Herbstlaub ist wertvoll
Warum weniger Gartenarbeit der Natur hilft
- Laub liegen lassen statt aufsaugen: So helfen Gartenbesitzer Igeln und Insekten
- Foto: NABU/Eric Neuling
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Wenn im Herbst die Blätter fallen, greifen viele Gartenbesitzer zu Rechen, Laubbläser oder Laubsauger. Doch das gründliche Aufräumen kann der Natur schaden. Der NABU Hamburg empfiehlt, Herbstlaub möglichst liegen zu lassen. Denn die Blätter bieten Igeln, Insekten und anderen Kleintieren wichtige Winterquartiere und schützen gleichzeitig den Gartenboden.
Bunte Blätter auf dem Rasen, unter Sträuchern und zwischen Blumenbeeten gehören zum Herbst. Was manche Gartenbesitzer als lästigen Abfall betrachten, ist für zahlreiche Tiere überlebenswichtig. Der Naturschutzbund NABU Hamburg ruft deshalb dazu auf, beim herbstlichen Gartenputz weniger gründlich vorzugehen und Laub nicht überall zu entfernen.
"Laub ist kein Abfall, sondern ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Kreislaufs", betont der NABU Hamburg. Besonders unter Bäumen und Sträuchern sowie auf Beeten sollten die Blätter möglichst liegen bleiben. Alternativ können Gartenbesitzer das Laub zu Haufen zusammenrechen und in einer ruhigen Ecke des Gartens aufschichten.
Warum Herbstlaub für Igel und Insekten wichtig ist
Eine natürliche Laubschicht bietet zahlreichen Tieren Schutz vor Kälte und Frost. Insekten, Spinnen, Regenwürmer und andere Kleintiere finden zwischen den Blättern Nahrung und Unterschlupf. Auch Igel nutzen größere Laubhaufen als mögliche Winterquartiere.
Gleichzeitig erfüllt das Laub eine wichtige Funktion für den Boden. Im Laufe des Winters und darüber hinaus wird es von zahlreichen Bodenlebewesen zersetzt. Dabei entsteht wertvoller Humus, der den Boden mit Nährstoffen versorgt. Die Blätter wirken außerdem wie eine schützende Decke, die Pflanzen und Boden vor niedrigen Temperaturen bewahrt.
Ein vollständig aufgeräumter Garten ist aus Sicht der Naturschützer deshalb keineswegs erstrebenswert. „Ein naturnaher Garten muss im Herbst nicht perfekt aufgeräumt sein. Im Gegenteil: Ein bisschen Laub und Unordnung helfen der Tierwelt durch den Winter“, erklärt der NABU Hamburg.
Laubsauger können für Kleintiere zur tödlichen Falle werden
Besonders kritisch bewertet der NABU den Einsatz von Laubsaugern. Die Geräte nehmen nicht nur heruntergefallene Blätter auf, sondern saugen auch die darin lebenden Tiere ein. Betroffen sind unter anderem Schnecken, Regenwürmer, Käfer, Spinnen und Asseln. Auch Amphibien können in die Geräte geraten.
Besonders gefährlich sind Laubsauger mit eingebauter Häckselfunktion. Die eingesaugten Kleintiere können durch das Zerkleinern getötet werden.
Damit geht nicht nur einzelnen Tieren der Lebensraum verloren. Die kleinen Bodenbewohner übernehmen wichtige Aufgaben im natürlichen Kreislauf, indem sie abgestorbene Pflanzenteile zersetzen und zur Humusbildung beitragen.
Auch Laubbläser schaden der Natur
Laubbläser erscheinen zunächst weniger problematisch, weil sie die Tiere nicht einsaugen. Doch auch diese Geräte können erhebliche Schäden anrichten. Der starke Luftstrom entfernt die schützende Laubschicht und zerstört damit Rückzugsorte zahlreicher Kleintiere.
Hinzu kommt die Lärmbelastung durch die Geräte. Der NABU Hamburg rät deshalb grundsätzlich davon ab, Laubbläser und Laubsauger für die herbstliche Gartenpflege einzusetzen.
Herbstlaub entfernen: Besen und Rechen reichen aus
Natürlich kann das Laub nicht überall liegen bleiben. Auf Gartenwegen, Terrassen und Gehsteigen muss es bei Bedarf entfernt werden. Dafür empfiehlt der NABU herkömmliche Gartengeräte wie Besen, Harke oder Rechen.
Damit lassen sich die Blätter gezielt zusammenkehren, ohne die gesamte Umgebung mit einem kräftigen Luftstrom zu bearbeiten oder Kleintiere einzusaugen. Das gesammelte Laub kann anschließend unter Sträuchern verteilt oder zu einem Haufen aufgeschichtet werden.
Die Botschaft des NABU ist eindeutig: Wer im Herbst etwas weniger aufräumt, kann mit wenig Aufwand einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke bietet Tieren einen Rückzugsort, schützt den Boden und liefert langfristig wertvolle Nährstoffe. So wird aus vermeintlichem Gartenabfall ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen Gartens.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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