Kita-Eltern stinkt es gewaltig

"Ein trostloser Raum": Die Elternvertreterinnen Inka Viet und Henrike Krüger sowie Tobias Seeger (v.li.) im provisorischen Gruppenraum
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jd. Harsefeld. Miese Unterbringung und ungewisse Zukunft: Mütter und Väter des Kindergartens "Groß und Klein" sind sauer.

In Sachen Kinderbetreuung ist Harsefeld bestens aufgestellt. Das wird von Politik und Verwaltung im Geestflecken immer wieder betont. Doch die Vorgänge rund um die Kita "Groß und Klein" kratzen ein wenig am Image des Ortes als kinderfreundliche Kommune. Die Eltern beklagen sich, dass sie seit Monaten von der Gemeinde im Ungewissen gelassen werden über die Zukunft der Einrichtung. Das Kita-Gebäude wird wahrscheinlich im Herbst abgerissen, doch ein neue Bleibe ist nicht in Sicht. Und es kommt noch dicker: Nach einem Brand Anfang Juli ist die Kita nur notdürftig hergerichtet worden. Ein Teil der verrußten Räume bleibt gesperrt. "Wir fühlen uns von der Verwaltung stiefmütterlich behandelt", beklagt sich Elternvertreterin Henrike Krüger: "Wir zahlen den gleichen Elternbeitrag wie alle und wollen dafür auch die gleiche Leistung haben."
Richtig in Rage ist auch Tobias Seeger. Für den Vater von Zwillingen sind die derzeitigen Zustände im Kindergarten, der wie alle Harsefelder Kitas vom DRK betrieben wird, "unhaltbar": Überall im Gebäude rieche es nach Rauch, der bisherige Gruppenraum und ein Waschraum seien wegen zu hoher Schadstoffbelastung gesperrt. Das jetzige Behelfsquartier im selben Gebäude habe die Gemeinde provisorisch mit altem, zusammengesuchtem Mobiliar bestückt. "Das wirkt alles total trostlos", ärgert sich Seeger: "Hier fühlen sich kleine Kinder bestimmt nicht wohl."
Als der Betrieb in der vergangenen Woche wieder aufgenommen wurde, waren die Eltern schockiert: Der beschädigte Bereich sei nicht abgesichert gewesen, auf dem Gelände habe noch Brandschutt gelegen und alles habe nach Rauch gestunken, berichtet Angelika Wrobel.
"Der ganze Ärger nach dem Brand brachte bei uns das Fass zum Überlaufen", meint Inka Viet, die sich in der Kita ebenfalls als Elternvertreterin engagiert. Schon seit Monaten stehe fest, dass die Kita ebenso wie das Jugendzentrum, das Pfadfinderheim sowie das Vereinsheim des Spielmannszuges einem Neubau weichen werde, den die Behinderteneinrichtung "Rotenburger Werke" errichtet.
"Die Gemeinde ist in dieser Zeit nicht der Lage gewesen, geeigneten Ersatz für uns zu finden", ärgert sich Viet. Ein neues Jugendzentrum werde gebaut und auch die Vereine seien versorgt. "Doch die Allerkleinsten bleiben auf der Strecke."
Diese Kritik hält Harsefelds Verwaltungs-Vizechef Bernd Meinke in allen Punkten für unberechtigt: "Wir ließen nach dem Feuer Messungen durchführen", erklärt der zweite Mann im Rathaus. Laut Gutachten bleibe die Schadstoffbelastung unter den Grenzwerten. Zudem seien Einrichtung und Spielgeräte von einer Spezialfirma gereinigt worden. Doch eine komplette Instandsetzung aller Räumlichkeiten erfolge nicht. "Das wäre doch widersinnig, da das Gebäude ohnehin bald abgerissen wird", meint Meinke.
Derzeit suche die Gemeinde nach Ersatzräumlichkeiten, so Meinke: "Bis zu den Sommerferien waren wir davon ausgegangen, dass das Kita-Gebäude zunächst stehen bleiben kann. Diese Pläne seien von den "Rotenburger Werken" kurzfristig umgestoßen worden. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung", verspricht Meinke.

"Ein trostloser Raum": Die Elternvertreterinnen Inka Viet und Henrike Krüger sowie Tobias Seeger (v.li.) im provisorischen Gruppenraum
Eher Baustelle als Kindergarten: Die Eltern der Kita "Groß und Klein" sorgen sich um ihre Kinder
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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