Wer trägt die Kosten?
Kitesurfer löst Großeinsatz auf der Elbe bei Drochtersen aus
- Wer übernimmt die Kosten für groß angelegte Rettungsaktionen mit mehreren Booten und Hubschrauber?
- Foto: Feuerwehr Drochtersen
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Wer sich beim Bergsteigen verirrt und deshalb von der Bergrettung gerettet werden muss, wird häufig selbst zur Kasse gebeten – zumindest dann, wenn kein medizinischer Notfall vorliegt. Doch wie ist das bei einem Rettungseinsatz auf der Elbe? Diese Frage stellte sich nach einem Großeinsatz Ende Juni.
Großeinsatz wegen Kitesurfer im Fahrwasser
Passanten hatten bei Bielenberg einen Kitesurfer beobachtet, der im Fahrwasser der Elbe in Richtung Elbmündung abtrieb. Gleichzeitig näherte sich mit der MS EVER ALOT eines der größten Containerschiffe der Welt. „Es war höchste Eile geboten, denn durch den Sog des Schiffes bestand höchste Gefahr für den Kitesurfer“, sagt Arnd König, Gemeindebrandmeister der Feuerwehr Drochtersen.
Feuerwehr und DLRG rückten mit mehreren Booten aus, auch eine Drohne und der Rettungshubschrauber „Christoph 29“ wurden alarmiert. Nach rund einer Stunde nahm der Einsatz ein jähes Ende: Der Kitesurfer war bereits unverletzt und eigenmächtig zurück an den Strand bei Bielenberg gekehrt, von wo aus er sich bemerkbar machte.
Kosten sind eine Einzelfallfrage
Ein solcher Einsatz kostet, laut Satzung der DLRG und Feuerwehr, schnell mehrere Tausend Euro. Wer diese Kosten trägt, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Nach Angaben der Gemeinde Drochtersen, deren Feuerwehr vor Ort war, werden die Kosten zunächst von den beteiligten Rettungseinheiten erfasst. An die Gemeinde gehe dabei nur die Abrechnung der Ortsfeuerwehr. Ob sie einem Verursacher in Rechnung gestellt werden können, müsse im Einzelfall geprüft werden. Zum konkreten Einsatz lagen der Gemeinde zunächst noch keine abschließenden Informationen vor.
Klare Regeln für Kitesurfer auf der Elbe
Für Kitesurfer gelten auf der Elbe klare Regeln. Nach den Vorschriften für die Seeschifffahrtsstraße ist das Kitesurfen im Fahrwasser grundsätzlich verboten. Surfer müssen der Großschifffahrt ausweichen und das Fahrwasser möglichst meiden, so die Hamburger Polizei. Verstöße können mindestens als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Beunruhigende Statistik
Dass Vorsicht auf Flüssen geboten ist, zeigen auch aktuelle Zahlen. Wie Medien bundesweit berichteten, kamen allein am vergangenen Hitzewochenende mindestens 26 Menschen – ausschließlich Männer und Jungen – bei Badeunfällen ums Leben. Nach Angaben der DLRG zählen Flüsse zu den Gewässern, in denen Schwimmer und Wassersportler besonders gefährdet sind.
An wem die Kosten für Großeinsätze dieser Art hängen bleiben, ist laut Behörde immer eine Abwägung des Einzelfalles – so pauschal wie bei der Bergrettung scheint die Kostenfrage also nicht geklärt zu sein. Trotzdem gilt: Wer sich auf der Elbe bewegt, ob Kitesurfer, Ruderer oder Schwimmer, sollte sich mit den Regeln auf dem Wasser bestens auskennen und besondere Vorsicht walten lassen, um sich und andere nicht zu gefährden – und solche Einsätze zu vermeiden.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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