Homeschooling, soziale Isolation & digitalisierte Schulen
Schüler aus Buchholz und Harsefeld berichten über das Corona-Jahr 2020

(v.li.) Schülersprecher Pascal Bertrand und die Oberstufensprecher Jakob Aschern und Peer Kleiner freuen sich über die 
digitale Aufstockung am Gymnasium am Kattenberge
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sv. Buchholz/Harsefeld. Die Schüler- und Oberstufensprecher der Gymnasien am Kattenberge (GAK) in Buchholz und Aue-Geest (AGG) in Harsefeld gewähren einen Einblick in ihren momentanen Schulalltag und erzählen, welche positiven Wendungen das Jahr vor allem für die Digitalisierung brachte und was für die Schüler nicht so gut lief.

Gymnasium am Kattenberge, Buchholz:

Die erste Corona-Welle habe das Gymnasium am Kattenberge kalt erwischt, erzählen der Schülersprecher Pascal Bertrand und die beiden Oberstufensprecher Peer Kleiner und Jakob Aschern. So lief die Umstellung auf den digitalen Unterricht wie an den meisten Schulen etwas holprig an: Die digitalen Kenntnisse waren von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich, ebenso wie die technischen Voraussetzungen. Dafür äußerten die drei sich umso zufriedener über die Videokonferenzen. Ein Austausch per Video von Lehrern und Schülern sei nicht an allen Schulen selbstverständlich gewesen. Besonders der Chemie- und Sportlehrer Yannick Voorwold habe sich dafür eingesetzt, indem er Lernvideos zum digitalen Lernen für die Schüler und das Kollegium zur Verfügung stellte.
In wenigen Fällen werden auch jetzt noch Videokonferenzen von Lehrern durchgeführt, die aufgrund von Vorerkrankungen weiter von zuhause aus lehren. Über ein Smartboard können diese Lehrer die Klasse in der Schule unterrichten. Ein noch nicht ganz ausgereifter Prozess, geben die drei Schülervertreter zu, aber ein guter Kompromiss.
Dass nun vermehrt Schüler im Unterricht Schwierigkeiten hätten, haben die drei Elftklässler in ihrem Umfeld nicht mitbekommen. Im Gegenteil, gerade während des Homeschoolings habe man sich vermehrt beim Erledigen der Hausaufgaben miteinander ausgetauscht. Peer Kleiner und Jakob Aschern engagieren sich zudem als Klassenpaten im fünften Jahrgang. Dort bestätigten auch die Klassenlehrer den Eindruck der Paten, dass sich der Klassenzusammenhalt trotz Corona gut entwickelt habe.
Als Präventivmaßnahme gegen Gerüchte und Mobbing im Zusammenhang mit Corona-/Verdachts-Fällen erarbeiteten die Schüler zusammen mit der Schulleitung die GAK-Corona-Chart. Noch habe sich dergleichen nicht am GAK verbreitet und dabei solle es bleiben.
Natürlich fielen auch am GAK Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür oder die Abschlussfahrt der zehnten Klassen aus. Durch Kürzungen und Ausfälle litten dieses Jahr besonders die Fächer Sport, Kunst und Musik. So könne das Orchester momentan nicht proben und auch das Abschlusskonzert durfte nicht stattfinden, erzählt Peer Kleiner, der die Big Band leitet.
Die Corona-Maßnahmen
Neben der momentanen Maskenpflicht im Unterricht versuchen die Klassen des Gymnasiums am Kattenberge so gut es geht sich auch an das Lüften und die Abstandsregeln zu halten. Das klappt mal mehr mal weniger, erzählen die drei Schülervertreter. Fünf Minuten lüften, 20 Minuten die Fenster geschlossen halten - das werde schon hin und wieder mal vergessen, aber im Großen und Ganzen werde es durchgeführt.
Im Treppenhaus sind die Treppen zweigeteilt: Auf der einen Seite sollen die Schüler hinauf, auf der anderen Seite hinunter gehen, um Gedrängel zu vermeiden. Das sei besonders schwierig umzusetzen, wenn die Schüler nach Unterrichtsende alle nach unten zum Pausenhof strömen. Der ist übrigens in Zonen aufgeteilt, damit die Schüler sich möglichst nur in festgelegten Kohorten mischen. So wurde immer jeweils zwei Jahrgängen zusammen eine Zone zugeteilt. An sich eine gute Idee, die nach Unterrichtsende allerdings hinfällig wird: Für die mit dem Bus fahrenden Kinder ist der Abstand an der Bushaltestelle, beim Betreten des Busses und auf der Heimfahrt kaum einzuhalten. Noch gebe es für dieses Problem keine Lösung, sagt Peer Kleiner, aber es habe schon die Idee gegeben, den HVV deswegen anzuschreiben und um Hilfe zu bitten.
Die Schule wird digital
Begeistert zeigten sich die drei Schülervertreter dafür von der digitalen Aufstockung: Die ganze Schule solle nun mit WLAN ausgestattet werden und im Rahmen des Projekts "Bring your own Device" dürfen Schüler ihre Tablets und Laptops im Unterricht benutzen. Auch die E-Mail-Kommunikation habe durch den Wechsel der Lernplattform deutlich zugenommen. So versorgen die Schulleitung und besonders Geschichts- und Sportlehrer Christoph Reise die Schüler und Elternschaft regelmäßig mit Updates zu den Corona-Regeln und der Entwicklung im Schulleben. Auch zwischen Schülern und Lehrern habe die digitale Kommunikation zugenommen und sei vor allem schneller geworden. Fragen, die früher auf die nächste Unterrichtsstunde geschoben wurden, werden nun öfter "mal eben digital" gestellt.

Aue-Geest-Gymnasium, Harsefeld:

Schülervertreter Luka Jereczek erzählt, dass die Schüler des Aue-Geest-Gymnasiums den Shutdown im Frühjahr deutlich besser überstanden haben, als es in den Medien immer dargestellt wird. Zwar konnten die Klassen während des Homeschoolings keine Videokonferenzen abhalten, dafür fand der Unterricht über Sprachkonferenzen und ein Chatprogramm statt. Wie am GAK war die digitale Vorkenntnis der Lehrkräfte dabei sehr unterschiedlich, sodass "man als Schüler den Lehrkräften teilweise erklären musste, wie das funktioniert", sagt der Schülervertreter. Doch die meisten hätten sich bald in der digitalen Welt zurechtgefunden. Gerade in den Unterstufen sei es aber auch unter den Schülern hier und da zu Engpässen gekommen, da nicht jeder neben einem Handy über ein digitales Endgerät wie einen Laptop verfügte und nicht jeder einen Drucker zum Ausdrucken der Hausaufgaben besaß. Dafür habe sich der Zusammenhalt in den Jahrgängen deutlich verbessert, da man sich "online" traf und gemeinsam beim Lernen unterstützte.
Mehr Kommunikation
Auch am AGG wird nun für eine stetige Kommunikation zwischen Schulleitung, Elternschaft und den Schülern gesorgt. So kümmert sich der stellvertretende Schulleiter Christian Sondern darum, die Schüler und Eltern regelmäßig mit Newslettern über die neuen Bestimmungen des Ministeriums und den sich ändernden Hygienebestimmungen in der Schule auf dem Laufenden zu halten. Einziges bleibendes Problem am AGG sei die Internetverbindung, meint Luka Jereczek. So stieg die Schule im vergangenen Schuljahr mit Szenario B (Wechselunterricht) ein, währenddessen die Hälfte der Schüler von zuhause unterrichtet wurde. Da die Schule aber nicht an das Glasfasernetz angeschlossen ist, kam es hier zu vielen Engpässen in der Übertragungsrate.
Im September führte das Seminarfach Ethik aus dem 13. Jahrgang eine Umfrage an der Schule durch, ob die Schüler gerne zur Schule gehen und warum. Die Mehrheit, so Luka Jereczek, gehe vor allem deshalb gerne zur Schule, um ihre Freunde regelmäßig zu sehen. Das sei auch der Punkt gewesen, unter dem die Schüler während des Homeschoolings am meisten gelitten hätten: Der direkte soziale Kontakt fehlte.
Bislang gab es übrigens noch keinen bekannten Corona-Fall am AGG. Sollte ein Verdachtsfall eintreten, scheint es aber noch keinen einheitlichen Plan zur weiteren Vorgehensweise zu geben. Momentan muss jeder Lehrer zu Beginn der Stunde einen Stundenplan anfertigen, der die Sitzordnung festhält. Ob bei einem Verdachtsfall der gesamte Jahrgang, die Klasse oder nur die Schüler mit direktem Kontakt in Quarantäne müssten, müsse das Gesundheitsamt fallbezogen entscheiden.
Die aktuelle Stimmung
Bis vor zwei Wochen war die generelle Stimmung in der Schule noch gut, erzählt der Schülervertreter. Zu Beginn der neuen Verordnungen wurde allerdings je nach Inzidenzwert von Tag zu Tag entschieden, welches Szenario zutrifft und ob eine Maskenpflicht im Unterricht herrscht oder nicht. Die wechselnden Anordnungen sorgten verständlicherweise für Unruhe unter den Schülern. Um dem entgegen zu wirken hat die Schule die Empfehlung ausgesprochen, ein dauerhaftes Maskentragen zu begrüßen, solange der Inzidenzwert den Grenzwert drei Tage in Folge nicht unterschreitet.

Fazit

In den Interviews mit den Schülern beider Gymnasien fällt auf: trotz aller Nachfragen zu den Problemen und Tiefpunkten des Jahres kehrten die Gespräche immer wieder zur Digitalisierung und verbesserten Kommunikation zwischen Schulleitung und Schülern zurück. Ob die Unterstufen und die Grund-, Haupt- und Realschulen das Jahr genauso erlebt haben, bleibt fraglich. Doch zumindest in den gymnasialen Oberstufen scheinen die Schüler ihren Optimismus nicht verloren zu haben.

(v.li.) Schülersprecher Pascal Bertrand und die Oberstufensprecher Jakob Aschern und Peer Kleiner freuen sich über die 
digitale Aufstockung am Gymnasium am Kattenberge
Luka Jereczek, Schülersprecher am AGG, lobt die Kommunikation zwischen Schulleitung und Schülern
Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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