsinhaberin Regine Hügel-Groß (64) insgesamt 33 Ja-Stimmen, allerdings stimmten auch fünf Mandatsträger gegen sie. "Ein Schlag ins Gesicht für das Ehrenamt", kommentierten Zuhörer den Vorgang.
Allerdings war die Wahl nur das i-Tüpfelchen auf eine hanebüchene Vorgeschichte. Eigentlich hatte die Stadt bereits im März eine Stellvertretung für den Schiedsamtsbezirk I gesucht, denn die langjährige Hauptschiedsfrau wollte eigentlich weitermachen. Im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss machten aber einige Ratsmitglieder mobil gegen Frau und warfen ihr vor, sie zögere Verfahren zu lange heraus, was sich zum Nachteil der Rechtsanwälte auswirke, weil diese dadurch weniger Mandanten bekämen. Zudem binde sie ihren Stellvertreter zu wenig mit ein, der deshalb seinen Posten zur Verfügung gestellt habe. Deshalb wurde dafür plädiert, dass die Amtsinhaberin künftig nur noch als Stellvertreterin fungieren sollte.
Die Folge: Als die Schiedsfrau von den Querelen hörte, warf sie nach mehreren erfolglosen Gesprächsversuchen entnervt ihren Posten hin, sodass die eigentlich bereits für Juni angedachte Wahl mangels weiterer Kandidaten verschoben werden musste.
Und die Suche geht weiter. Denn mit Hügel-Groß ist nur eine Schiedsperson gewählt worden. Der Stellvertreter-Posten soll noch einmal ausgeschrieben und zu einem späteren Zeitpunkt besetzt werden, hieß es.
Regine Hügel-Groß ist ausgebildete Hebamme, ist aber bereits im Ruhestand. Sie hat Zusatzausbildungen in Mediation und Kommunikation. Hügel-Groß muss nun noch vom Amtsgericht Winsen offiziell in ihr Amt bestellt werden.

Leserreporter:

Thomas Lipinski aus Winsen

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