Veterinäramt ruft zur Vorsicht auf
Shamonda-Virus bei Rindern im Landkreis Harburg

Symbolfoto: Infiziert werden mit dem Shamonda-Virus insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Das Virus wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen. | Foto: KI-generiert
  • Symbolfoto: Infiziert werden mit dem Shamonda-Virus insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Das Virus wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen.
  • Foto: KI-generiert
  • hochgeladen von Tamara Westphal

Das neue Shamonda-Virus ist im Landkreis Harburg angekommen. Das Veterinäramt des Landkreises Harburg ruft die Tierhalterinnen und Tierhalter, insbesondere von Rindern, Schafen und Ziegen, zu besonderer Achtsamkeit in Bezug auf Symptome auf, die auf eine Infektion hinweisen können. In der Vergangenheit kannte man die Infektion von Tieren mit dem Shamonda-Virus nur aus Afrika, Asien und Australien – nun hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zwei leicht veränderte Formen dieses Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe zunächst in Süddeutschland festgestellt. Inzwischen breitet es sich auch in Nord- und Ostdeutschland weiter aus. Auch im Landkreis Harburg sind vier Tierhaltungen betroffen.

Veterinäramt des Landkreises Harburg ruft Tierhalterinnen und Tierhalter zur Vorsicht auf

Infiziert werden überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Infektionen wurden auch bei Pferden und Alpakas bestätigt. Das Virus wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen. Eine relevante direkte Tier-zu-Tier-Übertragung ist nicht belegt, allerdings erfolgt die Übertragung während der Trächtigkeit vom Muttertier auf die Nachkommen.

Infektionen mit dem Virus führen bei erwachsenen Tieren in der Regel zu einer kurzen Ausbreitung im Blutkreislauf der Tiere und lediglich zu milden bis moderaten klinischen Erscheinungen. Aktuell lässt sich noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang das Virus zu Infektionen tragender Tiere und damit zu möglichen Schädigungen der ungeborenen Kälber oder Lämmer führen kann. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten daher besonders aufmerksam untersucht werden.

Übertragen wird das Virus durch Gnitzen und damit witterungsabhängig bis etwa Ende November. Die höchste Aktivität der Gnitzen wird üblicherweise zwischen Juli und Oktober beobachtet. Aufgrund der grundsätzlich effizienten Übertragung durch Gnitzen muss deshalb mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus in empfänglichen Tierbeständen gerechnet werden.

Klassische Bekämpfungsmaßnahmen gibt es für das Shamonda-Virus nicht. Trotzdem kommt der Schutz empfänglicher Tiere vor Gnitzen und Mücken in Betracht, um das Infektionsrisiko zu mindern. Darüber hinaus kann der Besamungszeitpunkt weiblicher Tiere so gelegt werden, dass das schädigende Stadium der Trächtigkeit außerhalb der Gnitzensaison liegt. Impfstoffe stehen vorerst aber noch nicht zur Verfügung.

Beim Auftreten der akuten Symptome wie Milchrückgang, Fieber und Durchfall bei Rindern sollten geeignete Proben zur Abklärung einer möglichen Infektion mit dem Shamonda-Virus durch die Haustierärztin oder den Haustierarzt an das Lebens- und Veterinärinstitut Oldenburg als Untersuchungseinrichtung weitergeleitet werden. Ebenso sollten auffällige neugeborene Tiere untersucht werden.

Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand besitzen Shamonda-Viren kein relevantes Übertragungsrisiko auf den Menschen. Der Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten ist unbedenklich. Ein Infektionsrisiko wird vom Friedrich-Loeffler-Institut als unwahrscheinlich eingestuft, jedoch im Rahmen der vollständigen Charakterisierung des Erregers vorsorglich weiter überwacht. Auch Haustiere wie Katzen und Hunde sind bislang nicht betroffen.

(Landkreis Harburg).

Was ist das Shamonda-Virus und welche Tiere sind im Landkreis Harburg betroffen?

Das Shamonda-Virus ist ein Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe, das vor allem Wiederkäuer infiziert. Besonders betroffen sind Rinder, Schafe und Ziegen, Infektionen wurden aber auch bei Pferden und Alpakas bestätigt. Im Landkreis Harburg sind derzeit vier Tierhaltungen betroffen.

Wie wird das Shamonda-Virus auf Rinder, Schafe und Ziegen übertragen?

Das Shamonda-Virus wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen. Eine relevante direkte Übertragung von Tier zu Tier ist bislang nicht belegt. Allerdings kann das Virus während der Trächtigkeit vom Muttertier auf die Nachkommen übertragen werden.

Welche Symptome verursacht das Shamonda-Virus bei Rindern?

Bei erwachsenen Tieren verursacht eine Infektion in der Regel milde bis moderate klinische Erscheinungen. Bei Rindern können akute Symptome wie Milchrückgang, Fieber und Durchfall auftreten. In solchen Fällen empfiehlt das Veterinäramt des Landkreises Harburg eine tierärztliche Untersuchung und geeignete Proben zur Abklärung.

Kann das Shamonda-Virus ungeborene Kälber und Lämmer schädigen?

Noch ist nicht abschließend geklärt, in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere ungeborene Kälber oder Lämmer schädigen können. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten deshalb besonders aufmerksam untersucht werden.

Wie können Tierhalter ihre Tiere vor dem Shamonda-Virus schützen?

Einen Impfstoff gegen das Shamonda-Virus gibt es derzeit nicht. Tierhalter können versuchen, empfängliche Tiere vor Gnitzen und Mücken zu schützen. Außerdem kann der Besamungszeitpunkt weiblicher Tiere so gewählt werden, dass empfindliche Stadien der Trächtigkeit außerhalb der Gnitzensaison liegen. Die höchste Gnitzenaktivität wird üblicherweise zwischen Juli und Oktober beobachtet.

Ist das Shamonda-Virus für Menschen gefährlich und sind Fleisch und Milch weiterhin sicher?

Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand besteht durch Shamonda-Viren kein relevantes Übertragungsrisiko für Menschen. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft eine Infektion als unwahrscheinlich ein. Fleisch- und Milchprodukte können weiterhin unbedenklich verzehrt werden. Auch Hunde und Katzen sind bislang nicht betroffen.

Redakteur:

Julia Paepcke aus Buchholz

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ