Kopfweiden haben Besuch vom "Friseur"
Neuer "Haarschnitt" für das Gehölz im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung

Die großen Kopfweiden lässt der Landkreis Harburg im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung (östlich von Maschen) vorsichtig zurückschneiden
  • Die großen Kopfweiden lässt der Landkreis Harburg im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung (östlich von Maschen) vorsichtig zurückschneiden
  • Foto: Landkreis Harburg
  • hochgeladen von Tamara Westphal

(nw/tw). Kopfweiden sind nicht einfach nur Bäume: Sie sind ein Kulturgut. Die Gewächse mit der typischen Kopfform prägen das Landschaftsbild. Doch damit das so bleibt, müssen sie regelmäßig gepflegt werden. Das passiert jetzt im Naturschutzgebiet Untere Seeveniederung (östlich von Maschen). Dort finden im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg bis Ende Februar Gehölzschnittarbeiten statt.
Kopfweiden wurden früher als Grundstücksbegrenzung oder zur Befestigung von Gräben gepflanzt und hatten eine große wirtschaftliche Bedeutung: Sie lieferten die Weidenruten, aus denen Körbe geflochten wurden. Außerdem waren Weidenruten vielfach beim Bau von Fachwerkhäusern nützlich: Die Felder des Fachwerks wurden innen mit einem Weidengeflecht versehen und anschließend mit Lehm ausgefacht. Der Lehm wurde - ähnlich wie heute der Spritzbeton – beidseitig auf die Weidenflechtwand geworfen und anschließend die Oberflächen glatt gestrichen. Bis heute unverändert hoch ist der ökologische Wert von Kopfweiden für den Artenschutz und als wertvoller Lebensraum. In den Baumhöhlen alter Kopfweiden leben beispielsweise Steinkäuze und Fledermäuse, auf Rinde, Blättern und Trieben sind rund 400 verschiedene Insektenarten zu Hause.
Doch in der Unteren Seeveniederung ist nicht nur bei den Kopfweiden der „Friseur“ bei der Arbeit. Etappenweise werden dichte Gehölzbestände ausgelichtet, damit sich prächtige Solitärbäume entwickeln können. Auf den kleinen Inseln im Steller See vor dem Vogelbeobachtungstand, nahe der Eisvogelsteilwand, finden Rückschnitte und Fällarbeiten statt, damit die Erholungssuchenden und Naturfreunde künftig wieder einen ungestörten Blick auf die Seeufer und die dortige Vogelwelt genießen können.
Die Untere Seeveniederung ist auch ein Etappenziel für Zug- und Rastvögel auf ihrem Weg in den Süden und zurück nach Norden. Kurze Seeuferstrecken werden freigestellt, um neue Rastplätze für Wildgänse & Co. zu schaffen.
Im Junkernfeld werden zwei kurze Weidenhecken beseitigt, um den Kiebitzen und Brachvögeln des Gebietes bessere Lebensbedingungen zu bieten. Beide Arten sind Wiesenvögel, die offene Flächen mit Rundumblick brauchen.
Aber auch an die Vogelarten, die Gehölzbestände benötigen, wird gedacht. Allein entlang der Ufer von Steller See und Junkernfeldsee bleiben auf einer Länge von vier Kilometern dichte natürliche Gehölzbestände dauerhaft für die Baum- und Gebüschbrüter wie Nachtigall und Grauschnäpper erhalten.

Autor:

Tamara Westphal aus Buchholz

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